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Shaky Norman: Universal Love

Die Melodika wird im Reggae auf ewig mit dem Namen Augustus Pablo verbunden sein. Die von Pablo geschaffene Symbiose aus Dub und Melodika prägte einen geradezu hypnotisierenden Sound, der Musiker bis heute fasziniert. So auch den Franzosen Shaky Norman, der sich eigentlich dem Punkrock verschrieben hat, aber seit vier Jahren Dubs mit seinen Melodika-Melodien verziert. Diese Werke präsentiert er nun auf seinem Album „Universal Love“ (http://shakynorman.bandcamp.com). Dabei versucht er sich gar nicht erst an der hohen Kunst der Dub-Produktion, sondern bedient sich der Musik mehr oder weniger renommierter Dubheads aus aller Welt: Dubatak (Brasilien), Bandulu Dub (Portugal), Don Fe (Spanien), Roots Ista Posse und Les Pigments Libres (beide Frankreich), Chaves (Malaga/Spanien), Mungo’s Hifi (Schottland), Jahspora (Frankreich), Jiang Liang (China) und Dub Caravan (England). Obwohl die Dubs aus so unterschiedlichen Quellen stammen, wirkt das Album überraschend geschlossen und harmonisch. Der Sound ist weich und warm und gewinnt durch das Melodikaspiel eine sanft melancholische Note. Um der Gefahr zu begegnen, mit dem wenig modulierbaren Melodika-Sound über die Länge von 14 Tracks irgendwann doch zu nerven, variiert Shaky Norman sein Spiel sehr geschickt: Mal ist die Melodika Solostimme, mal wird sie zum Rhythmusinstrument, dann tritt sie in die Funktion von klassischen Reggae-Bläsern, die nur eine kleine Hookline spielen. Gelegentlich gibt es sogar winzige Vokal-Schnipsel von Ranking Joe, Tippa Irie und Earl 16 zu hören, was zusätzlich für Abwechslung sorgt. – Ich denke, Shaky sollte den Punkrock an den Nagel hängen und sich sofort um das nächste Melodika-Album kümmern.

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