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Five Star Review

The Mighty Diamonds: Deeper Roots (Back to the Channel)

Nichts Brandaktuelles aber „Back to the Roots“:
Eines der schönsten und besten Dub-Alben aus der Blütezeit des Reggae wurde vor über 40 Jahren als Bonus-LP dem originären Vocal-Album beigelegt – Roots Reggae und Dubs par excellence. Zu hören auf: The Mighty Diamonds: „Deeper Roots“ [Back to the Channel] (Virgin Records). Warum Back to the Channel? Die Mighty Diamonds waren seit ihrem brillanten „Right Time” (aka Need a Roof) aus 1976 fast untrennbar mit Channel One und den vier Hookim Brüdern verbandelt. Nach dem Tod von Paul Hookim, der 1977 Opfer eines Raubüberfalls wurde, zogen sich die restlichen drei Hookims (Joseph „Jojo“, Ernest und Kenneth) aus dem Musikgeschäft zurück und verlegten ihren Lebensmittelpunkt nach Amerika. Einige Monate später kehrten sie wieder nach Jamaika zurück, vergrößerten das Studio in der Maxfield Avenue und brachten es soundtechnisch auf den Stand der Zeit.
Der blutigste Wahlkampf mit über 800 Toten war gerade vorüber und langsam kehrte auf Jamaika so etwas wie „Normalität“ ein.
Die Mighty Diamonds waren, nachdem sie woanders ein paar schwächere Alben eingespielt hatten, auch wieder zur Stelle und lieferten im Channel One Studio ein Album mit z.T. ans Herz gehenden Lyrics ab. Nie waren die Mighty Diamonds militanter. Die Texte spiegeln alles wider, was damals guten Suffarah Roots Reggae ausmachte. Für mich ist „Deeper Roots“ auch heute noch eines der schönsten Alben aus dieser glorreichen Ära. Die Riddims sind immer noch eine echte Offenbarung – Rockers in full Flight. Carlton „Santa“ Davis‘ „beckenlastige“ Beats und George „Fully“ Fullwoods pulsierende Basslines legen das Fundament dieser genialen Riddims. Earl „Chinna“ Smith glänzt mit straffen Gitarrenriffs und Winston „Jelly Belly“ Wright liefert funkige Klavier- und Orgelpassagen. Nicht zu vergessen die Hornsection, die wunderschön satte Beiträge abliefert, als wolle sie die Mauern von Jericho einfach wegblasen. Egal wie straff die Arrangements auch waren, Jojo „The Genius“ Hookim an den Reglern bereicherte sie alle mit wunderschönen Melodien, die tatsächlich allesamt aus der Rocksteady Ära stammen.
Kurz: Auf „Deeper Roots“ passt von vorn bis hinten wirklich alles, das gesamte Opus war und ist immer noch ein Meisterwerk und eine Sternstunde des Reggae. Es hat locker den Test der Zeit bestanden. Der bereits leider verstorbene Jojo „The Genius“ Hookim an den Reglern lieferte einen außergewöhnlich warmen, locker flockigen Dub-Mix, der mich auch heute noch jedesmal in echte Begeisterung versetzt. Deeper Roots (Back to the Channel) ist eines der Alben, die endgültig mein Faible für Reggae und Dub zementierten.

Bewertung: 5 von 5.

23 Antworten auf „The Mighty Diamonds: Deeper Roots (Back to the Channel)“

Mmmmh, da muss ich jetzt wieder meine banausenhafte Seite zeigen. Als Entschuldigung versuche ich mal vorwegzunehmen, das ich 1976 ca. 11 Jahre alt war und obwohl der Reggaevirus da schon in mir schlummerte, war er noch nicht ausgebrochen. Dub fand ich auch schon super, ohne aber zu ahnen, dass das eine Musikrichtung ist.
Mighty Diamonds ….. naja, so ein paar Tunes finde ich auch gut. Die „Right Time“ habe ich auch gern gehört aber so ganz haben mich die Mighty Diamonds nie gepackt. Ich glaube, die hatten auch immer eine andere Zielgruppe. Vielleicht habe ich auch nur die „schwächeren Alben“ kennengelernt, die sie wohl „woanders eingespielt haben“.
Das Einzige, wobei ich hier zustimmen kann, sind die Riddims. Fully Fullwood weiß wie das geht ! Zu Dub bin ich persönlich und bei vollem Bewusstsein ( weiß nicht, ob ich das jemals war ) erst so um 1981 gekommen. Und da ganz besonders erst mal über England !!! Irgendwie, war der Dub da technisch schon etwas weiter und legte das Fundament für meine Hörgewohnheiten. Da waren halt nicht so viele Rascheln und Flying Cymbals unterwegs. Die Cymbals halten sich hier bei „Deeper Roots“ aber echt in Grenzen. Dafür passiert hier etwas, was ich für Channel One leider als sehr typisch empfinde. „The Story has been Told“ …. ich mag diese Raschel ( Holzring mit gefühlt 1000 kleinen flying Cymbals dran ) ziemlich ungern und dieses Instrument wurde für mich auch nicht besser, wenn Style Scott sie geraschelt hat. Channel One galt für mich immer so ein bischen als „Raschelmusik“ ( au waia Ras Vorbei, bitte nicht hauen, ich weiß, du hast dem Teil 5 Sterne gegeben aber ich wollte hier echt keine Notlüge posten ). Is halt mein Geschmacksempfinden, was soll ich machen !?
Ja und das Cover irritiert mich in gewissen Bereichen auch ein wenig, muss ich gestehen. Vielleicht muss ich aber auch nur noch etwas länger hinschauen. Man gewöhnt sich ja fast an alles ;-)

„Diamonds are the girls best friend“ …………………. lemmi

Für die, die mit den Mighty Diamonds etwas mehr anfangen können, gibt’s noch zwei Empfehlungen:

1. „Well Charged: Vital Dub“ (1977), das Dub-Album zum „Right Time“ Album, produziert und gemixt von Jojo Hookim
2. „Icebreakers & Diamonds: Planet Mars Dub“(1978), das Dub-Album zum „Planet Earth“ Album aus 1978, produziert und gemixt von Karl Pitterson

@lemmi: „Ich glaube, die hatten auch immer eine andere Zielgruppe.“

Welche? Die 1969 gegründeten Mighty Diamonds gehören zweifelsfrei zu den langlebigsten, konstantesten und besten Roots-Gesangstrios aus den Anfängen.
Ihren größten Hit „Pass the Kouchie“ hatten sie dann erst viele Jahre später. Die britische Teenie-Band Musical Youth hat mit ihrer „Pass the Dutchie“ Verhohnepipelung einen Mainstream-Hit gelandet und die Ernte eingefahren. So kann’s laufen.

High Ras Vorbei !

Ich glaube ( glauben heißt ja nicht wissen ) das sich die Mighty Diamonds doch speziell
auch auf das weibliche Publikum „eingeschossen“ haben. Ich habe das in einem Interview mal so interpretiert. Was jetzt schon wieder unseriös ist, da ich keine Quelle angeben kann. Vergleiche hinken auch immer ein wenig aber ich erinnere mich an einen Summerjam, wo ich in einer Klicke mit ca. 12 Frauen gelandet bin. Die haben so viel von Glen Washington geschwärmt, das ich dachte, die wären nur wegen diesem Schmalztyp angereist. Ich möchte wirklich nicht als der große Testosteron sprudelnde
Soundsystem Nerd rüberkommen, der sich nur den „harten Reggae für erwachsene
RudeBoys“ reinzieht. Im Grunde bin ich ein Weichei. Aber diese Art von Gesang mit dieser Art von Stimme fühlt sich für mich an, als ob jemand neben mir steht und mir lauwarm am Bein runterstrullt. Ich kann das nicht ertragen und meine Vermutung ist, das mir dazu eine ganze Menge Östrogen fehlt, denn meine Erfahrung ist, das Frauen da eine wesentlich höhere Toleranzschwelle haben als ich. Ich meine sogar, das Frauen geziehlt nach Musik suchen, wo sie vom Artist stimmlich sowie inhaltlich angeschmachtet
werden. Sowas lieben die Frauen. Deshalb habe ich auch keine Scheiben von Romain Würgo ( doch eine, für den Fall der Fälle ) und auch keine von dem der so ähnlich klingt wie Glen Washington.Komme grad echt nicht auf den Namen. Und mit Bitty bleibt mir bitte komplett fern. Sorry for my disrespect !
Soooooo schlimm sind die Mighty Diamonds bei weitem nicht. Und deshalb hinkt mein Vergleich auch ziemlich aber ich hofffe, „meinen Glauben“ etwas verständlicher gemacht zu haben.
Ja (!) und mit „PASS THE KOUCHIE“ haben sie sich dann ja auch mal ganz explizit auch an mich gewendet !!! Und schon passt alles ! Text, Riddim und Sound sind ein „All Time Favorit“ für mich und gehört damit zu den Tunes, die ich im ersten Kommnentar oben erwähnt habe. „Gang War“ finde ich zum Beispiel auch richtig klasse.

Ja, es kommt mir selbst so vor, als ob ich hier ein bischen zu sehr versucht habe, meine Männlichkeit zu feiern. Ich kann nur sagen, das das eine Verkettung von Umständen war bzw. ist und wenn Du nicht nochmal nachgefragt hättest und meine Erklärung nicht in so eine „spezielle Richtung“ verlaufen ( vielleicht kann man VERlaufen hier sogar wörtlich nehemen ) wäre, würden meine „Sympathiewerte“ vielleicht nicht so in den Keller gegangen sein. Eventuell bilde ich mir das auch alles nur ein.

Wie ich schon durchblicken gelassen habe, bin ich nicht derjenige, der immer die Kontrolle über mein Bewusstsein hat. Auch das könnte eventuell falsch von mir interpretiert worden sein ………

Vielleicht war meine Schlafqualität heute Nacht nicht so gut …………….. lemmi

Ok lemmi, lass uns reden. ;-)
Dachte mir schon, dass du auf die Stimme von Donald „Tabby“ Shaw abzielst. Es ging aber hier im dubblog hauptsächlich um die Dubs.
Der Erfolg der Mighty Diamonds fuhst haupsächlich auf der Kombination der einzigartigen Stimmen in Verbindung mit den alten Studio 1 Riddims und dem gerade von Sly & Robbie keierten neuen Rockers-Style. Übrigens mit Scratch haben sie im Black Ark „Talk About It“ gemacht. Vom heutigen amerikanischen Weichspüler-Lovers-Reggae sind die Mighty Diamonds meines Erachtens aber immer noch meilenweit entfernt.
Wenn Tabbys Gesang schon deine Toleranzgrenze überschreitet, dann kannste aber das Gequietsche von Congos Cedric Myton komplett vergessen.

Es muss auch nicht jedem alles gefallen, das wär‘ mir dann doch zu öd. Klasse, wenn es auch mal ein wenig Gegenwind gibt. Grundsätzlich sind wir uns ziemlich einig, lemmi.

Yo, wir müssen reden ;-)

Es ist eigentlich noch nicht mal die Stimme vom „Tabby“. Ich kann ja sogar Stick Figure ertragen. Es ist wohl der Style von Mighty Diamonds insgesamt. Im Grunde habe ich es ja nur versucht, für mich selbst zu erklären. Bin dann wieder etwas abgeschweift und habe in den Untiefen meiner Seele meine Abgründe gefunden. Andererseits machen 99 % aller Männer eh nur Musik, für den ( ihr wisst schon ) danach. Wahrscheinlich atmen wir alle nur dafür. Aber ich schweife schon wieder ab, übertreibe und pauschalisiere mich um Kopf und Kragen.
Du weißt aber auch genau, wo du mich „pieken“ musst, damit ich völlig ausraste
;-) ………..
Cedric Mytons und auch Sizzlas gequietsche ist für mich der Gipfel des Unerträglichen. Ich empfinde es regelrecht als Genugtuung und auch als kleine Rache im Sinne von „Pay It All Back“ mich mal so richtig darüber auslassen zu können. Man nennt das ja Falsett, soweit ich weiß und die einzigen Menschen auf der Welt, die das durften, waren für mich die BG´s. Aber auch nur, weil meine Ohren diese Frequenzen inna Jugend noch tolerieren konnten.
Cedric Myton hat mit seinem „Falschett“ für mich den Meilenstein „In The Heart
Of The Congos“ zu einem lächerlichen Album gemacht. Sorry, ich übertreibe wieder mal maßlos. „Row Fishermann Row“ würde ich mir, auf dem Riddim, auch von Helene Fischer im Duett mit Autotune von Romain Würgo anhören.
Da es bei der DubVersion auch nicht so „raschelt“ ( Lee Perry hat das glaube ich, wenn überhaupt, nur ganz selten mal so „rascheln“ lassen ) gibt es da von mir nur Rückenwind in Orkanstärke und ich nehme an, das wir uns da nicht nur ziemlich, sondern komplett einig sind ;-)
Wenn nicht, dann musst Du jetzt mal in den Untiefen Deiner (!) Seele nach den Gründen dafür suchen ;-)
Und ja, ihr kennt mich doch alle hier schon ein bischen …… hoffe ich jedenfalls.
Ich hätte auch schreiben können, „Gefällt mir“. Auch wenn es raschelt, gefallen mir die Riddims und ich kann da hin und wieder auch mal ein Ohr zudrücken.
Es ist halt nur so, das wenn ich ein Haar in der Suppe finde und sei es auch nur ein winzig kleines Häärchen, dann fische ich das raus und schicke es in the Outa Space. Wobei das alles auch wieder nur von meiner jeweiligen Tagesform abhängt.
Übrigens kenne ich keinen einzigen Tune von den Mighty Diamonds auf einem
im Studio One gebauten Riddim. Jedenfalls nicht bewusst. Habe mein Bewusstsein wohl schon so sehr erweitert, das mir das Wesentliche manchmal doch durchrutscht. Auch wenn ich mich manchmal selbst für einen richtigen Experten halte, stelle ich immer wieder fest, das ich letztendes doch nur ein
„Connaisseur“ bin ;-) ……… aber immerhin, diesen „Titel“ hat mir the Master Of DubBlog höchstpersönlich ( aus meiner Sicht vollkommen zurecht ) gegeben und den trage ich immer noch voller Stolz auf meiner Brust vor mich her.

Ich hasse ( obwohl man ja nicht hassen soll ) Tattoos aber es dauert nicht mehr lange, dann habe ich „On-U.Sound“ auf der linken Backe und „The Dub Connaisseur“ aud der anderen Backe mitten im Gesicht tätowiert. Die rechte
Seite gibt es bei nicht. Obwohl ich Rechtshänder bin, überlege ich, aus gesellschaftlichen Gründen auf Linkshänder umzuschulen.

„Are you ready for Reggae On The River, Beautiful Children Of The Most High JAH“ ?!!!!!! ………………….. in aller Bescheidenheit …………… lemmi

„Übrigens kenne ich keinen einzigen Tune von den Mighty Diamonds auf einem im Studio One gebauten Riddim.“

Die jamaikanischen Produzenten nehmen es mit den Urheberrechten noch nie so genau. Jeder klaut von jedem, ohne auch nur im Geringsten rot zu werden. Die Hookims haben sich auch einen Dreck darum geschert und haben alte Studio 1 Riddims einfach neu eingespielt. Coxonne Dodd soll begeistert gewesen sein – Ironie! Frag mich jetzt aber nicht, welche Titel da tatsächlich nochmal verwurstet wurden. So sattelfest bin ich jetzt mit Studio 1 Tracks auch nicht.

Mit „Row Fisherman“ bist du bei mir immer auf der sicheren Seite. Von meiner Seite wird noch „Congoman“ in die Waagschale geworfen. Ich liebe diese stoische Bassline, die übrigens Winston Wright – ja, der Keyboarder – gespielt haben soll. Bei der „Heart of the Congos“ ist das Gesamtergebnis so umwerfend gut, dass selbst Cedric Mytons Gequietsche dem Endprodukt nicht viel anhaben konnte. Watty Burnetts dunkle Stimme als Gegenpart konnte das stimmliche Desaster ein wenig nivellieren.

Da fällt mir noch jemand ein, dessen Alben ich grundsätzlich sehr schätze, mit dessen Stimme ich aber immer wieder hadere – Prince Lincoln Thompson & The Royal Rasses.
Tipp: Die Dub-Alben wie z. B. „Harder Na Rass“ (Jammy Mix) oder „God Sent Dub“ sind dennoch klasse. Satte Basslines und sehr schöne Gitarrenlicks.

Geb dir recht. Oben genannte Dubscheibe habe ich praktisch nie gehört (steht jetzt noch im Regal). Die Planet Mars Dub aber dauernd. Die Vital Dub kenne ich noch nicht

Hi Hugo,

im Vergleich zur Planet Mars oder Deeper Roots Dub ist Vital Dub wesentlich mehr stripped to the Bone. Lediglich bei „Cell Block 11“ taucht mal kurz Donald “Tabby” Shaws Stimme auf. Vital Dub ist eines der ersten Dub-Alben, die damals dank Virgin Records ziemlich leicht in Deutschland zu bekommen waren. Im Grunde genommen ist es ein frühes Revolutionaries-Album.
Die Planet Mars Veröffentlichung aus 1978 haben wir auch Frontline also Virgin Records zu verdanken. Virgin hat zu der Zeit Sachen veröffentlicht, an die sich Island Records niemals rangetraut hätte.
Du wirst lachen, Planet Mars wurde auch von mir sehr oft gehört, bis Deeper Roots plus Dubs veröffentlicht wurde. Deeper Roots Dub ist Das Dub-Album, welches ich Ende der 70er auch nicht Reggae-Fans am häufigsten auf Cassette überspielte.
Bin gespannt wie dir Vital Dub gefällt.

Und so kommen wir pünktlich, passend und kurz vor dem ( meinem ) Wochenende doch wieder auf die selbe Wellenlänge Ras Vorbei. Watty Burnetts Stimme ist Balsam für meine Seele.
Der singt viel zu selten bei den Congos. Überhaupt haben die Congos insgesamt so geile Musik abgeliefert, das es mir gerade deswegen so „stinkt“, das der Herr Myton sich oft so anhört, als ob gerade ein bremsender Zug in einen großen Bahnhof einfährt. „Live Is No Bed Of Roses“ finde ich zum Beispiel auch so abgefahren gut, das ich seine Stimme zähneknirschend in Kauf nehme. Und wenn er nicht im „Falschett“ singt, ist er Spitze !!! Die „Heart Of The Congos“ habe ich deshalb genannt, weil ich die ja auch, wie fast jeder, der Reggae mag, eigentlich grandios finde.
Über Prince Loncoln Thompson habe ich hier ja auch schon „einen zum Besten gegeben“. Die Royal Rasses spielen so toll, das ich es bedauere, sie niemals Live and Direct erlebt haben zu dürfen. ( Is der Satz so richtig ? ) Doch der Prince verlangt mir Alles an Toleranz ab, was ich zu bieten habe.
Und da ihr hier und überall im Netz meine Mausaktivitäten genau zu kennen scheint, hast Du wohl auch die „Harder Na Rass“ in die Waagschale geworfen. Die habe ich mir nämlich erst vor ein paar Monaten als Vinyl nachgekauft. Ich glaube die „God Sent Dub“ ist noch besser, weil ich die nämlich nicht habe. Is auch so eine Psychokrankheit von mir. Alles was ich nicht oder noch nicht habe, ist immer besser, als das was ich schon zuhause habe ………….. und das was ich zuhause habe ist schon rrrrichtich „geiler Stoff“ ! Vielleicht sollte ich mal das Buch
„Haben und Sein“ lesen, so oft, wie ich was „haben“ möchte. Bis dahin gilt „Ich habe also bin ich“ aber ich glaube da habe ( schon wieder ) ich auch eine Kleingkeit verwechselt.
Ich dachte auch immer, ich wäre ein tierfreundlicher Pazifist. Seit geraumer Zeit ( habe ) ich ein Problem mit Tauben, die mich vorzugsweise und ganz besonders gern am SonntagMorgen
zwischen den „Glocken der Inquisition“ ,die mich in den Waahnsinn treiben, zusätzlich mit ihrem völlig unmusikalischen gegurre zu einem „Feind des Lebens“ machen. Meine Gedanken
stellen sich dabei nicht nur vor, diese dämlichen Viecher zu grillen, sondern sie mit einem Gewehr, komplett in umherfliegende Taubenfedern zu verwandeln. Und siehe da, auch dafür gibt es schon ein Lied.

„Guru Guru Guru …..
Drei weiße Tauben, auf unserem Dach
Drei weiße Tauben, die halten mich wach
Drei weiße Tauben, die machen mich schwach
Drei weiße Tauben und ein Gewehr
drei weiße Tauben, die scheißen nie mehr
Guru Guru Guru“

ich geh ma lieber ins Tor oder tu ma lieber die Mörchen ………………….. lemmi

„Ich glaube die “God Sent Dub” ist noch besser…..“

Lemmi, die „God Sent Dub“, das Dub-Album zur „Natural Wild“, ist wesentlich vokallastiger als die „Harder Na Rass“. Sie hat sicherlich auch den Nimbus des ganz Besonderen, weil sie so extrem rar ist. 1980 wurden lediglich 300 Pressungen gefertigt und als White Label veröffentlicht. Ich hielt vor zig Jahren ein einziges Mal auf einer Schallplatten-Börse das Dub-Album in meinen Händen, der Preis von über 100,- DM war mir dann für eine „Katze im Sack“ doch zu hoch. Der CD-Veröffentlichung von „Natural Wild“ wurde dann endlich „God Sent Dub“ als limitierte Bonus-CD beigelegt und ich habe dankend zugegriffen.
Also, meine Empfehlung: erstmal reinhören, kann generell nix schaden.

Weil wir über Cedric Mytons und Prince Lincolns Gesangsstimmen gesprochen haben, eine Frage: Wusstest du, dass die Beiden in ihren Anfängen tatsächlich die Backing-Vocals bei den „Tartans“ waren?

Und an der Stelle mal wieder mein Tidal-Rant: nicht nur hat die „God Sent Dub“ hier nur sechs Tracks, sie kommt auch wieder mal nur in so ner stärker komprimierten Form daher :/ und das Mighty Diamonds Album, um das es hier ja eigentlich geht, klingt auch schlecht. Blutleer, da fehlt der Dreck… vielleicht wurde da einfach wie so oft eine mäßig erhaltene Vinyl digitalisiert und so heftig entrauscht dass die halbe Musik auf der Strecke bleibt.

Auf der semi-illegalen frustrierten Online-Suche nach besseren Versionen finde ich dann zwar nicht das Gesuchte, aber ein Soljie-Dub-Album von 1982 was ganz fantastisch klingt und beinahe eine eigene Rezension wert wär. Der Opener „Charge“ ist praktisch der Riddim von Barrington Levys „Black Roses“ :D

Hi ropp auff,

ja auf der „God Sent Dub“ wurde tatsächlich „Smiling Dub“ mal kurzer Hand einfach weggelassen – warum auch immer.

Früher stand hinten auf den LPs unter einem Cassetten-gekreuzte Knochen-Symbol: „Home Taping Is Killing Music. And It’s Illegal“. Welches Logo müsste man da heute den Streaming-Diensten verleihen? Wenn eine LP ordentlich auf Tape überspielt wurde, blieb die Dynamik wesentlich besser erhalten, es war lediglich etwas Bandgrundrauschen zu hören.
Die Mighty Diamonds habe ich auf Vinyl und kann leider nicht mitreden, welch‘ miese Qualität beim Streamen rüberkommt. Auf alle Fälle ist das Ganze extrem schade und ärgerlich.

„Rebel Soldier“ aus 1982 ist Soljies erstes und einziges Album. Es klingt trocken, wie ein klassisches Roots Radics/Junjo Lawes Album aus der Zeit. Upps, ich sehe gerade, dass auf dem Cover nicht Soljie, sondern Sojie geschrieben steht. Da sage ich nur: „Weniger rauchen Jungs, zu stoned ist auch nix – offensichtlich leidet die Konzentration.“ ;-))

„Es klingt trocken, wie ein klassisches Roots Radics/Junjo Lawes Album aus der Zeit. “
Sorry, ich habe die Pointe vergessen: Nur, dass dieses Mal Anthony Hamilton (Soljie) und Sly & Robbie das Album arrangiert und produziert haben.

Moin Moin Ras Vorbei !

jetzt machst Du mich gleich am Montag Morgen schon wieder rischtisch feddisch !
Wer waren oder sind die „Tartans“ ? Ich kann nur sagen, Nie gehört !
Jedenfalls hast Du meine Neugier auf „God sent Dub“ deutlich heruntergeschraubt. Das freut mich, denn ich muss auch nicht alles wissen. Überhaupt komme ich gerade wieder aus einem musikreichen Wochenende und bin voll und ganz zufrieden. Ich war quasi in der Höhle von Ali Baba und habe nur Scheiben (!), richtige echte, knackige Scheiben von meiner Anlage, ohne sch…. Streaming Comprimationen und all den kleinen Schikanen, die babylon da eingebaut hat, genossen. Bei mir dauert eh alles immer ein bischen länger und so habe ich erst jetzt das Album „Kalimba Is My Telefone In Dub“
richtig rauf und runter gehört. Bei mir geht eh gard nix über „Rapso Music“ !

DUB IT ! …………………. lemmi

Hi lemmi,

The Tartans, auch als Devon and the Tartans bekannt, waren ein Rocksteady Vocal-Quartett. Sie haben sich 1967 in Kingston gegründet. Mitglieder waren zu Beginn: Prince Lincoln Thompson, Cedric Myton, Devon Russell and Lindberg Lewis.
Na ja, ich kann nur dazu sagen, dass auch Devon Russell – obwohl immer als „Geheimtipp“ gehandelt – mich nie mit seinen Gesangskünsten erreicht und überzeugt hat.

So viel ich weiß, kannst du die „God Sent Dub“ problemlos auf dem Portal anhören, wo fast alles zu finden ist.

Na, wenn das so ist, habe ich ja nix verpasst. das muss sich ja grauenhaft angehört haben, wenn diese „Tonlage“ auch noch „mal drei“ rübergebracht wurde. Da fehlt ja dann nur noch Cornel Campbell als Leadsänger ;-)
Ja dieses ganze Gesinge ist schon nicht jedermanns Sache, wahrscheinlich hören wir auch und vor allem, deshalb alle so gern Dub.
Aber ich schreibe jetzt hier keine Liste auf, von Sängern, Sängerinnen, Toastern, Poets und Dj´s, die mit ihrem Gesang mein Herz erobert und meine Seele bereinigt haben. Diese Liste wäre echt sehr lang.
„God Sent Dub“ ist Ok aber „Harder Na Rass“, vor allem die B-Seite geht doch wesentlich mehr ab. Und ja, ihr habt vollkommen Recht, der Sound ist wirklich ziemlich schwach. Klingt fast so, als ob er zunächst von Vinyl mit MonoMikrofon
auf Cassette „gebrannt“ wurde und dann für nen Appel und nen Ei an Spotify verramscht worden wäre.

„Rapso Music“ ………………………. lemmi

Danke für für den Tipp Ras Vorbei. Ich habe mir das Album gekauft und kann deiner Beschreibung nur zustimmen. Wirklich eine tolle Platte!

Wieder eine sehr traurige Nachricht für alle Freunde des gepflegten Reggae. Am Abend, des 29.03.2022, wurde der (Lead)Sänger eines der letzten, aktiven Gesangstrios Jamaikas, Donald „Tabby“ Shaw, brutal ermordet. Der 67-Jährige saß am Dienstagabend mit einer Gruppe Menschen in St. Andrews/Jamaika zusammen, als das Unfassbare geschah. Donald „Tabby“ Shaw und zwei weitere Personen wurden bei dem „Drive By-Shooting“ tödlich getroffen und mehrere weitere Personen verletzt. Die Täter sind bisher unerkannt.
R.I.P. Donald „Tabby“ Shaw

Was is bloß los ? Die Russen schießen auf wehrlose Mütter und Kinder ! Die Jamaikaner schießen auf alte Männer ! Wie soll ich da noch Kraft für meinen Glauben finden, Menschen seien gottes Kinder. Das kann ich eigentlich kaum noch glauben.
Ich hoffe sehr, die „Sache“ mit dem Himmelreich und dem Reich Gottes ist nicht nur einfach dummes Geschwätz. Mögen dort all unsere Träume in Erfüllung gehen. Hier auf Erden, werden „alle“ Alpträume zur brutalen Realität.

R.I.P. Donald „Tabby“ Shaw

Unglaublich aber wahr:
Am 01.04.2022 verstarb ein weiteres Gründungsmitglied der Mighty Diamonds, Fitzroy „Bunny“ Simpson. „Bunny“ starb gerade mal vier Tage nach dem Mord an Donald „Tabby“ Shaw in einem Kingstoner Krankenhaus an den Folgen seiner schon seit einigen Jahre diagnostizierten Diabetes. Angesichts seines nachlassenden Gesundheitszustands ist derzeit ungewiss, ob Simpson noch über den Tod von „Tabby“ informiert werden konnte. R.I.P. Fitzroy „Bunny“ Simpson!
Lloyd „Judge“ Ferguson ist jetzt das einzige überlebende Mitglied der Mighty Diamonds.

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