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Five Star Review

Zenzile Remixed

Das gelingt wenigen: Stilsicher zwischen Rock und Dub zu oszilieren – und dabei auch noch gelegentlich Elektronik oder Hip Hop unter zu mischen. Normalerweise landet man mit einem solchen Konzept zielsicher zwischen den Stühlen. Deshalb habe ich die französische Band Zenzile auch nie wirklich ernst genommen und Rock-Alben wie „Elements“ geflissentlich ignoriert. Lediglich die „5+1“–EP–Serie mit ihrem Reggae-Schwerpunkt war mir gelegentlich einen Blick wert. Nun aber hat die Band zwischen den Stühlen ein echtes Dub-Meisterwerk abgeliefert: „Zenzile (Remixed)“ (ODGProd). Es handelt sich um den Remix ihres Lebenswerkes, das sich über zehn Alben und sechs EPs erstreckt. Versammelt wurden die dreizehn besten und Dub-kompatibelsten Tracks ihres Oeuvres, um diese dann in die Hände einer spannenden Auswahl aktueller Dub-Koryphäen zu geben, (z. B. an die Dub Shepherds, Mahom, Tetra Hydro K, Alpha Steppa, Panda Dub oder Full Dub). Das Ergebnis ist grandios! Was für eine beeindruckende stilistische Vielfalt. Hier wird das Konzept „Dub“ wirklich ausgelotet – ohne dabei die Grenzen des Genres wirklich zu überschreiten. In jedem einzelnen Track stecken mehr Ideen, als in so manchem kompletten Dub-Album. Unglaublich inspirierte Arrangements, kunterbunter Mix diverser musikalischer Einflüsse, fette Basslines, massive Beats, Melodien und Grooves. Das Album ist die Antithese zu hypnotisch-minimalistischem Steppas-Dub. Ich liebe beides, aber dürfte ich nur ein Album auf eine einsame Insel mitnehmen, es wäre „Zenzile Remixed“. Das Album kann man ein ganzes Jahr lang hören, ohne sich zu langweilen. Kaum zu glauben, dass das vielleicht beste Dub-Album des letzten Jahres (im Dezember veröffentlicht und deshalb nicht in meiner Dub Top Ten 2019!) kostenlos über odgprod.com zum Download bereit steht.

Bewertung: 5 von 5.

4 Antworten auf „Zenzile Remixed“

Interessanter Release, aber als Dub Album würd‘ ich’s nicht durchgehen lassen.
Apropos Zenzile: Es gibt da diesen einen Hammer-Track namens „Wow“ auf dem „Modus Vivendi“-Album – nomen est omen… der prügelt brutal mit einer genialen Reggae-Rock-Kombi auf den Hörer ein… sehr empfehlenswert. „fahrt ein“ wie wir hierzulande sagen :)

„Zenzile Remixed“ ist genau eines dieser Alben, die mir das Genre „Dub“ immer noch schmackhaft machen und keine Eintönigkeit (im wahrsten Sinne) aufkommen lassen. Jeder Track ist komplett anders und das Schöne ist, das Album wächst mit jedem Hören. Kein Wunder bei dieser breiten Palette an unterschiedlichsten Tracks – mit und ohne ethnischer Einflüsse. Obwohl ich mit Steppers überhaupt nichts anfangen kann, finde ich diese Form des „moderaten Steppers“ einfach nur genial.
Wie du schon sagst René: „…ein echtes Dub-Meisterwerk“. Kein Wunder bei den versammelten Dub-Spezialisten, die sicherlich ihre französischen Vorreiter in Sachen Reggae, gebührend abfeiern wollten, was ihnen auch in vollem Umfang gelungen ist. Deshalb: Ob Dub- oder Remix-Album ist hier für mich sekundär.

Bei „Change“ erinnert mich die Stimme von Jamika immer wieder an Little Annie (aka Annie Anxiety; aka Annie Bandez), die 1992 bei ON-U. Sounds ein Album mit dem Titel „Sweet & Short“ veröffentlichte.

Oh,oh, manchmal glaube ich, es ist eine versteckte Sucht in mir, immer anders sein zu wollen.
Eigentlich dachte ich auch mal, ich wäre so etwas wie ein Zenzile Fan. Ich habe immer wieder mal, auch auf Samplern geniale Dubs gehört, die sich als Dubs von Zenzile herausgestellt haben. Dann dieser hammergeile Live-Auftritt mit Jamika auf der DVD zur DubStory ! Das hat mich echt so geflasht, das ich dachte, von Zenzile brauche ich alles und noch viel mehr.
Danach habe ich mal so ein paar Scheiben abgecheckt und war schnell wieder ernüchtert. Von der 5+1 Serie habe ich im Skiurlaub nach dem ApresSki auf meinem Balkon mit Blick in die sternenklare Nacht, auf Kopfhörer einen Dub aus der „Deep In Dub Playlist“ gehört. „Close To Dub“ heißt das Teil. Nun ja, nach dem ApresSki war ich ordentlich abgefüllt mit Bier. Als ich dann spät Abends auf meinem geliebten Balkon mit Blick ins Universum stand, war endlich „Zündung“ und mein Brain hob, pünktlich zum Start von „Close To Dub“, gleich mit ab. Das erzeugte
bei mir wieder den Drang, mich – für Außenstehende – etwas seltsam und eventuell auch ein bischen „esoterisch“ zu bewegen, was mein Gefühl zu dem Dub, geradezu in Extase ausufern ließ. Alles soweit kein Problem ! Ich hatte echt ein super Feeling, bis ich merkte, das meine Nachbarin die ganze Zeit schon neben mir stand und auch eine rauchte. Ich habe sie nicht gefragt aber ich werde das Gefühl nicht los, das sie sich bestimmt schon die ganze Zeit gefragt hat, ob denn mit mir soweit alles in Ordnung ist ……………….. Ich kann euch sagen, es ist bis heute die genialste Meisterleistung, die mein Hirn jemals vollbracht hat, in dieser Situation auf eine halbwegs rationale, normale Konversation mit meiner Nachbarin, umzuschalten.
Ja aber was soll ich denn jetzt zu dieser Scheibe hier sagen ? Bin grad verwöhnt durch Clinton Fearon In Dub und auch die Grace Jones Dubs haben es mir …… der Satz geht in die falsche Richtung ….. Also die Dubs die ich vor diesen Zenzile remixes gehört habe gefallen mir wesentlich besser !
Dennoch höre ich hier auch ……. wenn schon Steppas dann sowas. Aber ich muss grundsätzlich sagen, das mich die Scheibe noch nicht so richtig umgehauen hat. Vielleicht würde sie mich bei einem zweiten oder dritten Durchlauf ( am besten auf meinem Balkon in den österreichischen Alpen ) mit Hopes and Herbes auch in Extase versetzen.
Ich sags mal so, wenn ich die als Cd oder gar als Vinyl UNKOMPLIZIERT (!!!) kaufen kann, werde ich sie mir zulegen. Dafür ist sie jedenfalls gut genug. Aber wenn ich sie nun wieder nur
streamen soll, wird sie im unendlichen Strom der Daten irgendwo im OkawangoDelta versickern. Versprochen !!!

Manchmal verspüre ich übermenschliche Kräfte. Ich kann gerade das Wochenende riechen ! Mmmmmmmmmh das duftet …………………. lemmi

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