Riddim Research Lab: Research Programm #1

Ich liebe diese schrägen Dub-Produktionen von Genre-Außenseitern. Sei es, dass sie mit den Dub- und Reggae-Konventionen nicht vertraut sind, sei es, dass sie sie absichtlich ignorieren oder sei es, dass sie lediglich ihren eigenen Konventionen treu bleiben, das Ergebnis ihres eklektizistischen Tuns ist genau und gerade deshalb sehr oft faszinierend. Hier haben wir wieder so einen Fall: Riddim Research Lab, „Research Lab #1“ (Gamm). Das Research Lab ist das Projekt der beiden Londoner Gordon Brown Jr. und DJ Neeet, das wahrscheinlich niemals an die Wahrnehmungsschwelle des Underground gelangt wäre, hätte der angesagte russische House-DJ Lay-Far nicht eines Tages im Londoner Reckless Record Store beim Stöbern in der Dub-Sektion einen Typen getroffen, der ebenfalls dort nach schwarzen Dub-Perlen suchte. Gleich zwei Typen in der ansonsten eher verwaisten Ecke des Plattenladens? Da kommt man ins Gespräch und schließlich drückte der Brite dem Russen eine CD-ROM mit den Worten in die Hand: „Some dub-influenced beats I’m working on with my friend. If you like King Tubby and house – you may enjoy it“. Erst ein Jahr später purzelte die längst vergessene CD zufällig aus Lay-Fars Plattenkoffer und entpuppte sich beim Anhören als wahrer Schatz. Schräge Dub-Sounds, vertrackt und doch unglaublich groovy, mit Ecken und Kanten und doch absolut rund. Wer hören will, kann hören, wer lieber tanzt, der tanzt – beides geht gleichermaßen gut. Manche Rhythms gerieren sich gelegentlich leicht funky, bleiben aber dank Hall und Echo doch stets Dub-kompatibel. Sind die Ohren vom Steppers-Bass verklebt, dann hilft es, sie sich vom Research Lab frei blasen zu lassen.

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