
Wie schön, dass Reggae und Dub inzwischen so ein internationales Phänomen geworden sind. Früher galt nur Reggae aus Jamaika als beachtenswert. Dann kamen spannende UK-Produktionen hinzu. Inzwischen schallt Reggae und Dub aus allen Ecken des Globus. Ich liebe das. Mich wundert nur, dass die jeweilige Herkunft oftmals gar keinen Einfluss auf die Musik hat. Müsste Dub aus Lateinamerika nicht anders klingen als Dub aus Russland oder Frankreich? Mit „Into the Wise“ (Reggaewise) haben wir nun einen Dub-Sampler aus Griechenland vorliegen. Er versammelt 11 griechische Dub-Acts und bietet damit einen wohl recht repräsentativen Überblick über die Dub-Szene des Landes. Alle Tracks sind grundsolide, meist digital produziert, mit ordentlicher Bodenhaftung. Aber kein einziger Track klingt anders, als italienische, französische oder britische Produktionen. Eigentlich scheint es trotz der weltweiten Verbreitung von Dub nur zwei Schulen zu geben: die jamaikanische und die nicht-jamaikanische. Das grundlegende Paradigma für letztere stammt von den UK-Dub-Produktionen der 1990er Jahre. Zwar hat sich seit der Erfindung von Steppers und UK-Dub viel getan, aber Crossovers von Dub und regionalen Musikstilen gibt es kaum. Das ist etwas verwunderlich und auch ein wenig bedauerlich, aber letztlich kein Makel des vorliegenden Dub-Samplers. „Into the Wise“ bietet modernen Dub auf internationalem Sound-System-Niveau. Ein paar mehr Ecken und Kanten würde ich mir zwar wünschen, bin mit dem Gebotenen aber durchaus zufrieden, zumal der Sampler bei Bandcamp sogar kostenlos erhältlich ist.









