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Bungalo Dub Meets Vibronics: Bungaronics – Resistencia

Wenn zwei Produzenten ein gemeinsames Album veröffentlichen, teilen sie es meistens schlicht auf: Artist A bestreitet die erste Hälfte, Artist B die zweite. Bungaronics – Resistencia (SCOOPS Records) macht das anders. Vibronics aus Leicester und Bungalo Dub aus Iztapalapa, Mexiko, greifen nach denselben sechs Riddims – und bearbeiten jeden davon in ihrer eigenen Version. Man hört „Bad Mind“ zuerst im Vibronics-Mix mit Nia Songbird am Mikrofon, unmittelbar danach den Bungalo-Dub-Mix desselben Stückes. Dann „BURU“, wieder in zwei Versionen hintereinander. Und so weiter. Es ist ein direkter Vergleich, wie er selten zu hören ist – und aufschlussreicher als jede theoretische Beschreibung, was die jeweilige Produzenten-Handschrift ausmacht.
Der Projektname „Bungaronics“ ist übrigens kein Zufall, sondern Programm: Bungalo und Vibronics, zusammengedacht zu einem einzigen Wort. Der Albumtitel „Resistencia“ – spanisch für Widerstand – verweist auf die mexikanischen Wurzeln des Projekts, aber auch auf eine Haltung, die beide Künstler teilen. Der Rahmen, der dabei gespannt wird, könnte geografisch kaum weiter sein. Leicester trifft Iztapalapa – ein Arbeiterviertel im Süden von Mexiko-Stadt. Bungalo Dub schaffen seit 2001 Dub in einer Szene, die in der globalen Wahrnehmung noch immer unterrepräsentiert ist. Mexiko als Dub-Standort ist kein Begriff, den man sofort im Mund führt. Dass es ihn gibt und dass er so klingt, ist eine Entdeckung.
Die Produktionen sind ausgesprochen tight. Steppers – aber ohne einen Moment der Langeweile. Das ist schwerer, als es klingt. Wer schlecht produzierte Steppers-Musik kennt, weiß, wie schnell das hypnotische Potential des Genres in Monotonie kippt. Hier passiert das nicht. Die Basslines sind prägnant, der Groove sitzt. Vibronics liefert ab – keine Überraschung, aber schön, es wieder so klar zu hören. Und Bungalo Dub halten mühelos mit.
Was der direkte Vergleich zeigt: Beide kommen aus demselben Dub-Kosmos, sprechen aber mit unterschiedlichem Akzent. Vibronics ist präziser, dichter, britisch-nüchtern im Zugriff. Bungalo Dub haben mehr Luft im Mix, gelegentlich einen anderen Schwerpunkt in den Effekten. Wer genau hinhört, lernt bei diesem Album mehr über Dub-Produktion als aus dem Lehrbuch.

Bewertung: 4.5 von 5.

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