
Während der 1990er Jahre gehörten Dreadzone für mich zu den progressivsten Geistern der damals noch jungen, europäischen Dub-Szene. Ihr Crossover-Sound zwischen Dub und Club war für mich die Speerspitze der Entwicklung von Dub. Inzwischen ist klar, dass die Reise tatsächlich woanders hin gegangen ist. Ähnliche Bands, wie z. B. Rockers HiFi, sind längst abgetreten und zeitgenössischer Dub hat mit Club-Sounds nicht viel zu tun. Aber Dreadzone sind noch immer dort, wo sie in den 1990ern waren. Nur, dass sie heute nicht mehr nach Avantgarde klingen, sondern eher, wie ihre eigene Revival-Band. Dennoch hat die Musik der Band ihre Qualitäten beghalten. Z. B. eingängige (Folk-)Melodien, treibende Reggae-Beats und ausgeklügelte Arrangements. Der Sampler „Deadzone Presents Dubwiser Vol. 1“ stellt das vorzüglich unter Beweis. Er versammelt 12 Stücke des Dreadzone-Labels Dubwiser, die von Dreadzone und assoziierten Artists stammen und eine idealtypische Verkörperung des Sounds der Briten repräsentieren. War ich vom letzten Album der Band („Dread Times“, 2017) noch regelrecht enttäuscht, so hat sich meine Erwartungshaltung inzwischen angepasst und ich muss zugeben: die Dubwiser-Kollektion gefällt mir richtig gut.









