Leute, da gibt’s ein neues Album, „Mad Professor Meets Gaudi“ (Ariwa), und ich weiß nix darüber! Habe Google intensiv befragt und Gaudis Facebook-Timeline abgescrollt bis mir der Finger abfiel – Ergebnis: nada. Keinerlei Hintergrundinfo aufzutreiben. Bleibt also die reine Blindverkostung. So viel ist immerhin klar: Die Backings stammen aus unterschiedlichen Quellen. Vielleicht aus Gaudis umfangreichem Oeuvre? (14 Soloalben, mehr als 250 Produktionen). Immerhin hat er zuletzt Steele Puls’ neues Album produziert und an Lee Perrys „Rainford“ als Musiker mitgewirkt. Der Name Marty Dread verweist auch ganz klar auf Gaudi. Also nehmen wir mal an, dass Gaudi und Mad Prof einige ihrer jüngeren Tapes zusammen gewürfelt und gedubbt haben. Vielleicht mit einigen frischen Overdubs? I don’t know. Ist aber auch egal, denn entscheidend ist ja nur, was hinten raus kommt – wie ich zu sagen pflege. Und das ist gut! Kraftvolle Rhythms mit schönen Basslines und gelegentlichen Gesangsfetzen, superb im Mad Prof-Style gemixt. Immer ein wenig overdone, zugleich aber auch virtuos. Der Professor ist ja weniger ein Freund des Weglassens. Er präferiert statt dessen einen effektvollen Sound, der einem den Kopf schwirren lässt. Wie Funken zünden seine Effekte in einer akustischen 360-Grad-Ansicht: unablässig, permanent und dauerhaft. Nach dem Zuhören braucht man erst mal eine Pause. Wie wäre es da mit Gaudis epochalem „Earthbound in Dub“ von 2000? Ist nämlich auch nicht schlecht.
Mad Professor Meets Gaudi



