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Concrete Jungle Dub

Die Erwartungen waren hoch, nachdem Dub Store Records 2016 mit Errol Browns „Orthodox Dub“ einen wahren Dub-Schatz geborgen hatte und danach die Neuauflage des „Concrete Jungle Dub“ von Winston Riley ankündigte. Schließlich handelt es sich dabei um ein heiß begehrtes Album, von dem 1976 in London gerade mal 300 Stück gepresst wurden. Die LP steckte in einem neutralen Cover und wurde nach der Veröffentlichung kaum noch gesehen. Die Mythenbildung der King Tubby zugeschriebenen LP stieg ins Unermessliche. Für die seltenen Exemplare, die auf dem Sammlermarkt auftauchten, wurden exorbitante Summen gezahlt. 2018 legte Dub Store dieses obskure Objekt der Begierde zu einem normalen Preis neu auf, sowohl als LP wie auch als CD. Das Reissue hatte nun ein Cover mit einem Foto, das von der Rückseite der jamaikanischen Pressung der 1976er Pat Kelly LP „Lonely Man“ stammte. Es zeigt Winston und Buster Riley am Pult des Harry J Studios. Nüchtern betrachtet sind die hervorragend klingenden Dubs wie der „Stalag“-Riddim, Donovan Adams‘ und I Roys „Who Is The One“ oder Johnny Osbournes „Ready Or Not“ weitaus unspektakulärer als es der Mythos erwarten lässt. Ob tatsächlich alle Versionen von Tubby selbst gemischt wurden, ist nicht so eindeutig wie behauptet. Die Linernotes bringen wortreich wenig Licht ins Dunkel. Das Vinyl der Neuauflage ist aktuell wieder zu haben. Ob nachgepresst oder als Lagerbestand ist unklar. Aber egal woher die Exemplare kommen, es ist eine dieser sagenumwobenen Platten, die irgendwann definitiv ausverkauft sein wird. Und dann werden die Preise wieder steigen.

Bewertung: 3.5 von 5.

Eine Antwort auf „Concrete Jungle Dub“

„Die Erwartungen waren hoch, nachdem Dub Store Records 2016 mit Errol Browns „Orthodox Dub“ einen wahren Dub-Schatz geborgen hatte“

Das wundert mich gar nicht ! Ich habe „Orthodox Dub“ zwar erst seit etwa einem Jahr aber bei den Dubs von Errol Brown hatte ich nicht nur Lücken, sondern ganze KontinentalSpalten zu verkraften und erst in den letzten Jahren habe ich diesen Schatzmeister für mich entdeckt. Wobei sich da sicherlich immer noch ganze Canyons auftuen.
Wie immer, bei Errol Brown oder eben auch bei King Tubby „cymbelt“ es gelegentlich und ich frage mich, warum die das damals nicht gemerkt haben, das dieses „gecymbele“ nur all zu oft den groove kaputt macht. Ok, ich habe zunächst das Gefühl, das es sich auch hier bei „Concrete Jungle Dub“ in sehr erträglichen Grenzen hält. Auch wenn es manchmal über das „cymbeln“ hinaus geht und sogar raschelt, als ob die Felgen am Auto nicht richtig fest, bzw. nur noch an einer Schraube baumelnd, neben dem Auto, über die Straße schrappen. Da kommen mir glatt wider die tauben in den Sinn …….
Aber egal, wie sehr es auch „cymbelt“ und „raschelt“, mir wird hier wieder völlig klar, warum diese Musik Singers and Players of Instruments, bis in den letzten Winkel der Erde inspiriert hat, das Gleiche zu versuchen, auch wenn es ihnen – wenn überhaupt – nur Ansatzweise gelungen ist. Die Musik erscheint einfach zu sein aber das richtige Feeling dafür lässt sich nicht methematisch berechnen und wird immer ein Mysterium bleiben, was niemals mit einsen und nullen erfasst werden kann …………

Oh, ich werde schon wieder theatralisch ;-) …………………….. lemmi

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