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Dubkasm: Brixton Rec

2009 erschien mit „Transform I“ das Debut-Album von Dubkasm, dem gemeinsamen Projekt der beiden Bristoler Herren Digistep und DJ Stryda. Wer hätte jedoch gedacht, dass die beiden zu diesem Zeitpunkt bereits rund 15 Jahre im Geschäft waren und in den 1990er Jahren – also zur Hochzeit des UK-Dub – Aufnahmen für Aba Shantis Soundsystem produziert hatten. Es handelt sich um fünf Rhythms, die in Bristol aufgenommen und von Tena Stelin, Lidj Xylon und Ras Addis gevoiced wurden. Die Dub-Versions hat Aba Shanti himself, passend für die PA seines Soundsystems, gemixt. Allerdings fristeten diese Aufnahmen bis heute das Dasein von Dubplates, die außerhalb des Soundsystems, für das sie produziert wurden, nicht zu hören waren. Doch nun, nach fast 20 Jahren, erblicken sie unter dem Titel „Brixton Rec“ (Bristol Archive Records) endlich als reguläres Showcase-Album das Licht der Öffentlichkeit. Hat die Welt darauf gewartet? Nicht wirklich, aber ein wenig freut sie sich doch über die unverhoffte Lektion in europäischer Dub-History. Während die Vocal-Versionen weniger überzeugen, sind die Dubs ganz nett und vermitteln authentische UK-Soundsystem-Atmosphäre (das letzte Stück des Albums ist sogar ein Live-Mitschnitt eines Auftritts im Brixton Rec). Verrückt ist nur, dass sich die Dubs – abgesehen von der mäßigen Soundqualität – nicht sonderlich historisch anhören. Kann es sein, dass der UK-Dub und die ganze Steppers-Epigonenschule sich in den letzten zwanzig Jahren kaum weiterentwickelt haben? Erschreckend.

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