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Dubstrand Allstars: Dubbing up the Coast

Ihr wollt neue Scientist-Dubs von den Roots Radics hören? Da braucht ihr nicht mehr länger suchen, die Dubstrand Allstars (Brizion mit seinem Bruder als Drummer) kommen auf ihrem zweiten Album „Dubbing up the Coast“ (Dubstrand Music) diesem Hörerlebnis schon sehr nah. 

Schon das Debut „Dubbing on the Bay“ war dem dubblog.de eine Review wert – wenn auch der Rezensent einiges zum herummosern gefunden hat: Gleichförmigkeit, mal in Form langweilig-gleich klingender e-Drums, mal in Form eintöniger Lustlosigkeit, mal simpel mangels musikalischer Ideen. In anderen Worten: Netter Versuch, aber das ginge noch wesentlich besser.

Und wie das besser geht: Auf „Dubbing on the Coast“ sind die e-Drums einem live-Kit gewichen, was schon mal Leben in die Klang-Bude gebracht hat; das ist der Sound, den’s braucht um handgemachte Musik frei atmen zu lassen. So befreit von der klanglichen Tristesse wirken die neuen, im klassischen 80’s-Style arrangierten Stücke tiefenentspannt. Einzig eine etwas zu scharf klingende Snare stört das Klangbild – was zweifellos eine Frage des Geschmacks bzw. der persönlichen Präferenzen ist.

Neu auch die gelungene Melodieführung – einfache und einprägsame Basslinien „old-school jamaican style“ (Flabba Holt lässt grüßen) führen in diesen leichten Trance-ähnlichen Zustand, den der Rezensent am Reggae so liebt. Da kippt man gerne rein; da fängt man rasch an, sich im Rhythmus zu bewegen. Dazu noch feine Gitarrenarbeit und Keyboards, die es dem Hörer mitunter schwer machen, zwischen Instrumental, Version und Dub zu unterscheiden. Selbst die dieser Tage scheinbar unverzichtbare Melodica wird nicht überstrapaziert und fügt sich unaufdringlich ins musikalische Geschehen ein. Im Gesamtbild also eine schöne, runde Sache, die eine musikalische Weiterentwicklung gut erkennen lässt – das mag was heißen, wenn man Brizion’s enormen, aber nicht sonderlich wandlungsfähigen Solo-Output als Maß der Dinge nutzt.

Was das Dub-Mixing betrifft, war der anfängliche Vergleich mit Scientist natürlich übertrieben; wiewohl die Richtung stimmt, wenn man den Vergleich mit den entsprechenden Aufnahmen der frühen 1980er anstellt. Wir haben hier keine spektakulären Dub-Kapriolen, Sound-Gimmicks oder innovatives Mixing vor uns, sondern vielmehr solides Handwerk – obwohl ich bezweifle, dass da an einem old-school Mixing Board gearbeitet wurde. Muss ja auch nicht sein – allein das Ergebnis zählt, und genügsam eingesetztes Echo bzw. Hall machen irgendwie auch ganz schön glücklich.

Bewertung: 4 von 5.

5 Antworten auf „Dubstrand Allstars: Dubbing up the Coast“

Nächste Woche haben wir hier hier im dubblog ein schönes Interview mit Brizion, das die Hintergründe seiner Musik beleuchtet.

Thumbs Up !

Im DubBlog bei René sitzen wir in der ersten Reihe ;-)

Greetings …………………… lemmi

Oh wie wohl ist mir !

Ich kann das Geheimnis von wirkungsvollen Basslines echt nicht mit Worten oder sonst wie erklären aber der Bassist von Dubstrand Allstars hat das Geheimnis – aus meiner Sicht – entschlüsselt. Ich sitze hier vollkommen entspannt und schmelze vor mich hin. Die Basslines ( vor allen erst mal die ersten 4 ) sind für mich die pure und reine Medizin, ohne negative Nebenwirkungen. Die Drums tuen ihr übriges und setzen gekonnte Akzente. Auch die Snare ist für meinen Geschmack nicht zu scharf „gewürzt“. Da hatte ich nach der „Vorwarnung“ schlimmeres befürchtet. Ich bin da nämlich auch sehr empfindlich. Wenn überhaupt, stört mich der HiHat Sound bei Ocean Front Rock aber das erinnert mich nur ganz schwach an die überzogenen Verzerrungen aus alten King Tubby Tagen. Da kann ich sehr gut mit leben, zumal der ganze Rhythmusteppich flauschig und dick gewoben auf einem sehr stabilen Fundament liegt.
Was die Kür betrifft, die auf dem Fundament ihre Kreise zieht, würde ich sagen, das Pflichtprogramm wurde solide absolviert aber da könnte ich im Endeffekt noch etwas mehr gebrauchen.
Muss aber auch nicht unbedingt sein. Jedoch, um an die genialen und wegweisenden Dubs von Scientist und Roots Radics anzuknüpfen, fehlen mir noch so ein paar kleine aber sehr gefühlvolle Klaviersolos mit gelegentlichen, verschleierten Synthesizerschwaden, die wie im GespensterGewand – mal wieder – durch Raum und Zeit schweben und für die, immer wieder gern empfundene psychoaktivität im DubOberstübchen sorgen. Das habe ich aber nur erwähnt, damit die Dubstrand Allstars nicht denken, sie hätten bereits ALLES im Griff ;-)
Ja, was würden wohl die SteppaFans dazu sagen, frage ich mich ? Die Antwort selbst zu geben wäre leicht unseriös aber ich kann mir gut vorstellen, das sie mal wieder den Saal verlassen
oder bereits auf dem Weg zum Ausgang einschlafen, wenn sie es nicht geschafft haben sollten, wenigstens auf allen Vieren in den Nebenraum zu kriechen.
Hier gibt es nicht „auf die Fresse“ sondern hier wird die Seele auf das Nirvana vorbereitet. Jedenfalls fühlt es sich für mich so an. Und das ist mehr als nur gut so.
( Das soll jetzt aber nicht heißen, das ich möglichst schnell ins Nirvana kommen möchte. Ich kann auch sehr gern noch ein paar Jahrzehnte mit der Vorfreude leben ;-) )

Taja, wäre die Welt nicht so wie sie ist, würde ich jetzt gern in einen schönen Plattenladen gehen und mir dieses schöne Album, auch als greifbare und damit erst richtig begreifbare „MusikMaterie“, zulegen. Von mir aus auch mit Maske ( Mund-Nase-Schutz oder Maulkorb, nennt es wie ihr wollt ).

Guter Tip ! gtkriz ! ……. ich leg mich wieder hin, ach nee, muss ja arbeiten ……………………. lemmi

Hallo zusammen,
Mein erster Beitrag.

Sorry, das ist das geilste Album, was ich seit langem gehört habe. Danke dafür.
Grüße an Lemmi…

Cheers

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