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I Neurologici: I Neurologici

Bei der Flut an Dub-Alben, die uns Dub-Nerds fast täglich überrollt, werden oft Schätze übersehen, die es verdient gehabt hätten, genauer unter die Lupe genommen zu werden. Aus diesem Grund mache ich von Zeit zu Zeit gerne einmal wieder einen Streifzug durch mein Archiv und werde meist auch fündig. So geschehen mit „I Neurologici“ einem Dub-Kollektiv aus Rom, das seit seiner Gründung 1995 und Phasen des Ausprobierens, die Grundsteine ihrer Musik, eine Melange aus Roots Reggae, Dub mit kleineren ethnischen Einflüssen, schuf. Das hier vorliegende Album „I Neurologici“ wurde bereits 1999 eingespielt und als Miniauflage von 500 LPs zeitnah unter die Leute gebracht. Sechzehn Jahre später wurde „I Neurologici“ remastered und das Album durch einige „alternate Mixes“ aufgemotzt.
Bereits der erste Track „440 Hz“ kann vollstens überzeugen und hat mich mit seiner rollenden Bassline sofort am Haken. „SpaziAl Roots“ beginnt spartanisch mit Bass und Keyboard, bis sich dann majestätische Flötenklänge von Alessandro Mazzioti dazugesellen und eine dunstige Klanglandschaft zeichnen, die einigen Lee Perry „far out Moments“ nicht ganz unähnlich ist. Gefolgt von „Boleto“, einer Variation zum Maurice Ravel „Bolero“, der in der Mitte kurz ein paar punkige Rhythmen erhält, die an die frühen Bad Brains erinnern. Ich könnte jetzt jeden Track einzeln besprechen, denn jeder hat seinen ganz speziellen Reiz, doch das würde hier den Umfang sprengen. Eines sei noch hervorzuheben: Die Querflöte von Alessandro Mazziotti zieht sich wie ein roter Faden durch die Aufnahmen und der opulente Einsatz von Dub-Effekten schaffen eine satte, Bass-geladene Psychedelika.

Abschließend bleibt nur noch darauf hinzuweisen, dass das Album „fer umme“, wie der Pfälzer sagt, also für umsonst, zu haben ist. „I Neurologici“ sind heute immer noch aktiv und arbeiteten vergangenes Jahr mit Zion Train zusammen.

Bewertung: 4 von 5.

5 Antworten auf „I Neurologici: I Neurologici“

Ich weiß, für meine Verhältnisse bin ich spät dran, was einen Kommentar zu diesem DubWerk betrifft aber manchmal lassen es die „Lebensumstände“ einfach nicht eher zu.

Dabei hat gleich der erste Dub bei mir die allerhöchste Euphorie erzeugt, die Dub bei mir erzeugen kann. Ich schwöre, wenn ich es aufgrund der Rezension nicht besser wüsste, hätte ich Haus und Hof verwettet ( auch wenn ich weder das eine noch das andere habe ), das es sich bei 440 Herz um einen – mir bisher unbekannten – Dub vom Mighty Dub Syndicate handelt. Der Stil ist für mich nahezu identisch und besonders auch das RiddimKeyboard klingt in diesem Dub – für mich – fast deckungsgleich, wie das Keyboard bei den meisten LiveKonzerten, die ich vom Dub Syndicate miterleben durfte. Ich habe es jetzt nicht nochmal genau nachgecheckt aber ich glaube bei Dub Syndicate „Live At the Maritim ( e) Hall“ müsste es ganz gut nachvollziehbar sein, was ich meine. Zumindest in einigen Dubs. Die BassLine hat mich ebenfalls sofort am Haken und dann sind da, so wie auf dem ganzen Album schöne verspielte DubEffekte, die mich zwar nicht an Adrian Sherwood erinnern aber ebenfalls eine gewisse Experimentierfreude erkennen lassen. Die Assoziationen zu den Effekten sind sicherlich nicht bei jedem gleich aber bei mir geht das Spektrum mal wieder weit hinaus ins Weltall und gelegentlich noch „darüber hinaus“. So glaube ich hier, hin und wieder, die Beamgeräusche zu erkennen, die immer dann entstanden sind, wenn „DJ“ Scotty zum Beispiel den Spock mal wieder an Bord oder auch von Bord gebeamt hat. Nicht exakt ( is ja klar ) aber ihr müsst es nur mal mit meinen Ohren hören ;-). Dazu nehme ich manchmal auch Effekte war, die sich anhören, wie die Zündung des Warpantriebs und wenn man erst mal so schnell unterwegs ist, hört der aufmerksame Hörer vielleicht genauso wie ich, die Töne die dann eventuell im WurmLoch selbst entstehen. Ich gebe zu, ich kann das nicht belegen, denn ich war noch nie bei vollem Bewusstsein in einem WurmLoch aber ich bin mir auch sicher, das mich niemand vom Gegenteil überzeugen kann ;-) ……
Ja und dann ist da ja auch noch diese Querflöte, die mich sehr positiv durch das gesamte Album begleitet und vielleicht nur um mich zu bestätigen bei 440 Hz eine Melodie spielt, die mir sofort bekannt vorkam. Jetzt werde ich sogar mal richtig seriös und belege meine Erkenntnis mit unumstößlichen Fakten. Siehe :
https://www.youtube.com/watch?v=hNpEObpmKeA
„People you´ve got it now“ „Roots and Culture“ „Lion Of Judah“ „The Mighty On .U Sound Is in The Area“

Mmmmh, so viel Text und hauptsächlich erst mal nur für den ersten Dub. Ich befürchte, wenn ich so weiter mache, sitze ich hier Montag morgen noch. Es reicht mir aber schon dicke, wenn ich Montag Morgen „wider“ hier sitze.
Der erste Dub ist aber auch echt „zu gut“ und wird aus meiner Sicht nur noch von „SpaziAlRoots“ annähernd erreicht, was meine euphorischen Gefühle betrifft. Auch den Bolero finde ich besonders DrumTechnisch sehr gelungen und überzeugt mich auch durch die schönen verschiedenen Experimente auf der SnareDrum. Ich habe den Dub zunächst als etwas „hakig“ empfunden. Also irgendwie hat der Rhythmus bei mir so ein Gefühl erzeugt, wie wenn man ne trockene Scheibe Brot ist und nix zum runterspülen hat. Oder so ähnlich. Das wird aber durch die punkigen rhythmen echt gut erklärt. Danke RasVorbei !
Ja und ab der Mitte geht der Dub dann auch für mich ab durch die Mitte ! ( Die Formulierung lag jetzt einfach auf der Hand für mich ).

Ich mache es jetzt wie RasVorbei und fasse alle anderen Dubs zusammen. Da ist für mich kein einziger Filler dabei. Die haben wirklich jeder für sich, mindestens einen, ganz speziellen Reiz.
Die Kraft der ersten beiden BassLines lässt für meinen Geschmack ein wenig nach aber die DubEffekte – immer wieder auch ganz besonders auf den Drums – bringen über die gesamte AlbumLänge meine kleinen Gismus in meinem großen DubSchädel immer wieder zum Leuchten.
Die alternate Mixe würde ich als die DubMixe von den vorangegangen Dubs bezeichnen. Auch die haben alle ihren Charme, wenn sie für mich auch nicht ganz so spektakulär klingen, wie die Dubs zuvor. Das kann sich aber mit jedem weiteren Durchlauf der gesamten Scheibe auch noch ändern ……. ( nicht gendern ).

Abschließend möchte ich noch betonen, das ich es nicht glaube, das 440 Hz wirklich nicht vom DubSyndicate selbst eingespielt wurde. Bisher war für mich immer völlig klar, SOWAS kann nur das Dub Syndicate.
Jaja, ich weiß RasVorbei ! Fakten bleiben nunmal Fakten ! Aber es fällt mir wirklich schwer das zu akzeptieren ……………….. ;-)

Ich gehe dann mal wieder ins Tor …………………. lemmi

Ach, ich sehe gerade auf dem Cover, ich habe da noch was vergessen.
Mir war gar nicht klar, das sich die Aliens auf der anderen Seite des Wurmlochs auch für die glorreiche Zeit von Ferrari mit Michael Schumacher interressiert haben.
Oder haben die Italiener diese Zeitung mit auf ihre Reise genommen, um den anderen Wesen des Universums mal zu zeigen, was hier auf Erden sonst noch so abgeht außer
DUB VOM FEINSTEN !

So long ……………………… lemmi aka The HeadWorker ;-)

( außerdem gibts hier auch noch Badminton !!! )

Hi lemmi, Chapeau!

Du hast das absolute Gehör. Auch ich hatte bei „440 Hz“ den Déjà-vu, oder hier dann doch eher den Déjà écouté Effekt. Glaube mir, ich habe mir beinahe den „Wolf“ gesucht, kam aber ums Verrecken nicht darauf. Mit Dub Syndicate war ich zwar auf der richtigen Fährte, trotzdem wurde ich nicht fündig. Klasse, dass du mir jetzt weiterhelfen konntest. Danke dir! Beim nächsten Mal frage ich besser gleich bei dir an ;-)

Die „Jungs“ müssen gut sein.

Das Album gefällt mir auch ausgezeichnet. Für mich muss der Bass nicht immer alles wegblasen. Hier sind es die BassLines und überhaupt das groovige Zusammenspiel der Musiker, die mich in ihren Bann ziehen.

Würde sogar behaupten, die spielen „knackiger“ als Mellow Mood !

Diese Neurologen sind sehr gut für meine Nerven ………… lemmi

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