Lee Perry: Life of the Plants

Und noch ein neues Perry-Album. Der Madman des Reggae ist mit seinen 82 Jahren immer noch erstaunlich produktiv. Allerdings beschränkt sich sein Arbeitsaufwand auf das Nötigste. Bei „Life of the Plants“ (Stones Throw) waren es Aaron Coyes und Indra Dunis (beide bilden die Kalifornische Electronic-Dub-Band Peaking Lights), die  in akribischer Vorarbeit sehr progressive Tracks im Spannungsfeld von Reggae und Elektronik produzierten, während Perry anschließend mit seinen spontanen Vocals in Rekordzeit durch war. Die beiden beschreiben die Recording-Session sehr amüsant: „Die Session fand in den Stones Throw Studios in Los Angeles statt. Perry kam am Morgen, stellte Kerzen auf, verbrannte Salbei, dekorierte den Raum nach seinen Wünschen und begann mit der Aufnahme. Seine erste Gesangsaufnahme dauerte unerwartete 20 Minuten. Studioingenieur Jake Viator verlängerte den Track manuell in Echtzeit, solange Perry weitermachte. Direkt danach free-stylte Perry den Overdub Back-Up-Track in weiteren 20 Minuten.“ Fertig war das Werk. Die EP besteht aus nur drei Tracks und zwei Dub-Versions – alle zwischen 8 und 10 Minuten lang. Die Arrangements sind schön sperrig und könnten als Adrian Sherwood-Plagiat durchgehen. Bei mir verursacht Perrys „Gesang“ stets latenten Stress, den die Musik der Peaking Lights rücksichtslos weiter anfacht. Zum entspannten Genuss lädt das Leben der Pflanzen also nicht gerade ein. Aber als horizonterweiterndes Dub-Experiment lass ich es durchgehen.

Meine Wertung:

6 Gedanken zu „Lee Perry: Life of the Plants“

  1. High René !

    „Bei mir verursacht Perrys „Gesang“ stets latenten Stress, … “

    Inzwischen freue ich mich immer am meisten, wenn Du deine latente Abneigung gegen Perry´s „Gesang“ dezent zum Besten gibst.
    Aus deinem „Munde“ klingt das immer sehr charmant. Hin und wieder geht es mir genauso aber ich glaube insgesamt komme ich mit Perry´s „Gesang“ doch wesentlich besser klar. Auch das Gekrächze bei „Cricket On The Moon“ empfinde ich inzwischen als
    passend und angemessen. Er singt ja, „Kick the Pope in his Ass“ und macht dann die Geräusche nach, die der Pabst dabei wohl von sich geben würde. Nun, in diesem Zusammenhang finde ich Perry´s Interpretation der Situation doch etwas übertrieben aber wenn ich mir vorstelle, das es sich nicht nur um einen einfachen Tritt sondern um die „Birne des Pabstes“ handeln könnte, dann passt es auf einmal richtig gut ;-)
    Ich habe es gewagt, die Dinge auszuformulieren, da ich es nicht für angebracht halte in irgendeiner Form, Rücksicht auf die katholische Sekte nehmen zu müssen. Sollte es den Rahmen doch sprengen, so übergebe ich meinen Kommentar der Zensur.

    Auch bei „Life Of The Plants“ empfinde ich nicht den geringsten Stress. Die Vocals von Lee Perry werden hier wieder schön mit Hall und Echo auf ein überirdisches Level gehoben, so das sie eher wie ein zusätzliches magisches Instrument auf mich wirken.
    Die Riddims passen für mich auch sehr gut als „horizonterweiterndes Dub-Experiment“ wobei man sehr schnell merkt, wie sehr sie dem Vergleich der Riddims auf „Heavy Rain“ nicht im geringsten standhalten können.

    Trotzdem macht auch diese EP bei mir ein gutes DubFeeling ……………………… lemmi

  2. Sorry, wenn ich nochmal nachhake aber ich habe da gerade reingehört.

    Wenn Du mal wieder einen richtigen Shitstorm von mir lesen möchtest, dann rezensiere hier mal Super Ape vs. chinesische Hyroglyphen „Open Door“. Bei dem Schrott würde ich sagen, „Du kommst hier nich rein !“

    Greetings ……………………. lemmi

    1. Hi lemmi,

      da sind wir mal wieder einer Meinung, dieses Machwerk grenzt an Körperverletzung. Ich muss mich dennoch immer wieder sehr wundern, für welchen Schwachsinn Lee Scratch Perry seinen Namen hergibt.
      Alleine der Titel:
      Lee Scratch Perry & Mr. Green – Super Ape vs. ?: Open Door vom Tuff Kong Record Label. ;-)) Schlimmer geht nimmer
      Das japanische Schriftzeichen soll „green“ bedeuten. Naja, wem’s hilft…

      1. „Ich muss mich dennoch immer wieder sehr wundern, für welchen Schwachsinn Lee Scratch Perry seinen Namen hergibt.“

        High Ras Vorbei ! ……. laut Lee Perrys Aussagen in vielen Interviews weiß er oft selbst nicht, wer da so alles mit seinem Namen und seinen Gesangs-Schnipseln Musik rausbringt. Wäre eventuell auch ein Streitpunkt zwischen all jenen, die ihm das glauben und denen, die sich das nicht vorstellen können. Nun, bei all dem Schwachsinn, den es auf der Welt so gibt, bin ich geneigt ihm das zu glauben.
        Das war jetzt auch in erster Linie ein Versuch von mir, seine Ehre zu retten ………………………. lemmi

        1. Dann wollen wir das dem alten Herrn mal glauben, dennoch muss doch die Frage erlaubt sein, wo Mr. Green Lee Perrys „Gebrabbel“ für dieses unsägliche Machwerk gefunden hat.

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