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Roots Organisation: Stricktly Recreational

Ich habe es ja schon so oft gesagt: „Instrumentaler Reggae ist ein gigantischer, supranationaler, omnipräsenter Über-Hype!“ Ehrlich! Hier haben wir wieder ein perfektes Beispiel dafür: „Stricktly Recreational“ von der Roots Organisation. Und wieder kommt dieses Bläser-getriebene, fulminante Werk aus den Alpen – wie zuletzt die „Winds of Matterhorn“. Doch anders als die Winde, verortet sich die Wurzel-Organisation mehr im Klangspektrum des Jazz – was immer auch einwenig nach Ska klingt, obwohl die EP frei ist von entsprechenden Rhythmen. Als Produzent zeichnet aDUBta verantwortlich. Er nahm die neunköpfige Band im Grazer Stressstudio live auf – was hilft, den Sound zu erklären. Da ich Blechbläser im Reggae und insbesondere auch im Dub sehr mag und auch viel mit deren Soli anfangen kann, gefällt mir die EP ausnehmend gut. Der Sound ist luftig, die Arrangements äußerst abwechslungsreich und das Tempo beschwingt. Der Mix vermittelt sogar gelegentlich dezent ein wenig Dub-Appeal. Nice.

Bewertung: 4 von 5.

2 Antworten auf „Roots Organisation: Stricktly Recreational“

Feines Album mir schönen Bläsersätzen, wenn man auch den Mix etwas differenzierter (es müsse nicht alle Instrumente die gefühlt gleiche Lautstärke haben) und basslastiger (Kick-Drum) hätte gestalten können – von wegen Stressstudio (genialer Erklärungsversuch, René).

Ich bin froh, dass sich unsere Musik in den letzten Jahren wieder auf handwerkliches Können zurück besinnt – so mein Eindruck. Mehr davon, pa-lease!!!

Hello EveryOne !

Ich erinnere mich ( ok, zugegeben ich habe auch nochmal nachgelesen ), das mich die „Winds Of Matterhorn“ wegen dem vielen Gebläse nicht so in ihren Bann gezogen haben. Und als ich diese Rezension hier gelesen habe, dachte ich mir, ich könnte mir ein „Reinhören“ sparen, da hier ja wieder ordentliches Gebläse angekündigt wird. Aber ganz so vereingenommen bin ich ja dann doch nicht immer und so habe ich mir die EP – in Teilen – gegönnt. Ich weiß nicht, ob mir das Gebläse auf Dauer nicht doch noch zu sehr zusetzt aber mein Gesamteindruck von dieser EP ist doch eher ziemlich entspannt. Ok, bei „Fuen Fare“ ist schon eine mächtige „Blaskapelle“ dabei aber bisher habe ich den Eindruck, das mir die Melodien sowohl im Ganzen als auch in den Soli ganz gut behagen. Und der Rhythmusteppich ist – für meinen Geschmack – durchaus kunstvoll und vor allem „groovig“ gewoben. Allerdings ist mir das Saxophon ab etwa der Mitte des Tunes doch schon wieder arg an meiner Schmerzgrenze. Alle anderen Bläser spielen in „meinem Frequenzbereich“ und lassen mich diesen Tune ganz gut ertragen.
Richtig geiles DubFeeling bekomme ich bei „Wicked Dub“ ( wo auch sonst ;-) ) Hier treten die Bläser eher als kleine Schnipsel in Erscheinung und der Ryhthmusteppich verfügt, aus meiner Sicht, über ein Höchstmaß an Magie, da die Instrumente bzw. deren Spieler es vollbracht haben, eine echt mystische Einheit aus Klang und rhythmischer Atmosphäre zu schaffen.
Vielleicht versteht man mich besser, wenn ich das mal ganz konkret – auf die Sekunde genau – versuche zu beschreiben. Im „Wicked Dub“ passiert ab Minute 2:36 ein Stimmingswechsel, der für mich, wie so oft im Dub, die Magie erst richtig zum Kochen bringt. Da geht das „Gequäke“ vom Saxophon zuende und macht Platz für Raum und Zeit, so das sich die ohnehin schon geniale BassLine nochmal mehr auf das Wesentliche konzentrieren kann. Dazu werden dann geradezu mystische Klavierschnipsel eingespielt und mit sehr sphärischen GuitarrenAkkorden, am oberen Rand der „Dubmospäre“ zu einem wahrhaft bewusstseinserweiternden Hörerlebnis mit einem „dezenten“ aber sehr gehaltvollen „Dub-Appeal“ gesteigert.
Bei „Strictly Recreational“ zeigt vor allem mal wieder die Querflöte, wie toll sie doch zu unserer Lieblingsmusik passt. Auch QuerflötenSpieler haben es schon geschafft, mich massiv zu nerven aber das passiert zum Glück wirklich selten und hier passt es mir sehr gut. Auch die anderen Instrumente – wie Trompete und Posaune (?) – dürfen hier souveräne und gekonnte Soli spielen, die nicht durch einen hyperaktiven Solisten, der unbedingt seine Virtuosität unter Beweis stellen will, gestört werden. Die BassLine grooved auch hier ganz hervorragend und schafft damit das Fundament für ein gutes Musik-bzw. DubFeeling.
Die Trompete sagt mir einfach mehr zu, als das Saxophon und bei „gtown choon“ erzeugt sie gelegentlich Bilder in meinem Kopf, die mich auch sehr an Clint Eastwood erinnern, wie er mit Poncho und Glimmstängel im Mundwinkel in sein nächstes Abenteuer reitet.
Insgesamt kommen mir die Soli bei dieser EP nicht so überfrachtet bzw. überkandidelt rüber und das in Verbindung mit den teilweise sogar magischen Riddims, verleitet mich durchaus zu sagen, die EP gefällt mir ;-) !

Ansonsten sag ich mal „Sembela Eno“ ohne zu wissen, was das heißt. Aber René, du weißt bestimmt genau, was ich meine. Ich bin jedenfalls verliebt in den Tune und in die Hauptdarstellerin ;-) …….. Shoo bee doo bee doo ….

So long …………………. lemmi

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