Russ D. & The Calabash All Stars: Calabash Dub

Hier haben wir es mit einem wahrlich interessanten Projekt zu tun, das von zwei gleichermaßen interessanten Reggae-Produzenten ins Leben gerufen wurde. Der erste ist Frenchie, jener gebürtige Franzose, den es bereits als Teenager nach London ins Fashion‘s A-Class-Studio zog, und der 1993 das allseits bekannte Maximum Sound-Label gründete, auf dem er bis heute hunderte seiner Produktionen veröffentlicht hat. Der zweite ist Russ D., der unter dem Namen The Disciples zu Beginn der 1990er Jahre im Gefolge von Jah Shaka den UK-Dub aus der Taufe hob. Obwohl Frenchie klar für einen am jamaikanischen Geschmack orientierten Reggae steht, dürstete es ihn gegen Ende des Jahres 2010 offenbar nach heavy UK-Steppers-Sounds. Er zögerte nicht lang und gründete zur Befriedigung seines Verlangens nach Bass das Label Calabash, dessen künstlerische Leitung er sodann in die Hände von Russ D. legte. Dieser begann umgehend, einige von Frenchies Rhythms stepperwise zu remixen sowie eigene, neue Tracks aufzunehmen. Die Früchte der Zusammenarbeit wurden in Form limitierter 12-Inches veröffentlicht (und dann wahrscheinlich nach Frankreich exportiert ;-). So, und nachdem nun die Herleitung schön säuberlich aufgeschrieben ist, kommen wir zum eigentlichen Thema: Die Dub-Versions der Calabash-Produktionen sind nämlich aktuell in Albumform erschienen: „Calabash Dub“ (Maximum Sound). Zehn Tracks schallen uns darauf entgegen. Manche sind brutale Steppers mit heftigem Wumms, andere gerieren sich verhaltener, glänzen dafür mit Vocal-Fragmenten (Yami Bolo, Alborosie, Horace Andy u.a.) und ambitioniertem Mix. Es ginge zu weit, das Album als einzigartige Entdeckung zu preisen, aber eine Menge Spaß macht es doch – nicht zuletzt, weil es einfach schön ist, zu hören, dass Russ D. es immer noch drauf hat.

Meine Wertung:

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