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Stepper Sons: What We’re Made of

Neun Materialien, die das Gerüst unserer Zivilisation bilden: Cement, Petrol, Plastic, Coal, Coltan, Steel, Smoke, Dust, Iron. Dass Stepper Sons aus Bordeaux ihrem Album „What We’re Made Of“ (No Chief Records) eine solche Tracklist spendieren, ist kein dekoratives Gimmick, sondern Programm. Coltan etwa – jenes seltene Mineral, das für Smartphones und Elektronik unverzichtbar ist und dessen Förderung im Kongo mit Bürgerkrieg, Umweltzerstörung und humanitären Katastrophen verbunden ist – steht einfach so im Track-Listing. Kein Erläuterungstext, keine Fußnote. Der Name reicht. Wer zuhört, weiß, worum es geht. Das ist das Selbstverständnis einer Band, die sich durch ihren Namen bereits als Kinder des Steppers deklariert hat und auf einem jungen, militant-unabhängigen französischen Label veröffentlicht: Musik als Haltung.
Und der Sound? Hypnotischer Steppers-Dub, klanglich nah an Techno gebaut – Kanka wäre der naheliegende Vergleich. Was Stepper Sons aber von schlechtem Steppers unterscheidet: Die hypnotische Qualität wird nicht durch Langeweile erkauft. Ein gut gebauter Steppers-Track setzt auf die Kraft der Wiederholung – und genau darin liegt die Gefahr. Wer sich auf das Muster verlässt, ohne es zu gestalten, produziert Metronom. Stepper Sons produzieren Musik.
Überragend dominant ist der Bass. Extrem immersiv, warm, hypnotisch – zu Hause gehört, klappert das Geschirr im Regal. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Produktionsentscheidung: Bass nicht als Fundament, sondern als Hauptstimme. Hier wird nicht gedubbt mit Bass im Hintergrund – hier ist der Bass das Ereignis selbst.
SKP Dub, langjähriger Kollaborationspartner aus demselben Bordeaux-Umfeld, ist auf „Coltan“ dabei; den Remix des Eröffnungstracks „Cement“ liefert Owl Trackers aus dem Pariser Raum. Das Album zeigt, in welchem Netzwerk sich Stepper Sons bewegen: junges, vernetztes, selbstorganisiertes französisches Dub-Kollektiv. Definitiv ein Name, den man im Auge behalten sollte.

Bewertung: 4 von 5.

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