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Subset: Gathering the Threads

Rhythm & Sound – das Berliner Duo Moritz von Oswald und Mark Ernestus – hat in den frühen 2000er Jahren etwas Seltenes geschafft: Sie haben Jamaikanischen Dub und Minimal Techno so ineinander gefaltet, dass eine neue, dritte Sprache entstand – die aber noch immer beide Herkunftssprachen hörbar in sich trägt. Eine Sprache, die bis heute fortwirkt – auch auf der anderen Seite der Erde.
Subset aus Brisbane und das australische Label Primary Colours Music bewegen sich genau in diesem Koordinatensystem. Gathering The Threads (Primary Colours) klingt deshalb wie Minimal Techno – und ist es auch, irgendwie. Der Reggae-Offbeat schimmert aber durch und das hypnotische Dub-Schema kommt voll zur Geltung. Die Grooves sind geduldig, die Arrangements sparsam. Jedes Element bekommt Raum im Mix. Der Bass rollt in langen Bögen, die Dub-Akkorde wandern weich durch das Stereobild, Spring-Hall-Einheiten geben dem Ganzen eine haptische Textur.
Was das besonders schön macht: Diese Musik weiß genau, was sie ist und was sie nicht sein will. Sie sucht keine Auflösung, sondern Spannung – „Dub We Bring“ etwa, der Abschlusstrack, reduziert das Material bis auf ein fast skelettartiges Minimum, in dem der Raum selbst zum Instrument wird. Pugilist, Produzent aus dem gleichen Melburner Umfeld, vertieft in seinem Remix von „Dust Breather“ nochmals das Gravitationszentrum, macht die Atmosphäre dichter, den Groove introspektiver. Ein schönes Beispiel dafür, dass Dub nicht Reggae sein muss – und trotzdem Dub bleibt.

Bewertung: 4 von 5.

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