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Vibronics: Return of Vibronics

The-Return-Of-Vibronics-Cover

Steve Vibronic zählt zu den Urgesteinen der UK-Dub-Scene. Seit ihrem Aufstieg in den 1990er Jahren, ist er einer ihrer produktivsten Akteure – und vor allem einer, der heute noch am Ball ist. Dabei ist er sich und dem Steppers-Style treu geblieben, hat sich aber zugleich weiterentwickelt und seinen Sound stets angepasst und modernisiert. Sieben Jahre nach dem letzten Vibronics-Solo-Album unter eigenem Namen, feiert der Soundman aus Leicester mit „The Return of Vibronics“ (Scoops Records/Jarring Effects) nun sein Comeback – obwohl er eigentlich gar nicht lange genug Weg vom Fenster war, um von einer Wiederkehr reden zu müssen. Erst 2010 erschien sein Album „French Connection“, das in Kooperation mit französischen Artists entstanden war, und 2014 gab’s dann mit „Empire Soldiers“ ein Kolaborationsalbum mit Brain Damage. Steve ist also keineswegs eingerostet – was er mit seinem „Return“ auch eindrücklich unter Beweis stellt. Allerdings zählt er auch nicht zu den Feinmotorikern des Genres – so dass etwas Flugrost kein Problem wäre. Im Gegenteil: Der Name „Vibronics“ steht für harten, kompromisslosen Steppers, so wie ihn Soundsystems lieben. Entsprechend brachial ist Steves Return: Stoisch stampfen seine Drum-Beats durch Bassgewitter, die Hosenbeine flattern und Schädel vibrieren lassen. Die Energie seiner Dubs ist atemberaubend. Vor allem in der ersten Hälfte seines Albums gelingt es ihm, die rohe Gewalt seiner Drum & Bass-Arrangements in reizvollen Kontrast zu gesungenen Melodien zu setzen. So steuern z. B. die großartige Soom T aber auch Macka B, Madu Messenger oder Michael Prophet ein paar Lyrics bei. Vor allem Letzterer liefert mit „Searching for Jah“ einen richtigen Hit-Tune ab. Die rein instrumentalen Dubs der zweiten Albumhälfte könnten allerdings – nachdem sich der Bass-Überwältigungseffekt etwas verbraucht hat – durchaus noch etwas Esprit vertragen. Brutale Bass-Gewalt gepaart mit Witz und Klugheit – das wär doch mal was!

Rating 4 Stars

7 Antworten auf „Vibronics: Return of Vibronics“

Sehe ich auch so. Ich war von seinem Auftritt auf dem Dub Weekender in Wales regelrecht enttäuscht. Nach dieser Erfahrung hat mich das Album dann aber doch positiv überrascht.

Wenn stoisch ein anderes Wort für Stur ist, dann sehe ich das mal wieder genauso wie Du. Ich habe auch das eine oder andere Album von Vibronics aber gerade dieses hier habe ich mir nicht zugelegt, weil es mir zu Stur und zu fantasielos vorkam. Sowas läuft bei Soundsystems aber wohl immer noch am besten, weshalb ich mich auch nach dreißig Jahren Dub-Enthusiasmus nicht zur Dub-Scene dazugehörig fühlen kann. Irgendwo habe ich mal hier bei Dir gelesen, daß die bei Nick Manasseh den Saal verlassen, weil es nicht genug stampft ….. Das kann unmöglich meine Dubscene sein. Soll jetzt aber auch nicht heißen, daß ich niemals nie Steppas – Dub höre. Es is allerdings auch krass, wenn so Dub-Köpfe wie ich diese Scheibe nicht haben wollen, denn wer wenn nicht ich soll diese Scheibe dann noch kaufen ?!? Vielleicht Minimal-Techno-Fans. Auch bei Techno finde ich es immer besser, wenn um den sturen Rhythmus herum, noch etwas mehr passiert. So ein bischen “psychoblingbling” muss schon sein.

“Dubbing Dubbing Psycho ….. Music Killah” ………… lemmi

Habe das gleiche gerade beim Dub-Weekender in Wales wieder erlebt. Adrian Sherwood hat einen sehr ambitioniertes und richtig gutes Set gespielt, das die Leute aber aus dem Saal vertrieben hat, weil es offensichtlich zu kompliziert war. Dubkasm hingegen, haben mit ihrem eher eindimensionalem Set das Haus gerockt. Ich finde, beides hat seinen Platz. Steppers, laut und live ist schon ein einzigartiges, geradezu physisches Erlebnis. Dub zum hin- und zuhören ist aber auch toll. Klasse, dass unser Genre beides so gut bietet.

Hehe, da könnte ich ja jetzt wider schnippich sagen, wenn der Adrian Sherwood hauptsächlich von seinen letzten beiden Solo-Alben aufgelegt hat, wäre es mir wohl auch zu kompliziert gewesen. Zum hotten is das echt nicht so gut geeignet. Ich habe Ihn zu vorletzt vor etwa 10 Jahren live erlebt und fand das Super . Etwa ein Jahr später nochmal auf´m Summerjam. Da bestand die hälfte des Programms aus drum and bass ( pseudo-dub ) . Ich habe aus Anstand den Saal nicht verlassen aber ansonsten nur noch gelangweilt rumgestanden.
Das Problem was unsereins bzw. meinereiner hat ist, das ich Adrian Sherwood schon erleben durfte als er DAS DUB SYNDICATE mit AUDIO ACTIVE als Vorgruppe Live and Direct abgemischt hat und ich aus dem Staunen einfach nicht mehr herauskam. Mit ausgebreiteten Armen bzw. Flügeln wie ein Condor hat er an den Knöpfen und Schiebern seines gefühlt sechs Meter breiten Mischpults rumgeschraubt als ob es keinen Morgen gäbe. Dabei musste er noch wie wild umherspringen, weil auch die Flügel des Condors mit der Virtuosität seines Live-Dubbings an die grenzen des physisch umsetzbaren gelangten. Besser kann ich meine Begeisterung dafür gerade nicht beschreiben und sorry an alle next Generations, sowas gibt es heute leider noch nicht mal mehr von Adrian Sherwood selbst.
Naja, was solls …………………… lemmi

Du hast völlig Recht. Ich finde die neuen Sherwood-Produktionen auch viel zu verkopft. Früher waren sie experimentell und gut, heute sind eher “arty” und langweilig. Habe letzte Tage noch mal das erste Singers & Players-Album “War of Words” (1981) gehört, was mich wieder total in seinen Bann gezogen hat.

Yeah Mann,
ich finde alle Singers and Players – Alben voll Klasse. Ich weiß nicht ob ich damit richtig liege aber diese Musik würde ich als Zeitlos bezeichnen. Ich fand es damals auch immer irgendwie mystisch, daß bei den On-U. Sound Produktionen von 1981 bis …… das Produktionsdatum 1991 bis ….. angegeben wurde. Ein kleiner Gag, der aber die Festlegung auf eine bestimmte Zeit schon ausgeschlossen hat. Nun ist 1991 auch schon lange Vergangenheit und trotzdem haben die Scheiben immer noch volle Durchschlagskraft. ( Jedenfalls bei Dir und bei mir ). Freut mich, daß wir mal wieder darüber gesprochen haben …………….. lemmi

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