Mad Professor and the Robotics featuring Lee Scratch Perry: Black Ark Classics in Dub

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Bei Alben, in deren Titel der Name Lee Perrys auftaucht, bin ich reflexhaft skeptisch. Zu oft schon wurde ich Opfer einer hemmungslosen „Perryploitation“. Doch da Mad Professor eigentlich ein seriöser Typ ist und er zudem clever genug war, neben „Perry“ auch „Black Ark“ in den Titel zu schreiben, klickte ich neugierig hinein, in das neue Album „Mad Professor and the Robotics featuring Lee Scratch Perry: Black Ark Classics in Dub“ (Ariwa). Und siehe da, der verrückte Professor hat tatsächlich mal wieder eine verrückte Idee in die Tat umgesetzt und ein kleines, feines Konzept-Meisterwerk vollbracht: Lee Perry-Klassiker (allerdings nicht nur aus der Black Ark-Ära) nachproduziert und sie zu großartigen, modernen Dubs und Instrumentals verarbeitet. Gelegentlich steuert Perry ein paar Vocals bei, was aber klar geht. Meistens hören wir pure Dubs, virtuos instrumentiert und arrangiert, druckvoll eingespielt und natürlich akademisch-raffiniert vom Professor gemixt. Und obwohl hier alles so schön modern klingt, ist es dem Professor und seinen begnadeten Robotics gelungen, den Vibe der alten Originalaufnahmen herauf zu beschwören. Hätte Lee Perry seine Black Ark nicht zerstört und würde heute noch produzieren – die Chancen stünden nicht schlecht, dass seine Aufnahmen sich genau so anhören würden. Hier sind sie alle, die lieben Klassiker: „Party Time“, „Soul Fire“, „Groovy Situation“, „Roast Fish and Cornbread“, „Zion Blood“ und viele andere mehr. Ich kann das Album gar nicht hoch genug loben. Zu dumm, dass Mad Professor in den letzten Jahren auch so viel mittelmäßige Musik produziert und veröffentlicht hat. Womöglich kostet diese Praxis dem „Black Ark Classics In Dub“-Album jetzt die Aufmerksamkeit, die es verdient hätte, um als neuer Dub-Klassiker in die Geschichte des Genres einzugehen.

Rating 5 Stars

Meine Wertung:

3 Gedanken zu „Mad Professor and the Robotics featuring Lee Scratch Perry: Black Ark Classics in Dub“

  1. High, bin im Moment zu viel auf Achse, deshalb gibt es weniger Kommentare von mir. ( Mag für manche ja ne echte Freude sein ).
    Ich muss mich jetzt hier wieder als Banause outen.
    Zunächst dachte ich nämlich, was hat er denn ? …. was findet Rene´ an dieser Scheibe so gut. Ich habe da öfter reingehört und immer dachte ich, „nee diese Scheibe brauche ich nicht. Zu harmlos, zu seriös und viel zu wenig Schmackes. Im Grunde war ich längst fertig damit. Dann aber hat sie mir ein Kumpel geliehen und ich habe mich mal ganz relaxt zwischen meine Boxentürme gesetzt und zunächst war ich auch immer noch nicht so richtig „druff“. Ich weiß nicht, woran es genau lag ( “ ) aber etwa ab Dub Nr. 6 wurde dann entweder auf der Scheibe oder eben in meinem Kopf ein Schalter umgelegt und ich dachte nur, „was ne geile Scheibe“ !!!
    Die ersten fünf Dubs plätscherten so ziemlich an meinen Ohren vorbei und nun war ich sowohl von den Riddims als auch von der gesamten Dubatmosphäre grenzenlos überzeugt. Die Soundgewürze vom Professor erreichten mich jetzt voll und ich bin seitdem begeistert von dieser Scheibe. Wenn nur nicht immer die ( scheiß ) Arbeit wäre, hätte ich wenigstens die Zeit diese Scheibe noch viel öfter zu hören. Ich hab se mir jetzt nämlich gebrannt.

    Roast, Fish and Cornbread …. Yeah Man !!! ……………………… lemmi

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