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Five Star Review

Jallanzo: Dubbin’ It & Luvin’ It

Da heißt es immer, in Jamaika stünde Dub kurz vor dem ableben. Aber dann zuckt der Intensivpatient doch noch immer mal wieder und versetzt alle anwesenden in helle Aufregung. Zuletzt geschehen bei Teflon Zincfences Album „Dub Policy“. Nun geht wieder eine Schockwelle durch die Intensivstation: Jallanzo veröffentlicht mit „Dubbin’ It & Luvin’ It“ ein großartiges Dub-Album made in Jamaica. Jallanzo?? Ich kannte seinen Namen bisher noch nicht, wohl aber seine Musik, denn der Multiinstrumentalist, Songwriter, Sänger und Dub-Produzent spielte noch vor wenigen Jahren bei der Dubtonic Kru, deren Musik ich sehr zu schätzen wusste. Nun also ein Solo-Projekt – und das in Form eines Dub-Albums! Keine Ahnung, wer hier die Tracks eingespielt hat, ob sie Zweitverwertung sind oder von vornherein als Dubs geplant waren. Ich weiß nur: Sie klingen atemberaubend. So crisp, druckvoll und dynamisch, dass sie schon ein Genuss wären, selbst wenn wenn es nicht dieses perfekte Timing, die schönen Melodien, die ausgeklügelten Arrangements und den inspirierten Mix gäbe. Hier stimmt einfach alles – außer das häßliche Cover. Ein Grund, auf das Vinyl zu verzichten. Der Titel des Albums stammt übrigens von einem Zitat Jallanzos: „Music is my life, my life is my music and I am dubbing it and loving it”. Seit er 13 Jahre alt war, verschreibt sich Jallanzo der Musik. Er arbeitet vor allem als Studiomusiker und ist auf den Produktionen vieler namhafter Artists zu hören. Hoffen wir mal, dass wir seine Musik in Zukunft auch ohne Vocals im Vordergrund werden genießen dürfen.

Bewertung: 5 von 5.

Eine Antwort auf „Jallanzo: Dubbin’ It & Luvin’ It“

Tschuldigung, das wider nur ich mich genötigt fühle hier noch einen Kommentar abzugeben. Aber wenn ein Dub erfreulicherweise mal wieder aus Jamaica kommt, muss ich doch was schreiben ! Geht doch sonst nich …….
Also ich fühle bei Musik aus Jamaica immer genau das, was du hier schreibst René. Vor allem, was das Timing betrifft, scheinen sie immer noch ganz allein das spezielle Geheimnis zu kennen. Mir sagt die „Scheibe“ auch sehr zu aber ich muss hier ein bischen kritisieren, damit sowas in Zukunft nicht wider passiert ;-)
Erst mal das beste vorweg. „Crisp, Druckvoll und Dynamisch“ ( muss in diesem Zusammenhang groß geschrieben werden ) ist auch mein empfinden. „Ausgeklügelte Arrangemants“ und
„inspirierter Mix“ kann ich ehrlich gesagt gar nicht wirklich beurteilen aber mein Empfinden sagt mir doch, da ginge noch mehr.
Womit ich mich dann auch meinen KritikPunkten nähere. Allerdings unter Vorbehalt, da ich die Dubs eventuell doch noch nicht oft genug gehört habe. Jedenfalls ist mein Geamteindruck doch eher so, das, wenn erst mal ein „Arrangement“ gefunden wurde, dies auch von Anfang bis Ende „strictly“ durchgezogen wurde. Varianten innerhalb eines DubTunes sind gefühlt doch eher selten. Am besten gefallen mir hier mal wieder die Effekte auf den Drums. Überhaupt sind die Drums hier für mich das A und O. Der Drummer setzt selbst sehr viele kleine Akzente und diese werden dann durch Effekte nochmals variiert. Das ist für mich schon mal grundsätzlich allerhöchste DubKunst und gleichzeitig schon fast die Grundvorraussetzung für jeden guten Dub. Ausnahmen ….. is ja klar. Die BassLines sind durchweg auf meiner Wellenlänge und obwohl sie manchmal so einfach und simpel zu sein scheinen, das ich mir zutrauen würde, sie auf Anhieb nachspielen zu können, entfalten sie durch das spezielle jamaicanische Timing ihre volle Magie. Sollte der Bassist nicht aus Jamaica kommen, so kann ich ihn trotzdem für sein jamaicanisches Timing beglückwünschen. ( Übrigens : Ich kann überhaupt nicht Bass spielen aber wenn ich die Töne erst mal auf dem BassHals gefunden habe, ist es auch für mich nur noch eine Frage des Timings ;-) und natürlich hängt es auch sehr davon ab, ob ich genug Kraft mit meinen zarten Fingerchen auf die BassSaiten übertragen kann. Das gilt besonders für „Dub Chakra“, wo sich mir die BassLine sofort ganz tief ins Mark eingräbt. Dieses BassGefühl hatte ich zuletzt bei „Rise And Shine“ von Bunny Wailer. Kein Wunder, denn die halbe BassLine ist gefühlt fast identisch. Ok, soweit ist doch eigentlich alles gut.
Nun habe ich aber mal die Frage, ob die „ausgeklügelten Arrangements“ , „der inspirierte Mix“ und nicht zuletzt die „schönen Melodien“ bei „Inna Dub“ wirklich ausreichen, um den Dub ganze „11 Minuten“ auf Spannung zu halten. Mir isses a bissl zu lang ehrlich gesagt.
Und ganz wichtig ist es mir, den Dub „Dub Calling“ hier richtig durch den Dreck zu ziehen. Sorry an alle, die das gar nicht so schlimm finden. Das Fundament Bass und Drum ist perfekt.
Aber dieses komische Geräusch, was sich anhört, wie ein frisch geschlüptes Krokodil mit Schnupfen und hier wie ein PercussenInstrument funktionieren soll, macht den Dub für mich nach spätestens 2 Minuten kaputt. Und das muss ich dann aber noch weitere 5 Minuten ertragen. Sorry, geht nicht. Bei Dub X haben sie auch so einen Effekt, der sich durch den ganzen DubTune hindurchzieht und mich leider auch nicht genug flasht. Is mir zu dominant und dafür nicht genug auf meiner Wellenlänge. Überhaupt geht mir der „Dub X“ gefühlt zu sehr in Richtung eintönigen UK-Dub.
Aber ansonsten finde ich die „Scheibe“ spitzenmäßig und ganz besonders möchte ich „Dub Synergie“ hervorheben, weil der Drummer mich da mal wieder genau an meinem „D-Punkt“
stimuliert hat.
Was wollte ich jetzt eigentlich im Kern sagen ?

Dubbin´ It and Luvin´ It“´………. gefällt mir ;-) ……………………………………. lemmi

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