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King Tubby: The Best of King Tubby

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Schon wieder King Tubby! Gefühlt erscheint jede zweite Woche ein Album des Großmeisters – mit immer dem gleichen, nur jeweils anders nach Themen kombinierten Material. Ich bin überzeugt: jeder seiner Mixe wurde inzwischen bestimmt zwanzig mal veröffentlicht. Discogs.com listet allein 145 Alben unter seinem Namen – nicht mitgezählt sind hier die Rereleases, EPs, Singles sowie Bonus-Dubs auf Veröffentlichungen anderer Artists. Okay, der Mann ist eine Legende, sein Werk famos und überhaupt ist Dub – den er ja bekanntlich erfand – die Basis aller moderner Instrumentalmusikspielarten. Aber rechtfertigt das diese Inflation? Naja, solange sich Geld damit verdienen lässt wahrscheinlich schon. Und vielleicht ist ja die Doppel-CD „The Best of King Tubby“ (Trojan) nun der Versuch, die ultimative Tubby-Compilation heraus zu bringen und endlich einen Schlussstrich zu ziehen. Hat das Release das Zeug dazu? Die CD zum Ramschpreis versammelt die angeblich 40 besten Tubby-Dubs aus dem riesigen Trojan-Konvolut und spannt einen Bogen von „Dub Organiser“ über „Stalag 17“, „Roots of Dub“, „A Ruffer Version“ bis zu „Dancing Roots“. Die zugrunde liegenden Produktionen sind aus der Zeit zwischen 1973 und 1976 und stammen von den damaligen Top-Produzenten wie Bunny Lee, Niney Holness, Lee Perry, Augustus Pablo, Rupie Edwards, Clancy Eccles, Derrick Harriot u. a. Lediglich die Linval Thompson Produktion „King Tubby at the Controls“ ist von 1978 und beschließt das Album – wahrscheinlich wurde sie wegen ihres passenden Titels gewählt, denn es handelt sich nicht um einen Dub. Remastert wurde hier nichts, doch der Sound ist absolut okay. Was also spricht gegen diese Kompilation? Vielleicht, dass man der endlos oft gehörten Tubby-Dubs einfach überdrüssig ist? Gewiss, ein Tubby-Album würde ich kaum mehr freiwillig aus dem Regal ziehen. Doch wenn ich dann doch mal unversehens in einen Dub des Meisters hinein gerate (z. B. wenn ich mal wieder ein Best-of-Album rezensiere), dann zieht mich seine Musik unvermittelt in ihren Bann. Dann fasziniert mich Tubbys eleganter, leichtfüßiger und doch irgendwie auch radikaler Stil genau so wie der reiche, analoge Sound des noch jungen Reggae. Ist ein bisschen wie im Museum: Ich gehe hin, um eine spektakuläre Ausstellung zeitgenössischer Kunst zu sehen und letztlich verbringe ich dann doch die meiste Zeit im Raum der alten Meister. Ob mich ein „Best of Rembrandt“ begeistern würde? „The Best of King Tubby“ gelingt es wider Erwarten – auch, wenn die Compilation ohne Tubbys Signature-Tunes wie „King Tubby Meets Rockers Uptown“, „Waterhouse Rock“, „King Tubby’s Rock“ oder „In Fine Style“, ihrem großspurigen Titel letztlich nicht ganz gerecht werden kann. Das Gute daran: Es bleibt noch Potential für viele, viele weitere Tubby-Compilations.

Rating 4 Stars

Eine Antwort auf „King Tubby: The Best of King Tubby“

145 Alben Minimum ! Ich habe in etwa 5 Alben, wobei da auch schon die meisten Best Off – Alben sind. Da müssten doch noch mindestens 140 x10 =1400 Dubs von ihm sein, die ich noch nie gehört habe. Dennoch kommt mir auch auf dieser „Best Off“ – Scheibe jeder Dub bekannt vor. Naja, ich merke gerade selbst, das die großen Lücken, die ich bei King Tubby habe, nicht mit Best Off – Scheiben ausgefüllt werden können. Ich bräuchte da mal eine „The Worst“ oder „The Wicked, rarest and the baddest off King Tubby“ – Scheibe.

( In der letzten riddim schreibst Du, Dubblestandart hätten auch schon 14 Alben rausgebracht. Ich habe in etwa 5 und dachte das wären alle ??! ) Tiefe Abgründe tuen sich da bei mir auf !

Herzliche Grüße vom Rande des Abgrunds ………………………….. lemmi

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