Lee Perry: Heavy Rain

Da isset endlich – lange von mir herbei gesehnt: „Rainford in Dub“. Sorry: „Heavy Rain“ (On-U-Sound) heißt es natürlich. Endlich die Adrian Sherwood-Kompositionen ohne Lee Perrys „Gesang“, dafür aber mit gelegentlichem Posaunenspiel Vin Gordons sowie mit progressivem, „abstraktem“ Dub-Mixing des On-U-Gotts. Und? Löst das Dub-Album ein, was ich mir gewünscht hatte? Ich muss gestehen, anfangs stand mir eine kognitive Verzerrung im Weg: die Erwartungshaltung. Sie war einfach zu hoch. „Heavy Rain“ hat mich deshalb keineswegs spontan überzeugt. Im Gegenteil: Das Album wirkte unzugänglich und schwach. Komplexe Arrangements, radikales, teils disruptives Mixing und recht zurückhaltender Bass verhindern, dass sich das Album mal so eben im Hintergrund weghören lässt. Doch genau das macht eigentlich seine Stärke aus. Adrian Sherwood hat sich noch nie um Mainstream und leichte Konsumierbarkeit geschert. Er war immer auf der Suche nach herausfordernden Sounds, verstörenden Kompositionen und generell an akustischen Experimenten jeglicher Art interessiert. Deshalb sind er und Lee Perry (eigentlich) auch ein kongeniales Paar. Und deshalb entfaltet „Heavy Rain“ seine volle Wirkung auch erst dann, wenn man sich bewusst zuhörend und analysierend, aber ohne Erwartungen und Vorbehalte in das musikalische Chaos fallen lässt und ganz Ohr wird. Dann offenbaren sich plötzlich Struktur und Ordnung und zuvor verstörende Sounds verwandeln sich in ein Feuerwerk aus unerhörten Ideen und überraschenden Entdeckungen.

Die Spitze des Eisberges bildet übrigens gleich der erste Track des Albums: „Here Come the Warm Dreads“, den – der Titel lässt es vermuten – Brian Eno gemixt hat. Offenbar war er von Perrys legendärem Werk „Revolution Dub“ inspiriert und schaltet auf dem Track munter die Stereokanäle ab und an – und stiftet auch sonst viel Disruption. Ist mir etwas zu gewollt, aber marketingtechnisch ist eine Zusammenarbeit von Sherwood, Perry und Eno zweifellos ein genialer Coup. Meine persönlichen Highlights sind hingegen die beiden exklusiven, neuen Tracks „Dreams Come True“ und „Above and Beyond“. Okay, ehrlich gesagt sind die beiden „klassischer“ und die Beats klarer und reduzierter. Sind die anderen Titel vielleicht doch zu verkopft? Ich würde mal sagen: Die Mischung macht’s. Die beiden Stücke ins Zentrum des Albums zu stellen und damit für eine Verschnaufpause zu sorgen, war jedenfalls eine gute Idee. Also: Lange Schreibe, kurzer Sinn: Rainford in Dub ist tatsächlich ganz unerwartet doch so gut, wie erwartet.

Meine Wertung:

8 Gedanken zu „Lee Perry: Heavy Rain“

    1. Ich wollte eben das selbe hier von mir geben, weil noch hier noch keiner ein Wort über das exzellente Artwork verloren hat… und damit meine ich nicht nur Heavy Rain, sondern auch Rainford und die diversen Vorab-Singles beider Releases.

      Above & Beyond ist Wiederverwertung… minus Sax, plus Violine. Generell ist mir neben den eher in den Hintergrund getretenen Bass auch die geringere Gesamtlautstärke aufgefallen… an und für sich ein gutes Zeichen weil damit u.U. Clippings & Übersteuerungen vermieden werden können (!) und so ein „originärerer“ Sound möglich ist… Aber ich bin mir hiere nicht sicher – der Bass ist zu wenig ausgeprägt, was auch Absicht sein kann… „Dubsetter“ war ja auch so.

      Weiß jemand die Rolle Gaudis bei der Produktion… der Dub-Mix?

      Anyways, schönes Album das klanglich leider nicht den Bauch massiert.

  1. Na Jungs ? ……….. ;-)

    Zunächst dachte ich, ihr wollt mich doch hier nur testen. Von wegen zu leise und zu wenig Bass und so.
    Ich hatte Heute zum ersten mal die Gelegenheit, mehr zu hören, als die Bröckchen, die mir bisher immer nur hingehalten wurden.
    Zudem hatte ich hier gerade meine Anlage neu zusammengestöpselt und ein wenig umgebaut. Dann dachte ich, ach guckste nochmal im DubBlog vorbei und da habe ich dann diese schöne 5 Sterne Rezension gelesen. Dazu noch ein Kommentar, der das mit dem leisen Bass nochmal bestärkt hat. Ich checke also in die Scheibe rein und denke nur , „Hä, wollen die mich veräppeln ?“
    Ich hatte hier den HammerSound !!! Der Bass blubberte mir vom Feinsten um die Ohren und die Lautstärke war auch voll Ok !
    Dazu kam noch, das das was ich hörte, mich regelrecht vom Hocker gehauen hat. Meine Erwartung war nämlich gar nicht so groß, wie die von René, da mich die bekannten Bröckchen noch gar nicht so geflasht haben. Insgesamt und im Detail geht hier aber „richtig was los darein“ wenn ich die Brigitte Nielsen mal zitieren darf.
    Am allermeisten haut mich auch „Above And Beyond“ um. Das ist pure DubMedizin !!! Ihr wisst ja, ich bin BasslineFetischist und die Drums habe ich auch genau so, am allerliebsten. Aber warum kann ich das mit dem schwachen – bzw. „leisen Bass“ nicht nachvollziehen ?
    Ganz einfach, ich habe gerade erst gemerkt, das mein Lautstärkeregeler auf VOLLE PULLE eingestellt ist bzw. war und ich kann
    nur jedem den Tip geben, das auch zu tun, denn dann kann man wieder sagen :

    ON – U. SOUND IS IN THE AREA !!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ………………………………………….. lemmi

    1. lemmi, das mit der Lautstärke und dem Bass merkst Du eindeutig wenn Du Heavy Rain-Tracks gemischt mit anderen Dubs hörst… á la Mixtape. Da fällt der Unterschied stark auf.

      Beim ‚On-U Sound is in the area* bin ich mir gar nicht so sicher. Vielleicht heißt’s mitunter auch „Gaudi is in the area“ oder „Brian Eno is in the area“… ich vermisse die Linernotes und all die Infos die man beim Streamen nicht bekommt… die würden sehr wahrscheinlich Auskunft darüber geben. Mensch kann ja nicht alles ergoogeln :)

      1. Ja gtkriz,

        die Scheibe ist schon ziemlich leise. Ich wollte ja nur in selbstironischer Weise meine Schusseligkeit darstellen, wodurch ich Aufgrund meines „Fehlers“, den Lautstärkeregler zu checken, ein wunderbares Hörerlebnis hatte.
        Das mit dem Mixtape ist dann schon wieder so ein Grund für mich, völlig auszurasten und in Zorn zu verfallen. Die unterschiedliche Lautstärke der Quellen gab es ja schon immer aber mit der alten analogen Aufnahmetechnik mit Mischpult und Aussteuerung konnte ich das FRÜHER !!! immer ziemlich gut kompensieren, so daß die gemischten Tapes bzw. Cd´s doch einigermaßen „homogen“ bzw. gleich laut ausgesteuert waren. Ich habe so was inzwischen auch schon mal als Computerprogramm ausprobiert aber da muss es wohl große Unterschiede in der Ausführung geben. Mein guter alter Cd-Brenner von Philipps hat das immer wunderbar hinbekommen. Da stimmte alles. So wie ich die Bässe bei der Aufnahme gehört habe, waren sie am Ende auch bei der Wiedergabe. Bei dem (scheiß ) Computerprogramm bestand ein eklatanter Unterschied zwischen Aufnahme und Wiedergabe. Die Aussteuerung gelang wenn überhaupt nur zufällig und zudem macht das überhaupt keinen Spass, wenn ich es mit der tollen Technik davor vergleiche. Mein Leben war einfach und klar strukturiert. Jetzt versinkt es in Chaos und Deprimation, weil mir ein wesentlicher Spaßfaktor im Leben, von schlechten Innovationen, die das Leben nur komplizierter aber nicht einfacher gemacht haben, geraubt wurde. Mein Jaulen möge über sämtliche Hügel und Täler zu hören sein …………..
        „On – U. Sound is In The Area“ bzw. On – U. Sound, steht ja zumindest unten drunter. Auch bei Spotify. Typische „Adrian Sherwood Effekte“ kann ich bei „Heavy Rain“ bisher noch nicht zu 100% ausmachen. Habe sie erst einmal gehört und bin zunächst mal vom Gesamtergebnis begeistert. Aber auch wenn hier der gute Adrian gar nicht so viel selbst gemixt hat, spüre ich allein durch die Art der Musik, das es sich hier um On-U.Sound handelt. Dafür stehen für mich allein schon die Musiker.

        Nun ja, ich hoffe natürlich sehr, das die Scheibe demnächst auch in „goldenem Vinyl“ bei mir zu Hause stehen wird. Normalerweise sollten da die wichtigsten Infos hinten drauf stehen.

        Auf jeden Fall würde ich aber auch sagen, das Brian Eno und Gaudi bei On-U.Sound herzlich willkommen sind.

        Irgendwer hat hier mal geschrieben, das Spotify immer noch keine schwarzen Zahlen schreibt. Da mache ich mir echt große Sorgen um die schönen Dubs von AlDubb über Richie Phoe bis hin zu Zion I Kongs, die ich leider alle nur in einer Art Leihbibliothek zur Verfügung habe. Da darf ich gar nicht dran denken, sonst fange ich schon wieder an zu jaulen. Auch wenn der Papst da jetzt nicht direkt was dafür kann, so möchte ich doch gern Lee Perry zitieren :

        „Kick the pope in his ass“ …………………………………….. lemmi

        1. auch wenns offtopic ist: Um Spotify braucht sich niemand zu sorgen. Warum?
          Das Geschäftsmodell der Streamingdienste setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Bequemlichkeit und digitale Enteignung.

          Bequemlichkeit ist klar – selbst vielen die gar keine großen Musikfans sind und eh immer das selbe hören ist es ein paar Euro im Monat wert die Lieblingsmusik werbefrei und in ordentlicher Qualität sofort verfügbar zu haben.

          Digitale Enteignung: beginnend Ende der 90er Jahre wandelt sich das unlizensierte Kopieren von Musik mittels CD-Brenner und bald darauf Downloads innerhalb von knapp 10 Jahren vom Nerd-Hobby zur gelebten Normalität breiter Teile der Bevölkerung. Daraufhin schießt die (Mainstream-) Musikindustrie wild um sich, treibt ab etwa 2005 durch dubiose Kanzleien mit dem weltweit ziemlich einmaligen Werkzeug der Abmahnung + strafbewehrten Unterlassenserklärung zehntausende Musikfans in finanzielle Nöte bis hin zur Privatinsolvenz.
          Ab Ende der 00er Jahre versucht die Mehrheit der o.g. Gruppe zunehmend legal zu konsumieren: die einen (anspruchslosen) hören Musik über Youtube (mit allen bekannten Nachteilen wie niedrige Audioqualität, Videozwang und Werbung), die anderen nutzen die dank Apple entstandene Möglichkeit des Single-Dateikaufs per Shopsystem. Die Anzahl der Anbieter steigt. Gekauft werden Dateien, meist mit digitalem Wasserzeichen, bis auf anfängliche Krücken immer mit der Möglichkeit die Datei auf kompatiblen Geräten abzuspielen und zu kopieren (sei es zwecks Backup oder um Freunde zu beglücken).
          Als nächstes kommen die Streamingdienste, und nehmen einem auch noch die Datei weg. Für die Musikindustrie ist das eine Win-Win-Situation, auch wenn sie gewohnheitsmäßig rumheult. Aber das tut sie seit der Verbreitung des Tonbandgeräts. Win-Win, weil pro Abspielvorgang die Kasse klingelt und die ganzen Daten bekommt: wer streamt wann was? Daraus lassen sich nicht nur tolle pseudo-individuelle Wiedergabelisten erstellen, daraus lassen sich auch Fließbandhits zielgruppengerecht produzieren. Mit einer Präzision die selbst Dieter Bohlen für das geschmacksamputierte Privatfernsehpublikum nicht hinbekommt. Künftig bestimmt auch per KI.

          Als Fan von Randgruppenmusik hat man es bei Streamingdiensten etwas schwer. Ich hatte mal ein paar Monate Spotify, dann Tidal.
          Einerseits ist es natürlich toll die Verfügbarkeit zu haben, und man lernt ne Menge kennen. Andererseits nahm bei mir das Gefühl der Austauschbarkeit immer weiter zu. Warum soll ich jetzt den letzten Panda Dub Release noch mal hören wenn ich gefühlte zehntausend bisher ungehörte potentielle Dub-Perlen in der Schleife habe? Für mein Empfinden entwertet das die Musik und macht sie zur ständig verfügbaren Massenware, stärker als illegale Downloads wo man irgendwie noch das Gefühl hatte was tolles ergattert zu haben.
          Dann kommt dazu dass man von einem Lied mehrere Versionen kennt und eine besonders liebt. Bei mir ist das oft die in limitierter Auflage gepresste 7″, die noch nicht ganz perfekt gemasterte zuerst veröffentlichte Version. Beim Streaming erwischt man dann das ganze Album auf dem der Song auch drauf ist, aber seelenloser gespielt und anders gemastert. Dazu kommen die ganzen Songs die man aus den guten Soundsystem Sessions kennt… die Roots Tunes, die auf irgendwelchen Labels veröffentlicht wurden und für 30 EUR aufwärts auf discogs angeboten werden… wenn es davon einen CD-Release gab dann war der auch schon enttäuschend.
          Zuletzt bei Tidal hatte ich das Gefühl dass meine Musik dort maximal zur Hälfte verfügbar ist. Spotify mag etwas mehr haben, vermutlich haben die hundertmal so viele Kunden und deshalb auch mehr gelistete Labels, dennoch habe ich da sehr vieles einfach gar nicht gefunden.

          an Lemmi: machs wie ich, erstell dir 31/46min lange Spotify-Playlists und klemm das Tapedeck an den Rechner. Gut, bei mir ist es MiniDisc (weil ich vor kurzem 150 MDs auf dem Sperrmüll gefunden habe und mein 90er Jahre Sony MD-Recorder noch 1a läuft, anders als die ebenfalls jahrelang vernachlässigten Bandgeräte, andere Geschichte). Was im Selbstvertrieb bei bandcamp ist kann man guten Gewissens kaufen, da kommt ne Menge bei den Künstlern an und man hat optimale Dateiformate (FLAC fürs Archiv oder den CD-Brenner und kompakte m4a Dateien fürs Smartphone). Was richtig geil ist und als Vinyl oder CD angeboten wird das kauft man halt :) Tendenz bei mir steigend, da viel Roots repressed wird.

          Zur Hoch-Zeit der illegalen Downloads wurde viel über eine Kultur-Flatrate diskutiert, da wir bedauerlicherweise immer noch im Turbokapitalismus leben hat es jetzt eben der Markt geregelt und wir haben Spotify und Netflix, samt diverser Konkurrenten.
          Für die Musiker ändert sich praktisch nichts, die waren immer arm (Top 10 meinetwegen ausgenommen, wenn sie mal nicht von Produzenten und Labels ausgenommen werden/wurden).
          Für die großen Labels ist es den Umständen (die Reproduktionstechnik ist vollständig demokratisiert. WIR haben die Maschinen um immer weiter zu kopieren!) entsprechend total super, weil sie trotz unbegrenzt verfügbarer Kopiermöglichkeiten steigende Absätze haben. Und genau deshalb sind Streamingdienste „here to stay“.
          Kleine Labels und unabhängige Künstler profitieren von günstiger Technik und niedrigschwelliger Vertriebsmöglichkeiten.
          Musikkonsumenten aller Coleur haben zunehmend goldenere Zeiten und können zwischen sehr vielen guten Angeboten wählen. Ich habe z.B. allein aufgrund der Youtube-Kanäle „RasDashanSound“ und „MysticRevelation“ fantastische Schätze an Roots/Dub entdeckt und dieses Jahr mehr Vinyl gekauft als zwischen 1990 und 2014 zusammen, und mehr Geld für Musik ausgegeben als je zuvor in einem Jahr. Das meiste davon findet man nicht bei Streamingdiensten, praktisch nichts als Version.

          Falls Spotify etc. irgendwann die Preise erhöhen werden ein paar Nutzer abspringen oder den Anbieter wechseln. An eine Rückkehr zu illegalen Downloads glaube ich im Zeitalter der Totalüberwachung nicht, Babylon Shitsdem hat ganze Arbeit geleistet. CD-Brenner sind im Massenmarkt genauso belanglos wie CD-Player. Die Möglichkeit einzelne Songs analog mitzuschneiden wird es solange geben wie analoge Signalwege im Massenmarkt verfügbar sind, die Entwicklung geht aktuell weg davon (siehe Audio über Bluetooth, WLAN, im professionellen Bereich Dante). Pro-Equipment mit analogem Eingang wird es wohl noch eine Weile geben, und Kopfhörer-Wandler arbeiten immer noch elektromagnetisch, wenn auch mit Class-D-Amp und DSP-entzerrt sodass man dort selbst mit Technik-Skills keine richtig gute Kopie abgreifen kann. Wir werden sehen was die Zukunft diesbezüglich bringt, ich setz derweil die Nadel in die Rille und mach die Augen zu.

          naja, nur meine 2cents dazu :) Heavy Rain gefällt ganz gut, der Sound ist für meine Ohren exzellent. Ob ich es allerdings ein drittes Mal höre weiß ich nicht. Gründe stehen oben irgendwo im Text.

          1. „Wir werden sehen was die Zukunft diesbezüglich bringt, ich setz derweil die Nadel in die Rille und mach die Augen
            zu“.

            Das ist in der Tat auch meine Lieblingsbeschäftigung. Nur eben sehr schade, das das nicht mit Richie Phoe oder den Zion I Kings geht.
            Ich höre da auch bei Dir eine gewisse Übersättigung raus, wenn du sogar „Heavy Rain“ wahrscheinlich nicht mehr hören wirst, weil eben noch jede Menge anderer guter Stoff „in der Schleife“ darauf wartet, ebenfalls gehört zu werden. Ich möchte „Heavy Rain“ noch mindestens 100 mal hören und das Cover dabei an meinem Bauch reiben.
            Aber allein diese Scheibe – die früher in jedem Plattenladen gestanden hätte – muss ich kompliziert im Internetz bestellen. Jedenfalls ist mir die Bezahlung immer noch zu kompliziert.
            Ich oute mich dabei zwar als „Vollhorst“ aber ich habe es noch nicht mal geschafft, Spotify Premium zu kaufen, da ich die Bezahlung mit Pay Pal immer noch nicht hinbekommen habe. Als ich den „Lückentext“ für die Bezahlung fertig ausgefüllt habe und auf „Weiter“ geklickt habe, erschien lediglich eine Meldung, die ich bis heute nicht verstanden habe. Meine Kollegen meinten, ich solle doch lieber beim „Pizza-Bringdienst“ weiter arbeiten,,da ich es wohl als einziger Mensch auf der Welt geschafft habe, die wichtigsten Schritte bei der Pay Pal – Anmeldung nicht komplett eingehalten zu haben. Da war wohl noch irgend so eine 1 cent Überweisung mit angehängtem Code, den ich auf irgendeinem meiner Kontoauszüge gefunden hätte, wenn ich mir bei meinen K-Auszügen mal mehr anschauen würde als meinen aktuellen Kontostand. Also ich bin für das „normale Leben“ , so wie man das heutezutage lebt, einfach nicht geschaffen. Immerhin bin ich soweit, das ich mit Einzugsermächtigungen inzwischen klar komme. Dafür habe ich auch eine lange Zeit gebraucht. Und jetzt wo ich das endlich hinbekomme, ist die Welt schon wieder viel weiter und ich werde schon wieder genötigt, etwas zu tun, was ich persönlich für mein Leben niemals gebraucht hätte…… Dabei ist bezahlen mit Pay Pal echt ganz simpel, das ist mir schon klar aber meine innere Abneigung und mein Misstrauen blockieren mich dermaßen, das ich mir, im übertragenen Sinne, noch nicht mal die Schuhe selbst zubinden kann.
            Jetzt kommt aber noch das ganz große „ABER“ ropp auff !
            Meinst du echt, ich sollte nochmal mein altes Tapedeck wieder aufbauen ? Liegt eigentlich noch genau neben meiner kompletten Anlage auf dem Fußboden. Das wäre überhaupt kein Akt aber gibt es denn überhaupt noch Cassetten ?
            Rohlinge für meinen Eins A Cd-Brenner gibt es auch im gesamten Internetz nicht mehr zu kaufen.
            Dazu kommt noch, das ich Richie Phoe und Zion I Kings auch auf Cassette nicht akzeptieren würde. Etwas auf Cassette zu haben, war bisher auch immer nur die Notlösung, damit ich zum Beispiel die geilen Vinyl Scheiben von meinem alten Kumpel überhaupt Zuhause hören konnte. Inzwischen habe ich mir die wichtigsten Scheiben nachgekauft.
            Spotify und Co. sind für mich daher auch nur eine Notlösung. Es will mir immer noch nicht in den Kopf, warum wir es nicht zur Vollendung bringen. Im Internet wird gecheckt, was so geht, dann wird bestellt und ab 10 Scheiben wird gemastert und gedruckt.

            Manchmal denke ich, im Grunde meines Herzens will ich einfach nur zurück in Mama´s Bauch ………………. lemmi

          2. Heyii ropp auff
            danke für deine langen ausführungen über die musikindustrie und streamingsienste… ich tue es mir nach wie vor an, alle meine musik selbst zu besitzen (neuerdings hauptsächlich digital, aber immer wieder auch ab vinyl)… und da ich auf der endlosen suche nach dem absoluten album bin (jäger und sammler lässt grüssen), wird das so wohl weitergehen… von der schweiz aus ist das downloaden ohne bezahlung momentan noch (legal?) möglich und ich tue es in grossem stil… habe aber null schlechtes gewissen, da ich ebenfalls in angemessenem stil für die mucke, die ich unbedingt will, bezahle und viele konzerte besuche… und ich denke mir, dass selbst der eigene stream ab meiner eigenen hd registriert wird (sowohl von itunes als auch z.b. von musicbee… letzteres ist meiner ansicht nach die beste app, um digitale grossbibliotheken zu verwalten, und ich habe gerade an die 35’000 alben und jede woche kommen neue hinzu…). solange dein gerät am netz ist, wirst du in irgendeiner form getrackt werden… alles andere ist illusion!

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