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Papa Dee: Sir Pinkerton Investigates Another Murder in Red Hut Studio

Ah… wunderbar! Wieder ein Dub-Counterpart zu einem Vocal-Release – wie sich’s gehört, meine ich. Eines bedingt das andere und überhaupt: One foot can’t run. Ich präsentiere also „“Sir Pinkerton Investigates Another Murder in Red Hut Studio“ (Red Hut Studios) – das Dub-Album zu Papa Dee’s vorjährigem, eher schlicht benannten „The Red Hut Sessions“-Release. Die Vorfreude darauf war meinerseits groß, gab es doch schon einmal von Papa Dee eine sehr schöne Vocal/Dub-Kombination, die zwar eine etwas schräge Erscheinungshistorie hat, aber auf ganzer Linie überzeugte: „Papa Dee Meets the Jamaican Giants“ und „Papa Dee Meets the Jamaican Giants vs. Internal Dread: In Dub“.

Mit den „Jamaican Giants“ ist es diesmal nichts geworden; „Sir Pinkerton“ ist schwedischer als schwedisch (wie Wasa Knäckebrot möchte ich fast sagen, aber das haben sich längst schon die Barilla-Nudelkocher einverleibt). Zur Erklärung: Papa Dee ist Schwede, die Musiker sind Schweden; Studio, Aufnahme, Mix, Mastering: alles in Schweden, durch Schweden & von Schweden. Was soll ich sagen: Europe rules, zumindest was klassischen (Roots-)Reggae und Dub betrifft. Die werden hier seit geraumer Zeit sehr gut, mit Liebe zum Detail und mit viel Respekt vor den ganz Großen gemacht. Kein Wunder, dass für uns so manche europäische Produktion jamaikanischer als der dortige Output klingt.

Zurück zu Papa Dee und seinem Dub-Release: Das große, nicht ganz unwitzige, in Variationen schon öfter untergekommene Thema sind hier Mordfälle, in denen die berühmte „Pinkerton National Detective Angency“ Ermittlungen durchführt – und zwar durch Begründer Sir Pinkerton höchstpersönlich. Was das mit der Musik zu tun hat? Rein gar nichts; Titel wie „Serial Killing“ oder „Pure Murder Dub“ sind wohl irgendwie auch als Anleihe an jamaikanische Vorbilder zu verstehen. 

Schlußendlich kann man über „Sir Pinkerton investigates…“ (die Albumtitel-Länge ist wirklich Marketing-feindlich) viel Gutes sagen: Schöne, handgeklöppelte Riddims, feiner Klang und ein gelungener, klassischer Dub-Mix, der der Echo-Schleife durchaus schon mal ordentlich Zeit einräumt – King Tubby lässt grüßen! Einzig störend der eine Rocksteady- (oder doch Ska?) Track, was allerdings mehr oder weniger einer persönlichen Abneigung geschuldet ist. Raus mit dem Teil aus der Playlist und alles ist wieder gut & empfehlenswert.

Bewertung: 4 von 5.

7 Antworten auf „Papa Dee: Sir Pinkerton Investigates Another Murder in Red Hut Studio“

„Ja, Borussen Bernie hier“ …… ach nee, ich bins nur, der lemmi.

Also ich bin echt ganz einfach gestrickt. Erst neulich schrieb ich noch, „ich bin mir sicher, das ich bald auch wieder über sehr gute Riddims schreiben darf.“ Und mir war auch klar, das das nicht lange auf sich warten lässt.
Mein erstes Hörerlebnis mit dieser „Scheibe“, war vollkommen unvoreingenommen. Ich kam mal wieder in mein Büro und hier lief – wie fast immer – die „Deep In Dub Extended Version“.
Es war grad der Moment, wo der „Feedback Stabber Dub“ lief und ich punktum so ein Gefühl bekam, als ob man ohne Skier, lediglich durch den Schnee wandernd und dessen schon eine Weile überdrüssig, endlich in eine richtig schöne warme Skihütte kommt. Der Duft von hausgemachter Gulaschsuppe steigt einem in die Nase und die wohlige Wärme breitet sich langsam aber stetig im ganzen Körper aus. Ein Ort, für den es in diesem Moment keinen besseren Ersatz geben könnte außer vielleicht im Leib der eigenen Mutter.
Ja …. und darauf hin, musste ich die schöne „Scheibe“ natürlich nochmal auf Anfang scrollen. Alles, was ich zu hören bekam, hat mich sofort in den TraumUrlaub geschickt. Da ist es wirklich ein Vorteil, das ich so einfach gestrickt bin. Gib mir solche Riddims mit diesen fantastischen Basslines und du kannst den Dub im Prinzip schon fast weglassen ……………
Upps ….. hab ich das grad echt geschrieben ?!? Ich muss wohl nochmal ins Bett. Naja, ich wollte ja nur halbwags klar machen, wie diese Riddims bei mir reinhauen. Aber auch in Sachen DubAtmosphäre und den damit verbundenen technischen Spielereien, ist diese Scheibe genau richtig für mich.
Die „Geschichte“ mit den „Giants“ fand ich schon richtig klasse aber ich muss sagen, das diese Dubs hier doch – für meinen Geschmack – etwas mehr in meinem Bauchnabel prickeln. Irgendwie klingen die nicht so brav, wie bei den „Giants“. Hier is für mich eine ganze Menge mehr los. Und da ich den SkaRythmus ebenfalls sehr schätze ( oder war es doch „schnelles“ RockSteady ? ), bin ich auch damit sehr zufrieden. Den Schweden muss ich ein großes Kompliment machen, denn sie spielen diese jamaicanischen Riddims so, als ob sie selbst auf der Insel geboren wurden. Diese Riddims haben einen Charme, den es so nur auf Jamaica gab. Und diesem Charme bin ich hoffnungsvoll ausgeliefert. Und wenn überhaupt irgendwas gut ist, dann das.

Ich hoffe sehr, egal wie schräg die Erscheinungshistorie auch sein wird, das ich diese „investigativen MurderStories“ sowohl in der Vocal – als auch in der DubVariante, bald oder wenigstens irgendwann, auch Zuhause in fester Form, zu meinen Schätzen hinzufügen kann.

„Secret Laboratory, Scientific Dancehall“ …………………………………… lemmi

Gulaschsuppe? Apfelstrudel!!!

Bei mir liegt die „Jamaican Giants“ Vocal/Dub-Kombi vorn, weil
1) zwei meiner absoluten Lieblingstunes* – Gregory Isaacs‘ „If I don’t have you“ und Dub Syndicate’s „One in a Billion“) vom Papa ziemlich gut gecovert werden
2) der Dub Mix von Internal Dread imo spannender ist

Vom Sound her hat eindeutig Sir Pinkerton die Nase vorn… es liegen halt doch +/- 10 Jahre zwischen den Aufnahmen.

*Könnt‘ gut sein dass ich gar nicht mehr absolute Lieblingstunes habe…

Das stimmt gtkriz !

Die Coverversion von „One In A Billion“ ist richtig gut geworden.
Bei so einer OriginalVersion wie vom DubSyndicate muss man aber auch alles geben, um das nicht zu verhauen. Die Version von Papa Dee ist ( ich habe gerade einen Knoten im Hals, weil mir das so schwer von der hand geht ) eventuell sogar noch ein wenig sympathischer, weil Papa Dee im Vergleich zu Capleton doch besser singen kann, wie ich meine. Der Satz war jetzt echt schwer für mich aber geht schon in Ordnung.

„Work It“ ………………………. lemmi

Luciano, lemmi.
Luciano singt „One in a Billion“ auf „Acres of Space“, Capleton macht darauf den Track „Time“.
Papa Dee hält sich imo sehr an die Version von Luciano (siehe/höre Anfang „Bless us, Bless us Negus…“)

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