Seit nunmehr über 20 Jahren haben es The Expanders geschafft, ein breites Publikum mit ihrer Interpretation des Reggae aus der Blütezeit zu begeistern. Die beiden Gitarristen John Butcher (Gitarre, Gesang) und Devin Morrison (Gitarre, Gesang) sind zusammen aufgewachsen und wurden nach eigenen Angaben von der Plattensammlung des berühmten Reggae-Archivars Roger Steffens geprägt, die einen Großteil ihrer Leidenschaft und ihres „Reggae-Wissens“ ausmacht. Die aus Los Angeles stammende Band spielt den klassischen Roots Reggae der 70er und frühen 80er Jahre mit einem schönen Schuss kalifornischen Feelings. The Expanders formierten sich im Sommer 2003 und arbeiteten in der Zeit von 2006 bis 2010 an ihrem selbst betitelten Debütalbum mit Eigenkompositionen, das schließlich 2011 bei Man-Like Records veröffentlicht wurde. Eine weitere ganz wesentliche Person ist der Grafikdesigner, Toningenieur und Bassist J Bonner aka The Dub Adventurer, dem es gelang, den von der Band angestrebten „jamaican Retro-Sound“ exzellent einzufangen. Man kann sagen: Durch seinen Beitrag am Debütalbum der Expanders wurde er regelrecht zum unverzichtbaren Protagonisten. Kennengelernt hat die Band J Bonner Mitte der 2000er als Bassisten der Aggrolites. Gemeinsam begann man an den ersten offiziellen Studioaufnahmen zu arbeiten. Zusammen mit seiner Frau Nick Idem gestaltete J auch das epische Albumcover. Die Aufnahmen des gerade wiederveröffentlichten Debüts fanden im Killion Sound Studio in Los Angeles statt. Danach wurde das Album in J’s Studio abgemischt. Dabei entstanden auch komplette Dub-Versionen und zwei Disco-Remixe der meisten Stücke im klassischen Dub-Mixing der 70er und frühen 80er Jahre, die bis heute unveröffentlicht blieben. Darum freut sich die Dub-Gemeinde umso mehr, dass die Aufnahmen „The Expanders: Merciless Dub – The Expanders Dubwise at J’s“ (Easy Star Records) endlich auch veröffentlicht werden. Wäre echt schade gewesen, wenn nicht. Auch dieses schöne, etwas martialische Cover stammt von J Bonner.
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The Expanders: Merciless Dub – The Expanders Dubwise at J’s

2 Antworten auf „The Expanders: Merciless Dub – The Expanders Dubwise at J’s“
„Hustling Culture“ habe ich mir 2015 von The Expanders zugelegt. Danach habe ich sie wieder aus den Ohren verloren. Nicht, weil mir das Album nicht gefiel, sondern weil mir die anderen Alben einfach entgangen sind oder weil sie meinen Soundcheck nicht bestanden haben. Jetzt lese ich, z.B. bei Wikipedia, dass sie auch zwei Alben mit Coverversions aus Jamaika produziert haben. Ich muss ehrlich sagen, dass mich solche Coverversions nicht wirklich interessieren, denn – aus meiner Sicht – war das der Anfang vom Ende meiner sehr guten Beziehung zu UB40. Die haben das zwar alles gut gespielt und besonders auch Live richtig gut auf den Punkt gebracht, wenn ich mich nicht irre. Aber mir war der Stil von UB40 lieber, als sie noch ihre eigene „Definition“ von „JAZZ DUB REGGAE“
als wirkliche Innovation zum Reggae beigetragen haben. Das soll aber nur erklären, warum ich da bei den Expanders nicht weiter geforscht habe. Kann durchaus sein, dass mir dadurch auch ein paar schöne Coverversions durch die Lappen gegenagen sind.
Bei „Hustling Culture“ ist es ihnen – meiner Meinung nach – sehr gut gelungen, besonders BassLines mit jamaikanischem Flair zu erzeugen oder eben doch nur zu covern. Auch „Meciless Dub“ ist in dieser Hinsicht sehr gut gelungen. Leider hat man soagar teilweise Versucht, den „schlechten Stil“ vom Channel 1 zu reproduzieren. Es raschelt doch zum großen Teil gewaltig. Bei „Snowbeast“ klingt es so, wie ich Musik eigentlich nicht hören will. Bin da aber auch wahrscheinlich zu überempfindlich. Ansonsten ist da von der BassLine bis zu den Effekten alles ganz nach meinem Geschmack. Ganz besonders gut haben sie meinen Geschmack mit „Dub In The Valley“ und „Race Is Dub“ getroffen.
Da schmelze ich wieder mal dahin ! Insgesamt fällt mir auf, dass die Dubeffekte schon ziemlich knackig sind, in ihrer Diversität aber noch Luft nach Oben haben. Das ist aber – wenn überhaupt – Meckern auf sehr hohem Niveau. Es ist ein schönes Album, auch wenn ich mich mit dem insgesamt etwas gratigen Sound auf Dauer noch anfreunden müsste. Is komisch bei mir. Eigentlich brauche ich gar nicht so einen glattgebügelten Sound, bilde ich mir immer ein. Tief in mir drin scheint mir aber ein perfekter Sound doch sehr am Herzen zu liegen. Ich finde aber doch, dass hier besonders die Drums und gegebenenfalls auch die Gitarre und gelegentlich auch andere Instrumente ein wenig garstig ausgesteuert wurden. Das war bestimmt Absicht aber nimmt der Dubatmosphäre doch auch ein wenig Magie weg. Wohlgemerkt ! Mein Gefühl dazu ! Kann man bestimmt auch alles ganz anders sehen, bzw. hören.
Egal ! Über dem Strich bleibt es ein tolles DubAlbum !
„Stop The Violence“ …………………. lemmi
Die Expanders haben einen unglaublichen sound. Das 2017er Album „Old Time Something Come Back Again, Vol. 2“ mit erneuten Coverversionen z.B. ist ein absolutes BRETT. Live Brett > siehe Sugarshack Sessions, auf Vinyl Brett. Klar hört man bei manchen Eigenkompositionen „die Amis“ raus, aber hey… Auf das Dub-Album warte ich schon länger, ist mir aber bisher noch nicht „über den Weg gelaufen“…