Viele werden sich am Kopf kratzen und feststellen: „De Soto sagt mir bislang nix“. Die Senior Allstars dagegen sollten allen Leser*innen des Dubblog relativ bekannt sein. Markus Dassmann (Bass, Gitarre, Keyboard/Orgel, Melodica, Perkussion), der Spiritus Rector der Senior Allstars und Martin Musch (Schlagzeug) haben sich bereits vor einiger Zeit unter dem Label Ancient Mountain Records zusammengetan und einige interessante Sachen veröffentlicht. Mit „Silverado Days“ (De Soto/Echo Beach Lifefidelity) veröffentlicht nun Markus Dassmann unter Mithilfe von Martin Musch sein erstes Soloalbum. Darauf bekommen wir die Musik geboten, die Markus mit den Senior Allstars seit vielen Jahren zum Besten gibt: Instrumentals mit klassischen jamaikanischen Klängen, Rocksteady und gelegentlichen – hier leider recht sparsam gesetzten – Dub-Elementen. Was einige stören dürfte, ist der relativ häufige Einsatz der Melodica, die doch stellenweise etwas zu gleichförmig klingt. Vielleicht könnte Herr Dassmann mal darüber nachdenken, ob statt dessen der Einsatz eines Akkordeons oder Bandoneons mal eine reizvolle Alternative wäre. Die elf Songs, die allesamt Originalkompositionen des musikalischen Meisters und Komponisten Dassmann sind, entwickeln sich auf der Basis von schönen eingängigen Riddims. Irgendwie klingt das Ganze wie ein Album, das auch bereits in den 1970ern hätte erscheinen können – allerdings mit deutlich satterem Klang. Die Tracks sind analog eingespielt, haben einen angenehmen, warmen Sound und kommen ganz selbstverständlich daher. „Silverado Days“ ist wieder so ein Album mit richtig entschleunigten Tunes, die sich angenehm unaufdringlich in die Gehörgänge schleichen. Qualität setzt sich immer durch.
De Soto: Silverado Days
