
Bei Irievibrations gibt’s was zu feiern. Das Wiener Label um die drei Brüder Lechleitner (Professa, Tomic und Syrix) veröffentlicht unter der Katalognummer „Irie100“ das hundertste Album. Das bemerkenswerte daran: Begangen wird dieses Jubiläum mit einem lupenreinen Dub-Album: „Dub Station“ (Irievibrations), für das Produzent Syrix einige der besten Tunes aus der inzwischen dreizehnjährigen Geschichte des Labes eigenhändig durch den Dub-Wolf gedreht hat. Das ist doch mal was: Dub als Krönung des musikalischen Schaffens. Recht so! Immerhin ist Dub ja so etwas wie die Metaebene eines Reggae-Stücks. Eine Reflexion der reinen Form. Womit ließe sich eine Retrospektive cleverer und anspruchsvoller gestalten? Kurz gesagt: Ich bin ganz bei Syrix und seinen Brüdern – gute Idee, gutes Konzept. Hören wir mal, wie beides in die Tat umgesetzt wurde: 14 Dubs versammelt die „Dub Station“, basierend auf Tunes von u. a. Luciano, Anthony B., Junior Kelly, Jahcoustix und Kabaka Pyramid – um nur die prominentesten zu nennen. Allesamt von Syrix produziert und prächtige Beispiele für den wunderbar runden, harmonischen „Irievibrations Trademark Sound“. Schöne Arrangements, perfekt gespielt, hundert Prozent dynamisch, tight und crisp. Ein bisschen Mainstream zwar, aber nie langweilig – was übrigens auch auf den Mixing-Style zutrifft: Syrix zelebriert hier das Erbe von Tubby & Co in höchster Vollendung. Keine allzu gewagten Experimente, keine schrägen Samples, kein bisschen radikal – einfach nur klassisch schön. Das kann er sich auch leisten, denn sein Ausgangsmaterial ist einfach makellos. Warum es also verfremden oder mit Samples overdubben? Als einzige, kleine Kritik ließe sich vielleicht anmerken, dass der Vocal-Anteil noch etwas hätte reduziert werden können. Andererseits müsste man dann auf die netten Melodien verzichten, die hier stets anklingen.
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