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Zion I Kings: Future Oceans Echo

Die Zion I Kings – ein Verbund von Musikern und Produzenten der drei Häuser Zion High Productions, I Grade Records und Lustre Kings Productions – haben ohne große Vorankündigung ihr mittlerweile fünftes Dub-Album auf den Markt gebracht: „Future Oceans Echo“ (Galactic Soul Music). Der Titel fasst schon sehr gut zusammen, worum es bei diesem Release geht: um die Ozeane unseres Planeten und ihren Bewohnern. Das Konzept ist nicht neu und auch im Reggae/Dub-Genre zu finden – etwa Sly & Robbie’s „Underwater Dub„, bei dem Producer Blackwood die Tracks durchgehend mit Unterwasser-Geräuschen auffettet – so stringent wie die Zion I Kings hat das allerdings noch kein Act durchgezogen. Dem entsprechend geht man hier auch noch einen Schritt weiter: Ein Teil der Erlöse aus Streaming-Diensten werden für den Erhalt der Korallenriffe in St. Croix (US Virgin Islands) gespendet, wo die Zion I Kings den Großteil ihrer Tracks aufnehmen. Im Dienst der Sache auch das Promo-Video zu „Red Gold & Green Dubmarine“:

Die Zion I Kings stehen heute für Qualität – wunderbare, handgefertigte Riddims, versehen mit feinen Basslines und einem ausgewogenen Sound, an dem es nichts zu mäkeln gibt. Allein die Dub-Effekte – die zwar vielfältig, zeitgemäß und großzügig gestreut eingesetzt werden – verabsäumen es, einen Spannungsbogen auszubauen, eine akustische Geschichte zu erzählen. Das ist freilich mosern auf höchstem Niveau, denn was unter dem Strich bleibt ist immer noch ein sehr gutes Dub-Album, das vorbehaltlos empfohlen werden kann.

Bewertung: 4.5 von 5.

4 Antworten auf „Zion I Kings: Future Oceans Echo“

Sorry aber da fällt mir nix mehr zu ein ;-)

Ich nehme die Empfehlung vorbehaltlos an und genieße den High Grade Sound.
Ok, ein bischen meckern auf hohem Niveau :

Es fehlte mir ein wenig der „Wow-Effekt“, weil jeder Dub auf gewohnt hohem Niveau presentiert wird. Dennoch habe ich mit „Seahorse Bubblin´ “ mein HighLight hier auf dem Album gefunden. Ich habe es immer sehr gern, wenn ein Album auch HighLights hat, auf die ich mich besonders freuen kann. Jetzt liegt es mir selbst auf der Zunge zu sagen, das es natürlich am besten ist, wenn die ganze Scheibe aus Highlights besteht aber sowas habe ich noch nicht mal bei „Meinem“ Dub Syndicate gefunden ………….

Die Unterwassergeräusche sind voll und ganz nach meinem Geschmack. Lediglich bei „Distant Shore Dub“ empfinde ich das gepiepe ähnlich lästig, wie sehr viele Meeresbewohner, vor allem wohl die Wale, das Sonar von U-Booten und anderen Schiffen in den Ozeanen der Welt, empfinden mögen. Auch der Vergleich hinkt, ich weiß, denn ich kann ja einfach weiterskippen, während sich die Wale unsere menschengemachte Kakofonie zwangläufig reinziehen müssen. ( Es gibt allerdings auch jede menge Kokofonie von Tieren : Taubengegurre,
Hundegebell und Vögel, die nicht zwitschern, sondern nur widerlich zischen können. Die Umwelt schlägt ja schon lange zurück und mich versetzen diese widerwertigen kleinen Piepmätze in Rage. Für mich sind die keine „Natur“ mehr, sondern eine Umweltkatastrophe / Ich hoffe die finden bald nix mehr zu fressen oder sie hören sich bei den Amseln mal an, wie gute VogelMusik klingen kann, wenn man sich nur ein kleines bischen Mühe gibt. Aber so ist es nunmal in der Natur, wenn alles kaputt ist. Die gesunden und sympathischen Lebewesen sterben als erstes und die Mutanten streben auf ).

Na, dann freue ich mich mal auf ein langes Leben …………………….. Mutant ( High Fi ) lemmi

Ich finde interessant, die Entwicklung von Zion High Productions, I Grade Records und Lustre Kings Productions bis hin zu den aktuellen „Zion I Kings“ zu verfolgen – etwa anhand von I Grade. Erinnert sich noch jemand an die ersten, ungelenken und wahrlich nicht berauschenden Produktionsversuche von Tippy Laurent auf „Nemozian Rasta“? Ich hätte keinen Pfifferling darauf gesetzt, dass aus dem Burschen jemals etwas wird – und siehe da wo der Mann heute steht und was für exzellente Produktionen er abliefert… Chapeau!

„Nemozian Rasta“ ???

Das musste ich erst mal googeln. Midnight ! Ok, alles klar ! Habe den Hype um Midnight nie verstanden. Vaughn Benjamin hat mich sowohl „melodiös“ als auch textlich maßlos überfordert. Allerdings muss ich zugeben, das – über den Daumen gepeilt – etwa jeder 10 te Tune nahezu über magische Kräfte verfügt. Das ist besonders dann, wenn er mal nicht so viel „erzählt“ hat. Habe des öfteren gelesen, das er auch von Leuten, die perfekt englisch können nicht immer bzw. eigentlich gar nicht richtig verstanden wurde. Ich möchte nicht, das das als „Lästerei“ rüberkommt.
Das steht mit nicht zu aber bei Vaughn Benjamin muss ich passen. Ausnahmen sind genial !
Tippy Laurant ( Tippy I ? ) hat mich dagegen immer sehr geflasht. Allerdings klingt „Nemozian Rasta“ wirklich wie aus einem anderen Holz geschnitzt, wobei die Betonung da besonders auf „aus Holz geschnitzt“ liegt. Klingt sehr rustikal. Wobei „rustikal“ auch nicht automatisch „schlecht“ sein muss.

Greetings ………………… lemmi

Seh‘ ich genauso wie Du, lemmi: 90% Trash, 10% Genialität pur.
Vom Text her konnte mir bis heute niemand erklären, warum und in welchem Zusammenhang er in „Love & Light“ die Worte „…and in Vienna Austria was the witness…“ singt/chanted/oderwieauchimmermandasnennt. Da schleicht sich das Gefühl ein, dass viele die Texte gar nicht oder, wie ich, nur einzelne Passagen/Worte verstanden haben. Vielleicht liegt die Genialität des VB aber auch nicht in seinen Aufnahmen, sondern in den live-Performances. Ich war‘ da leider bei keiner einzigen dabei… Videos davon sind gähnend langweilig und geben bestimmt nicht den Vibe wieder, der vor Ort geherrscht haben muss. Schade, hätt‘ ich gern erlebt.

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