
„Dream Dub“ – diese Genrebezeichnung war mir bisher unbekannt. Sie steht in der Presseinfo zum neuen Album „Dub Realistic“ (Echo Beach) von Dubblestandart und ich muss sagen, sie passt nicht schlecht zu dem, was die vier Wiener da auf ihrem inzwischen sechzehnten Album abliefern. Irgendwie psychedelisch, surreal, trippig, mal elektro-frickelig, mal art-rockig, mal auch richtig klassisch dubbig – der Stil von Dubblestandart ist speziell und nicht leicht zu fassen. Es lässt sich aber durchaus konstatieren, dass er nicht allzu weit von On-U angesiedelt ist. Bei manchen Stücken auf „Dub Realistic“ muss man sich regelrecht bewusst machen, dass hier keine Produktion von Adrian Sherwood läuft. Das Album beginnt sofort mit einem Höhepunkt: einer Neuinterpretation von Massive Attacks „Safe from Harm“, das dem trippigen Charakter des Originals treu bleibt, mit den geschmachteten Lyrics von Amanda Bauman aber einen sehr eigenwilligen Akzent setzt. Ein weiterer Höhepunkt ist das Titelstück „Dub Realistic“, das im Kontrast zum Titel ganz und gar irreal klingt, sich in Synthie-Flächen, warmen Orgel-Akkorden und scheinbar endlos wabernden Echos verliert. In der 26 (!) Tracks umfassenden Digitalausgabe des Albums gibt es drei noch trippigere Dub-Versionen des Stückes. Den Abschluss des Albums bildet dann „Had to Have His Grass“, das gänzlich und auschließlich aus sich in Echos auflösenden Space-Sounds besteht. Irgendwie scheint es die Essenz das Albums zu sein: Dub als traumhafter Zustand, in einer Sphäre jenseits von Raum und Zeit.
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