
Mato, der große Eklektizist unter den Dubbern wechselt das Referenzmedium: Hatte er sich zuletzt mit der Dub-Version des Daft Punk-Klassikers „Homework“ zwischen die Stühle gesetzt, so wendet er sich mit seinem neuen Album „Hollywood Dub“ jetzt dem Film zu. Das Konzept: Den Soundtrack von Filmklassikern in Dub zu übersetzen. Wer schon immer mal den Titelsongs von „The Good, the Bad and the Ugly“, das Darth Vader-Thema aus „Star Wars“ oder das Liebes-Thema aus „The Godfather“ – oder gar den 20th Century Fox-Vorspann in Dub hören wollte, wird auf Matos neuem Album „Hollywood Dub“ (Stix) fündig. Dabei handelt es sich natürlich nicht um echte Remixe, sondern um gänzlich neu eingespielte, auf soliden Reggae-Beats basierende Stücke, die mit den Melodien aus den Filmen und einigen Anleihen an das Originalarrangement garniert sind. Obwohl Mato im Titel von Dub spricht und an Hall, Echo und Kanal-Spielereien nicht spart, wirken die Tracks eher wie gut gelaunte Instrumentals. Die magisch-raumzeitliche Dimension von Dub fehlt gänzlich. An ihre Stelle tritt das virtuose Spiel mit den musikalischen Zitaten. Statt düsterer Basslines, scheinen Matos Beats beschwingt zu hüpfen, während dazu die berühmten Filmmelodien mal mit Melodika, mal mit Orgel, Gitarre, Trompeten, Synthie oder gar Mundharmonika intoniert werden. In jedem Takt scheint ein schalkhaftes Lächeln von Mato zu stecken. Richtig ernst nimmt er die Angelegenheit wohl nicht – obwohl er absolute handwerkliche Präzision walten lässt. Wahrscheinlich wird wohl kaum ein wahrer Dub-Freund das Album in seine Favoritenliste aufnehmen, – aber am Sonntagnachmittag mal durchlaufen lassen ist absolut angemessen.
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