Ich muss es loswerden: Ich bin momentan völlig geflasht von Hollie Cooks neuem Album Twice. So eine abgefahrene, coole Kombination von superben, ultra-tight prodzierten Ska- und Reggae-Rhythms und Hollies heller, über den Dingen schwebender Stimme – das macht mich einfach glücklich. Und dann wären da noch die Streicher, die mich bei den Trojan-Produktionen der 70er total genervt haben – hier sind sie kongenial eingesetzt. Hinzu kommen einfach großartige Melodien und schöne, anrührende Texte. Das Beste aber ist, dass Twice als Showcase-Album konzipiert ist, Hollies Songs also nahtlos in eine Dub-Version übergehen. Klasse.
Dass Produzent Prince Fatty und Hollie Cook ein Winner-Team sind, haben sie ja schon auf Hollies Debut-Album bewiesen. Auf Twice übertreffen sie sich jetzt selbst.
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Professor Skank: Digital Revolution
Laut Presseinfo ist Professor Skank der mit Abstand bekannteste Dub-Producer Griechenlands. Abgesehen davon, dass ich bisher noch nicht von ihm gehört hatte, bin ich gern bereit, dieser Aussage uneingeschränkt Glauben zu schenken, da ich auch keine anderen griechische Dub-Produzenten kenne. Aber die Botschaft ist trotzdem angekommen: Der Professor ist wichtig! Hören wir mal rein, was diese Spitzenkraft so drauf hat: Das Album Digital Revolution (Pale Records) beginnt mit einer Signature-Speech von Mad Professor. Witzig!, denke ich, da startet er direkt mit einem selbstironischen Kommentar zu seinem Namen. Sympathisch. Doch dann lese ich: Mad Professor ist der Mentor des Griechen. Professor Skank ist bei Mad Professor in die Lehre gegangen, hat im Ariwa-Studio gearbeitet und dort Produktionen für Max Romeo, Aswad, Love Grover, African Simba und Zion Train betreut. Interessant, hätte ich jetzt nicht erwartet. Weiter geht es mit absolut zeitgemäßen, abwechslungsreichen, teils traditionellen, teils neue Wege beschreitenden Dub-Tunes, die mir allesamt gut gefallen. Der Professor trägt seinen Titel zu Recht. Dabei klingt kein Track auch nur entfernt nach Mad Professor. Erstaunlich. Ich lese weiter: „Professor Skank hat mit sich selbst gewettet, zwei unterschiedliche Kulturen, die griechische und die jamaikanische, musikalisch zusammen zu bringen“. Angeblich spielten griechische Musiker, die niemals zuvor mit Reggae und Dub in Berührung gekommen waren, die Tracks ein. Respekt. Die Griechen haben offenbar ein angeborenes Talent für fette Reggae-Beats. Allerdings würde ich mir die Zusammenkunft zweier Kulturen anders vorstellen. Wäre es nicht spannend gewesen, solide Dubs mit griechischer Folklore zu verbinden? Egal! Auch ohne Folklore hat der Professor ein ordentliches Dub-Album abgeliefert. Ab jetzt habe ich ihn auf dem Schirm. Versprochen.
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Sly & Robbie: Underwater Dub
Vor exakt zwei Jahren erschien „Blackwood Dub“ von Sly & Robbie und löste in mir zwiespältige Gefühle aus: Aufgenommen im legendären Harry J-Studio und produziert von Alberto „Burur“ Blackwood, vermied das Album weitgehend das klassische One-Drop-Schema des Reggae und präsentierte „progressive“, intellektuell anspruchsvolle aber letztlich irgendwie unbefriedigende Dub-Kreationen. Die Freude über innovative Sounds stritt mit der Frustration, auf meine geliebten One-Drops verzichten zu müssen. Underwater Dub (Groove Attack) macht genau am gleichen Punkt weiter – fast könnte man meinen, beide Alben seien in der gleichen Session entstanden. Wieder sind die alten Weggefährten der Rhythm Twins mit an Bord: Mikey Chung, Dalton Brownie, Daryl Thompson, Robbie Lyn, Sticky Thompson und Skully. Konzept, Sound und Setting sind identisch: Wieder wird uns eine verrückte Kombination hypermoderner Dub-Beats mit Sound-Samples aus Sly & Robbie-Aufnahmen der 1980er Jahre präsentiert. Wahrscheinlich hatte Sly seine guten alten Syndrums ausgepackt und seine Freude daran gehabt, die damaligen Sound-Presets von noch vorhandenen Floppy-Disks zu laden. Das Ergebnis ist frappierend: zu hören sind neue, etwas sperrige, abstrakte Beats, zwischen denen plötzlich diese vertrauten Sound-Stückchen aus der Vergangenheit aufblitzen. Ein geschicktes Manöver, die Hörer auf vertrautem Terrain zu empfangen und sie von dort aus in die Gefilde des Unbekannten zu entführen. Während ich vor zwei Jahren der handwerklichen Perfektion von „Blackwood Dub“ aufrichtigen Respekt zollte, mich das Gesamtergebnis jedoch weitgehend kalt ließ, erscheint mir „Underwater Dub“ etwas zugänglicher, etwas harmonischer und, ja, auch etwas näher am Reggae gebaut zu sein. Im Interview freut sich Sly Dunbar schon auf das nächste Album. Ich freue mich hingegen auf das übernächste, wenn das Konzept ausgereift und endlich ein richtiges Dub-Album vorliegen wird, das man nicht nur hören, sondern auch spüren wird.
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William S. Burroughs und Dub? Warum nicht? Immerhin ist Burroughs DIE Ikone der Gegenkultur, der sich auch der Reggae zugehörig fühlt. Zudem wurde Burroughs’ Leben von exzessivem Drogenkonsum bestimmt. Anfang der 1950er Jahre wurde er wegen Anbaus von Marihuana verhaftet – auch hier ist eine gewisse, wenn auch eher unvorteilhafte, Nähe zum Reggae nicht zu leugnen. Hinzu kommt, dass Burroughs speziell in den 1980er und 90er Jahren häufig als Spoken Word Performer gearbeitet hat und somit viele Tonaufzeichnungen seiner prägnanten, scharfen Stimme und seiner sehr lässig selbstbewussten Sprechweise vorliegen. Footage, das geradezu danach verlangt, mit passender Musik kombiniert zu werden. Und dann gibt es noch den wichtigsten Grund von allen, warum das Album William S. Burroughs in Dub (Echo Beach) mit kosmischer Notwendigkeit seinen Weg ins Dasein finden musste: Der Geburtstag von Mr. Burroughs jährte sich am 5. Februar zum hundertsten Mal. Das garantiert Aufmerksamkeit und die Aussicht, dass das Werk auch außerhalb der kleinen, verschworenen Gemeinde der Dubheads wahrgenommen wird. Gründe genug also, dass sich das Dub Spencer & Trance Hill-Quartett zusammen fand und virtuos feine, psychedelische Beats um die magischen Worte des Anti-Poeten und vielleicht wichtigsten US.-amerikanischen Schriftstellers des zwanzigsten Jahrhunderts sponn. Irgendwie passt der von Rock-Gitarre und analogem Schlagzeug geprägte Dub-Spencer-und-Trance-Hill-Sound zu der von Burroughs’ Werk stark beeinflussten Beat- und Rock-Ära der 1960er und 70er Jahre. Der zähe, verschleppte Groove der Schweizer, die psychedelische Wirkung der im Echo-Raum verhallenden Gitarren-Riffs und der tief und körperlich pulsierende Bass sind schlichtweg der kongeniale Soundtrack zu Burroughs’ wirren Monologen. Ein akustischer Drogentrip in das verkorkst-geniale Leben einer der schillerndsten Figuren der amerikanischen Geschichte. Wurde Zeit, dass der Reggae ihr huldigt.
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Dubmatix – der Name ist Programm: es geht um Dub. Nach einigen Dub-Releases zu Beginn seiner Karriere, schien dieses Programm jedoch in Vergessenheit geraten zu sein. Dubmatix-Alben wie System Shakedown, Renegade Rocker oder Rebel Massive sind – obwohl der Sound stets Dub ist– streng genommen keine Dub-Alben, wurden sie doch von zahlreichen Old-School-Artists gevoict. Allesamt wunderbare Alben, doch insgeheim hegte ich schon lange den Wunsch, dass Dubmatix wieder zu seinen Dub-Wurzeln zurück finden würde. Und endlich hat er meine Wünsche erhört: ein pures, reines, echtes Dub-Album des Mischpult-Meisters aus Toronto liegt frisch vor mir auf dem Tisch – und es trägt den programmatischsten aller möglichen Titel: In Dub (Echo Beach). Wer bei diesem Titel an eine Dub-Version des Dubmatix-Back-Katalogs denkt, irrt. Tatsächlich präsentiert uns Jesse King (aka Dubmatix) hier ausschließlich originales Material, speziell für In Dub aufgenommen, nach alter Manier von Hand gemischt und dezent von Orgeln, Blechbläsern oder Melodikas verziert. Es handelt sich also um ein vollwertiges Dubmatix-Album, das gleichberechtigt neben seinen anderen Releases steht und keinesfalls nur deren Derivat ist. Daher gibt es auf In Dub auch keine Kompromisse. Jeder Rhythm wurde geschaffen, um ein Dub zu werden – weshalb der Sound hier noch deeper, wuchtiger, militanter und bassgewaltiger ist, als von Dubmatix-Alben ohnehin schon gewohnt. Der King spielt virtuos mit dem Steppers-Schema, ohne jemals schematisch zu werden. Er fährt erdbebenauslösende Beats auf, ohne abgenutzte Four-to the-Floor-Klischees zu bedienen. Mit traumwandlerischer Sicherheit schlägt er einen Weg zwischen den Genres ein, bedient sich der Kraft und Wucht von Steppers und kombiniert diese mit ausgeklügelten Kompositionen und Arrangements sowie frischen Ideen. Das Ergebnis ist das Beste zweier Welten: Musik für Kopf und Bauch gleichermaßen. Daher entwickelt In Dub auch einen so phantastischen Flow. Während der Verstand sich in bewusstem Zuhören und der Analyse der Details verliert, werden Körper und Seele in überwältigende Bass-Frequenzen gebettet und sanft, aber entschieden, in die Sphären der Dub-Metaphysik entführt. Genau so hatte ich mir das gewünscht.
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Es ist schon tragisch. Immer, wenn mir ein neues Lee Perry-Album auf den Tisch flattert, verspüre ich mehr Pflicht als Lust, es mir anzuhören. Lee Perry war einmal DER Innovator des Reggae. Der Urheber eines fantastisch komplexen, magischen und absolut einzigartigen Sounds, geboren aus der glücklichen Begegnung von analogem Studioequipment, begnadeten Musikern, viel Marihuana und noch mehr Rum mit einem ganz speziellen Genius, der im Kopf Lee Perrys (noch diesseits der Grenze zum Wahnsinn) beheimatet war. Gegen Ende der 1970er Jahre überschritt das Genie diese Grenze und Perry wurde zu dem verschrobenen, brabbelnden Kauz, dessen monotone Monologe seither auf ungezählten Alben oft drittklassiger Reggae-Bands zu hören sind. Bands, die versuchen, aus dem legendären Namen Perrys bis heute Kapital zu schlagen. Welch Absturz, welch tragisches Schicksal. Nun ein neuer Versuch: Seit rund einem Jahr arbeitete Daniel Boyle – ein wenig bekannter britischer Reggae-Produzent – mit dem Madman an einem neuen Album. Zuvor hatte er die Ausstattung von Perrys Black Ark-Studio akribisch nachgekauft und so lange mit ihr herumexperimentiert, bis ihm schließlich gelang, was zuvor noch niemand geschafft hatte: den legendären Sound aus Perrys bester Zeit zu reproduzieren. Nun liegt das neue Werk vor, zu dem Perry nicht nur den (nennen wir es mal) Gesang beisteuerte, sondern das er angeblich auch mitproduziert hat: Lee „Scratch“ Perry: Back on the Controls. Es ist ein Doppel-Showcase-Album mit 11 Vocal-Tunes und 11 Dub-Versions und erscheint dank einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne auch als CD und schön bebilderte Doppel-Vinyl-Ausgabe. Top oder Flop? Kein Zweifel: Es katapultiert sich auf den Rang des wohl besten Perry-Albums der Neuzeit – einen Rang allerdings, den es sich mit Adrian Sherwoods „Dub Setter“-Album von 2010 teilen muss. Daniel Boyle (der mir bisher noch nicht untergekommen war) und Perry haben hier ein amtliches Meisterwerk geschaffen, indem sie den Black Ark-Sound zwar kopieren, glücklicherweise aber darauf verzichten (mit einer Ausnahme) die alten Stücke neu aufzubrühen. Statt dessen gehen die beiden eigene Wege, präsentieren starke, eigenständige, mit warmen Bläsersätzen durchzogene Rhythms, dosieren Lee Perrys Gebrabbel sehr angemessen, entlocken ihm sogar einige gute Melodien und bieten als Bonus zudem noch fantastische Dub-Versions. Auch Perry scheint erkannt zu haben, dass er da etwas ganz Besonderes in den Händen hält, weshalb er sich dazu entschlossen hat, sein ehrenvolles Upsetter-Label wiederzubeleben, um dem Album eine würdige Heimat zu bieten. Willkommen zurück, Mr. Perry.
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Addis Pablo: In My Father’s House
Addis Pablo – der Name deutet schon geschickt an, was in ihm steckt: Addis Pablo ist tatsächlich der Sohn des legendären Augustus Pablo. Und man glaubt es kaum: Auch er spielt Melodika. Aufmerksamkeit ist dem jungen Musiker also gewiss – ebenso jedoch auch ein enormer Erwartungsdruck, der auf ihm und seinem Debut-Album lastet. Eben jenes legt er nun unter dem marketingtechnisch geschickt gewählten Titel In My Father’s House (Jahsolidrock) vor. Eingespielt von der österreichischen Band House of Riddim, produziert vom Holländer Marc Baronner und publiziert auf dem Amsterdamer Label Jahsolidrock, ist das Album eine rein europäische Angelegenheit. Es enthält 17 Tracks, wovon 5 reine Vocal-Tunes sind – ohne Beteiligung von Addis Pablo. Bleiben also 12 Tracks, zu denen des berühmten Vaters Sohn brav sein Melodikaspiel beigesteuert hat. Okay, dagegen ist nichts zu sagen, aber eine beeindruckende künstlerische Leistung, die den Artist-Namen auf dem Album rechtfertigt, ist das nicht gerade. Zumal House of Riddim so tight aufspielt, dass Pablos doch recht dünnes Melodikaspiel kaum dagegen ankommt – geschweige denn, dass es selbstbewusst den Lead-Platz in der Mitte der Stücke einzunehmen vermag. Die Melodica wirkt oft eher wie ein Begleitinstrument und die Melodien wirken eher improvisiert statt komponiert. Wir müssen also leider konstatieren: Addis Pablos Debut wird der hohen Erwartungshaltung nicht ganz gerecht. Ist es deshalb ein schlechtes Album? Nicht wirklich, denn House of Riddim holt die Kohlen aus dem Feuer. Die Rhythms sind ohne jeden Zweifel solide. Aber trotzdem: als Dub-Freund werde ich mit dem doch einigermaßen mainstreamigen und etwas ecken- und kantenlos wirkenden Sound der Österreicher nicht so recht warm. Was als Backing hinter guten Songs (wie z. B. Chezideks Thanks and Praise) perfekt funktioniert, muss nicht auch als Instrumental oder gar als Dub eine gute Figur machen. Da letzteres aber auch gar nicht erst versucht wurde, darf man dem Album fehlendes Dub-Mixing allerdings nicht vorwerfen. Aber Eingedenk an Augustus, hätte ich es mir eigentlich gewünscht.
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Technischer Fehler
Aufgrund eines technischen Fehlers wurden alle Beiträge seit Dezember 2013 aus dem Blog gelöscht. Ich habe sie nun erneut veröffentlicht. Leider sind dabei alle Kommentare und Likes verloren gegangen. Auch externe Links auf die Artikel funktionieren nicht mehr. Shit happens.
19 Questions to: Braintheft
Your Name: Mathieu Pé aka Dubble Dubble (Keys and Trumpet by Braintheft, Brass Wood & Wires, The Magic Touch …)
You live in: Berlin
Titel of your latest album: Pressure Drop
What is your definition of dub?
Dub is first a minimal, mostly instrumental bass oriented, somewhat psychedelic and Trance evolution of Jamaican popular music bringing post-production techniques to the front. It started in the 60’s as an emancipation of the sound engineer as central part of the creative process. The Mixing desk became an instrument. Dub had a huge influence worldwide. The minimal and trance aspects brought a whole new time perception in popular music leading the way to all electronic styles as we know them now.
What is essential for a good dub?
Space and Bass!!!
What is the difference between a good and a bad dub?
Who am I to judge? I’d say I like or I don’t.
How would you describe your style of dub?
I try to keep up to the roots staying away from computer as much as possible, using actual instruments and analog gear. So hopefully it sounds more authentic.
What is your process of creating a typical dub-track?
Well, the good old way of doing it was first to record a song with the band. Then bounce it down to eight discrete tracks in order to mix it on the flight at the mixing board with all sort of effects connected to it. So that’s how I like to work too. I believe to get inspired by limitations.
When you’re satisfied with a dub produced by you?
If I felt the flow while mixing and there’s no major issues: I’m happy. I believe the better is the enemy of the good. Most of the time first takes have that thing you can’t reproduce.
What are your personal top 5 dub albums?
In no particular order:
Augustus Pablo: King Tubby meet Rockers uptown
Serge Gainsbourg feat. Sly and Robby: Aux armes etcetera
High Tone: Opus Incertaint
Scientist: Heavy wheight Dub
Jackie Mittoo: Champion of the Arena
Who is the greatest dub artist of all time for you?
Guess what… the King: King Tubby. The simple fact that he was the first makes him untouchable.
And who is the currently most interesting dub-artist?
The Breadwinners (Alan Redfern at Bakery Studio). Best sounding dub I heard in a long time. All analog, pure feeling. Check him out.
What is the musically most interesting decade for you? Why
The seventies for sure. Because the electrification of music brought a lot in all styles. New genres popped out everywhere. It was a very creative time. Probably because back then the music industry, the distribution, democratization of private copy, the access to musical instruments boomed like crazy.
Where is the biggest market for your music?
France is the last el-dorado. We played at the last Telerama Dub with Braintheft. It was amazing to see how young the crowd was! The venue was packed of Bass addicted youngsters! Go west!
Are you able to earn a living with your music?
Not really. And I’m not running after it otherwise I’d make compromises to do so.
Which artist would you like to work with?
There is so much… and not only in dub. I’d say Victor Rice would be one of them just to keep that list short.
What is your particular strength?
Inner peace.
What do you enjoy most about what you are doing?
Playing ! In all contexts would it be behind the mixer or instruments, at home, with friends, on stage …
What horrifies you in the studio?
The time/money factor! There’s never enough time in studio!
When not tinkering with dubs, what do you prefer to do?
Playing trumpet! Tweaking Synths!
What is the current health status of dub?
Dub and music in general knows no illness. In todays world where musical vividness tends to be measured in financial success, talking about health of a style makes little sense. Money is at the root of all evil and it affects music as everything else.
How do you see the future of dub?
It will still be there in fifty years because Dub artists have experimentation in the blood. So I guess it will keep on and on, mixing with other styles.
Alpha & Omega haben ein neues Album veröffentlicht: The Half That’s Never Been Told (Steppas Records). Ich kennen keinen Dub-Act, der seit so vielen Jahren produktiv ist, wie Alpha & Omega. Doch nicht nur das: sie sind seit rund 25 Jahren ihrem Stil so treu, dass es schwer fällt, neue Alben und Wiederveröffentlichungen voneinander zu unterscheiden. The Half That’s Neve Been Told macht da keine Ausnahmen: bassschwer, düster grollend, monoton – genau so, wie wir es lieben.
Die Resonators haben ihrem Album The Constant eine Dub-Version geschenkt und diese zusammen mit dem Originalalbum auf eine Deluxe Edition (Wah Wah 45s) gepackt. Ich habe schon die Vocal-Versionen geliebt. Die Dubs machen mich jetzt seelig.
Noch nie hatte ich von Dub for Light gehört, aber das neue Album Mindset (Dan Dada) ist mir dann doch aufgefallen. Selten so minimalistischen Dub gehört. Wird gewiss nicht mein Lieblingsalbum, aber eine spannende Hörerfahrung ist es auf jeden Fall.
Nicht nur der Sohn von Augustus Pablo macht Dubs, auch der Sohn von Jah Shaka, Young Warrior, ist im Dub-Business. Für sein Sound System hat er einige Tracks produziert, von denen nun 6 Instrumentals plus Dub-Versions auf dem Album Presents Dub Box (Jah Shaka) veröffentlicht zu hören sind. Natürlich Hardcore-Steppers, wie vom Vater gewohnt. Allerdings handelt es sich um recht simple, digitale Produktionen, die so klingen, als seien sie in einer Blechdose aufgenommen worden. Im Sound System geht das klar, auf dem Home-HiFi eher nicht.
Wenn schon digitaler Dub, dann lieber so wie auf dem Album Mangrove Meets Ganjaman_72 in 5-Track Digital Dub Vol. 1 (Fast Forward Sound). Hier wird bewusst mit dem 8-Bit-Sound à la Jahtari gespielt – und zwar virtuos. 5 Tracks von Mangrove bietet das Album, die Ganjaman_72 in bester Shwocase-Manier um Dub-Versions ergänzt hat. Nice.
Wie im Blog des öfteren zu lesen ist: Ich bin ein großer, großer Fan von Prince Fatty. In seiner Reihe Prince Fatty vs. tritt er nun gegen Mungo’s Hi Fi an (= Prince Fatty vs. Mongo’s Hi Fi (Mr. Bongo)). Was für ein Spaß! Hat zwar nicht viel mit Dub zu tun, ist aber trotzdem ein grandioses Old-School-Album im Stile der Digital-Dancehall der frühen 1990er Jahre. Absolut geeignet, um mal die Dub-Bass-Ablagerungen aus den Ohren zu blasen.
Wo wir gerade bei Nicht-Dub-Alben sind: Chronixx Debut Dread & Terrible (Chronixx Music) gefällt mir richtig gut. Hat einen unwiderstehlichen Old School-Charme und bietet zudem noch drei schöne Dubs.
So, einen hätte ich noch: Various Artists: Dub Tentacles, Vol. 5 (Fresh Poulp). Nach dem letzten, eher Dubstep-orientiertem Dub-Tentacles Vol. 4, ist das Netlabel nun wieder zu 100% Dub zurück gekehrt. Richtig so! Mit Ausnahme von Du3normal sind mir alle hier versammelten Dub-Acts unbekannt, ihr Sound gefällt mir aber trotzdem. Der Sampler bietet zwar nix aufregend Neues, ist aber trotzdem hörenswert – zumal er kostenlos zum Download bereit steht: http://www.fresh-poulp.net/releases/fpr070/















