Normalerweise läuft es so: Jemand nimmt ein Album auf, veröffentlicht es, schickt anschließend die Tracks zu befreundeten Musikern, welche Remixes produzieren, die dann ca. ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung des Albums auf den Markt kommen. Es ist die gleiche Abfolge wie beim klassischen Dub-Album: erst die Gesangs-Version, dann die Dub-Versions. Doch ebenso wie der moderne Dub damit Schluss gemacht hat, das Derivat eines Gesangsalbums zu sein, so hat sich nun offensichtlich auch der Remix von einem bisher als zwingend vorausgesetzten „Original“ emanzipiert. Das Horace Andy-Album „Broken Beats“ (Echo Beach) ist nämlich direkt als Remix entstanden. Eine geniale Idee, die konsequent und bravurös umgesetzt wurde: Das Hamburger Label Echo Beach hatte Lust auf ein neues Horace Andy-Album mit einigen seiner klassischen Hits wie Skylarking, Money Money, Cuss Cuss sowie neuem Material und lud somit kurzerhand befreundete Dub-Acts und Remix-Produzenten wie Rob Smith, Dubblestandart, Fenin, Dub Spencer & Trance Hill, Felix Wolter u. a. ein, die Musik dazu beizusteuern. Doch statt auf alte Horace Andy-Aufnahmen zurückzugreifen, entstand das komplette Album neu. Der Clou: selbst Horace Andy sang seine Songs extra neu ein. Was als Kopf-Experiment hätte leicht in die Hose hätte gehen können, liegt nun als spannendes und betörendes Album vor, das konzeptuell wie musikalisch absolut State of the Art ist. Obwohl der individuelle Stil der beteiligten Musiker unverkennbar bleibt, fügen sich alle Tracks, die Vocal-Versions sowie die Dubs im zweiten Teil des Albums, zu einem geschlossenen Ganzen, das sich jenseits enger stilistischer Grenzen von Reggae und Dub bewegt. Vordergründig macht es das Album seinen Hörern nicht leicht. Beim flüchtigen Hineinhören wirken die Beats oft etwas sperrig, lassen sich keinen bekannten Kategorien zuordnen und bieten statt kraftvollem Wumms eher zurückhaltendes Understatement. Der wahre Schatz dieser Musik erschließt sich nämlich erst beim genauen Hinhören. Dann, wenn die ruhige Kraft der Beats und die in ihrer Komplexität verborgene Schönheit offenbar werden. Und genau dann ist man als Hörer unendlich dankbar, statt bekannte Styles wiedererkennend abzuhaken, in jedem der 15 Tracks neue Überraschungen zu erleben, neue akustische Entdeckungen zu machen und schließlich das (wieder) zu finden, wofür Dub eigentlich steht: Innovation.
Autor: René Wynands
Nachdem das im März erschienene Album „High Tone meets Brain Damage – High Damage“ meinen Glauben an das französische Dub-Duo nachhaltig erschütterte, ließ mich nun im Oktober, also nur sieben Monate später, das neue Brain Damage-Album „What You Gonna Do?“ erleichtert aufatmen. Hier stimmt glücklicherweise wieder alles: Dub-Music wie sie sein soll! Okay, eine Einschränkung gibt es: Es sind sechs Sänger mit von der Partie. Im engeren Sinne haben wir es hier also nicht mit einem reinen Dub-Album zu tun. Es handelt sich viel mehr um ein Showcase-Album, das uns zunächst sechs Vocal-Tracks und anschließend sechs Dub-Versions präsentiert. Aber ist das Vorhandensein von Gesang ein Ausschlusskriterium für Dub? Keineswegs, wie sich an diesem großen Album nachweisen lässt. Während bei einer klassischen Roots-Produktion die Musik (oft auch als „Backing“ bezeichnet) den „Hintergrund“ für den Gesang bildet, ist sie auf dem Album von Brain Damage dem Gesang ebenbürtig. Statt lediglich Rhythmus zu sein, steht sie selbstbewusst und eigenwertig neben dem Gesang. Sie ist so aufmersamkeitsstark und individuell ausgestaltet, dass es unmöglich ist, ihr nicht mit dem (mindestens) gleichen Maß an Konzentration und Hingabe zuzuhören wie den sechs Sängerstimmen. Es sind schlichtweg großartig komponierte Dubs, die auch ohne Gesang vollkommen überzeugen könn(t)en. Allerdings, und das muss hier unumwunden zugegeben werden, sind die Gesangsmelodien von Brother Culture, Learoy Green, Madu Messenger, Zeb McQueen und Sir Jean so gut, dass es schwer fiele, auf sie zu verzichten. Und deshalb ist es auch viel sinnvoller, genussvoll hinzuhören, statt sich über Schubladen den Kopf zu zerbrechen.
Shaky Norman: Universal Love
Die Melodika wird im Reggae auf ewig mit dem Namen Augustus Pablo verbunden sein. Die von Pablo geschaffene Symbiose aus Dub und Melodika prägte einen geradezu hypnotisierenden Sound, der Musiker bis heute fasziniert. So auch den Franzosen Shaky Norman, der sich eigentlich dem Punkrock verschrieben hat, aber seit vier Jahren Dubs mit seinen Melodika-Melodien verziert. Diese Werke präsentiert er nun auf seinem Album „Universal Love“ (http://shakynorman.bandcamp.com). Dabei versucht er sich gar nicht erst an der hohen Kunst der Dub-Produktion, sondern bedient sich der Musik mehr oder weniger renommierter Dubheads aus aller Welt: Dubatak (Brasilien), Bandulu Dub (Portugal), Don Fe (Spanien), Roots Ista Posse und Les Pigments Libres (beide Frankreich), Chaves (Malaga/Spanien), Mungo’s Hifi (Schottland), Jahspora (Frankreich), Jiang Liang (China) und Dub Caravan (England). Obwohl die Dubs aus so unterschiedlichen Quellen stammen, wirkt das Album überraschend geschlossen und harmonisch. Der Sound ist weich und warm und gewinnt durch das Melodikaspiel eine sanft melancholische Note. Um der Gefahr zu begegnen, mit dem wenig modulierbaren Melodika-Sound über die Länge von 14 Tracks irgendwann doch zu nerven, variiert Shaky Norman sein Spiel sehr geschickt: Mal ist die Melodika Solostimme, mal wird sie zum Rhythmusinstrument, dann tritt sie in die Funktion von klassischen Reggae-Bläsern, die nur eine kleine Hookline spielen. Gelegentlich gibt es sogar winzige Vokal-Schnipsel von Ranking Joe, Tippa Irie und Earl 16 zu hören, was zusätzlich für Abwechslung sorgt. – Ich denke, Shaky sollte den Punkrock an den Nagel hängen und sich sofort um das nächste Melodika-Album kümmern.
Bevor ich mich dem Verfassen dieses Artikels und der damit verbundenen Herausforderung einer anfänglich erschreckend leeren Dokumentenseite stelle, werfe ich noch schnell einen Blick ins Internet. Kurz mal in den iTunes-Store, dann einen Abstecher zu Amazon und schließlich zu meiner Lieblingsseite: junodownload.com. Und was begegnet mir dort? Ein Album, das ich ohne zu zögern, sofort zum Helden dieser Ausgabe der Dub Evolution küre: Resonators, „The Constant“ (Wah Wah). Was für ein Fund! Im strengen Sinne ist es ein Vocal-Album, allerdings sind die instrumentalen Passagen beinahe umfangreicher als der Gesangs-Anteil und außerdem liefert die Band das Dub-Album „Dub Collection“ zu „The Constant“ zum freien Download gleich mit. Doch Vocals hin- oder her: der Sound hinter dem Gesang ist eindeutig Dub – ohne allerdings mit klassischer UK-Dub zu sein. Im Gegenteil: Die Musik der neunköpfigen Band aus Brighton und London ist hundert Prozent analog und handgespielt – was zwar eigentlich nicht das richtige Material für typischen Dub-Sound ist – hier aber absolut perfekt funktioniert. Die Jungs hinter den beiden Frontfrauen spielen einfach unglaublich inspirierte Musik, voller Energie und Variationsreichtum. Wer jetzt eine typische Festival-Live-Band a là Jamaram oder Irie Révoltés erwartet, liegt falsch. Die Resonators sind von der simplen Song- und Musikauffassung solcher Bands meilenweit entfernt. Statt Mitgrölen ist hier eher connaisseurhaftes Zurücklehnen und Genießen angesagt und statt eindimensionaler Orientierung auf den Gesang der Rampensau, ist ein Song der Resonators ein organisches Ganzes, in dem Gesang, Musik und Dub-Effekte gleichwertige Rollen spielen, sich gegenseitig durchdringen und gemeinsam faszinierend komplexe und doch eingängige Musikstücke ergeben. Faszinierend ist auch die kostenlose Dub-Version des Albums, die allerdings nur fünf Tracks umfasst. Der unglaublich präsente Live-Sound der Band kommt hier noch stärker zum Tragen und kontrastiert spannungsvoll mit den typischen Studio-Dub-Effekten, was mich manchmal entfernt an das alte Dub Syndicate-Album „Pounding System“ erinnert. Andererseits kommt mir beim Hören auch Prince Fatty in den Sinn, dessen spielerisch-lockere, vor Ideenreichtum und ungestümer Spiellust strotzende Musik vom gleichen Geist beseelt ist. Nice! So, und jetzt muss ich bei facebook.com/Resonators erst mal „gefällt mir“ anklicken.
Various Artists: Dubvision III
Drei Jahre hat es gedauert, bis der Dubvisionist Felix Wolter einen neuen Sampler mit seinen Lieblings-Dubs veröffentlicht. Nun liegt er vor: Dubvision III (Perkussion & Elektronik) und ist eben so gut, wie seine beiden Vorgänger. Wieder hat der Hannoveraner zwölf ausschließlich von ihm produzierte oder zumindest remixte Tracks versammelt. Doch ist gegenüber der Dubvision II die Auswahl der Protagonisten geschrumpft. Neben ihm selbst (in unterschiedlichen Inkarnationen) gibt es nämlich nur noch die Senior Allstars und Aldubb zu hören – was aber letztendlich unerheblich ist, solange die Musik stimmt. Und das tut sie ohne jeden Zweifel. Nach meinem Geschmack, ist Mr. Wolter der vielleicht beste deutsche Dub-Produzent, auch wenn er sich in aller Bescheidenheit im Hintergrund hält und sich nicht so vermarktet, wie es ihm eigentlich zustehen würde. Hier gibt es nun einen neuen Beleg für meine Behauptung.
Meine Dub Top 10 des Jahres 2012
1. The Spy From Cairo: Arabadub
2. Aldubb: Welcome To Bassland
3. Various: Roots Tribe Showcase Vol. 2
4. Miniman: Back To Roots
5. Alpha & Omega Meets Dan I: Blessed Are The Poor
6. Ashley: Land Of Dub
7. Brain Damage: Dub Sessions
8. Shaky Norman: Universal Love
9. Dubcall: Desolation
10. The Senior Allstars: What Next?
Braintheft: Berlintendo
Mit einigen Jahren Verzögerung macht sich der Einfluss von Dubstep auf Dub nun zunehmend bemerkbar. Meist ist es lediglich der verzerrte Bass-Sound, der zitiert wird, aber es gibt auch weitreichenderen Einfluss wie z. B. bei der 2016 gegründeten und aus der Zukunft ins Jahr 2008 nach Berlin zurück gereisten Band Braintheft. Ihr soeben vorgelegtes Album „Berlintendo“ verdankt dem Dubstep rund 40 Prozent seiner Inspiration. Weitere 40 Prozent dürften dem Bass-Sound eines Bill Laswell geschuldet sein. Die verbleibenden 20 Prozent sind schließlich echter Reggae-Dub. Und genau diese, hinsichtlich meiner Lieblingsmusik recht ungünstige Verteilung verleidet mir den ungetrübten Spaß an „Berlintendo“. Das Album besteht aus drei Teilen: dem „Studio Mode“ (Studioaufnahmen), dem „Live Mode“ (Konzertmitschnitt) und dem „Versus Mode“ (Remixes), was insgesamt stolze 28 Tracks ergibt. Allen Stücken gemein ist ein entspannter, dunkler, teils verspielter, elektronischer Sound, der seine handgemachte Herkunft nicht leugnen kann. Doch trotz reichlich Schallwellen aus dem Frequenzkeller, fehlt dem Album der rechte Wumms. Mir ist die Musik zu verkopft, die Soundscapes zu langatmig und die Rhythms zu ideenlos. Wie so oft bei Bill Laswell, fehlt der Musik schlicht der Groove – von Melodien ganz zu schweigen. Alles das, was im klassischen Sinne „schön“ ist an einem Dub, wird hier zugunsten atmosphärischer Klangwelten geopfert. Einfache, aber dadurch vielleicht bestechende, Ideen werden durch komplizierte Kompositionen, reichlich Breaks, Rhythmuswechsel und aufwändige Arrangements ersetzt. Doch viel ist nicht unbedingt mehr, sind die stärksten Ideen doch oft gerade die (scheinbar) einfachsten. Dummerweise sind sie auch am schwierigsten zu bekommen.
Spätestens seit dem großen Erfolg von Fat Freddy‘s Drop befindet sich Neuseeland auf der Reggae-Weltkarte. Doch wer hätte gedacht, dass Fat Freddy‘s Drop, Trinity Roots, The Black Seeds und alle anderen Reggae-inspirierten Bands der Insel einen gemeinsamen Urahn haben: Salmonella Dub. 1992 in Christchurch gegründet, ebnete die inzwischen fünfköpfige Band den Weg für Reggae aus Kiwi-Land. Trotz ihres Namens (den sie wegen ihrer schrägen „Bad Taste“-Cover verliehen bekommen haben) ist Salmonella Dub keine Dub-Band. Das Gegenteil ist der Fall: die meisten ihrer Stücke beinhalten Vocals. Aber nicht nur das: Salmonella Dub ist eigentlich noch nicht einmal eine echte Reggae-Band. iTunes listet sie unter dem Label „Alternative“ – was schon zeigt, dass sich die Musik stilistisch nicht so recht fassen lässt. Hört man in ihr Oeuvre, weiß man auch, warum Reggae-Fans sie bisher nicht auf dem Schirm hatten. Unser Mann in Hamburg jedoch, der Label-Chef von Echo Beach, hatte natürlich längst bemerkt, dass sich unter den stolzen 22 Alben/EPs der Diskographie der eine oder andere Reggae-Dub versteckt hielt und dass allseits geschätzte Remixer wie Groove Corporation, Dreadzone oder Adrian Sherwood so manchen Song einfach zum Reggae-Dub konvertiert hatten. Wie bei der Trüffellese pickte er sich diese hocharomatischen Tracks heraus und kompilierte sie – die Zielgruppe unbestechlicher Dubheads vor Augen – zu einem richtigen, echten Dub-Album: „For The Love Of It (Echo Beach). Hardcore-Steppers sucht man hier allerdings vergebens. Das Spektrum bewegt sich eher im Bereich zwischen tendenziell poppigen Stücken, sehr rootsigen Nummern und wunderbar hypnotischen, kunstvoll gespielten und gemixten Dubs. Gelegentlich spielt ein wenig Ambient hinein und in einem Fall gibt es sogar eine coole Mischung aus Drum & Bass und Dubstep. Alles sehr schön. Für uns Freunde des Dub ist es zweifellos ein „Best Of Salmonella Dub“-Album.
The Senior Allstars: What Next?
Vor rund zwei Jahren schwärmte ich an dieser Stelle von „In Dub“, dem damals neusten Werk der Senior Allstars und zugleich dem ersten „richtigen“ Dub-Album der Instrumentalband. Damals hatten sie diverse Dub-Mixer eingeladen, vorhandenes Allstars-Material in schöne, klassische Dubs zu verwandeln. Was im Studio so gut gelang, sollte nun auch auf der Live-Bühne funktionieren. Doch wie spielt man Dub vor Publikum, ohne die Musiker zu reinen Material-Zulieferern für den Nerd hinterm Mischpult zu degradieren? Ganz abgesehen davon, dass die Live-Performance eines Tontechnikers grundsätzlich wenig unterhaltsam ist. Die von den Senior Allstars gefundene Lösung für dieses Dilemma ist so einfach, wie genial: Jeder Musiker mixt sein eigenes Instrument. Ausgestattet mit Mixer und Effekten, entsteht so im Zusammenspiel der eigentliche Dub-Mix – live & direct. Ein Konzept, das sich auf den Tourneen der Band in den letzten zwei Jahre dermaßen gut bewährte, dass die Allstars die Frage nach dem nächsten großen Album („what next?“) damit beantworteten, auf diese gleiche Weise ein ganzes Studio-Dub-Album einzuspielen – ohne Overdubs oder nachträglichen Dub-Mix. Das Ergebnis liegt nun vor und trägt den passenden Titel: „What Next?“ (Skycap). Die Frage könnte auch lauten: „Does it work?“. „Yes Sir!“ ist man versucht auszurufen, so sehr überzeugt das neue Werk. Live-Atmosphäre und schöne, kreative Dub-Mixes verbinden sich hier auf ideale Weise. Das Album entwickelt einen wunderbaren Flow, in den man sich als Zuhörer fallen lassen kann, um mal diesem oder jenem Instrument zu lauschen, um dem Groove nachzuspüren oder einem Echo durch Raum und Zeit zu folgen. Doch was ist die Form ohne den Inhalt? Die eigentlichen Stars des Albums sind weder Live-Atmosphäre noch Dub-Effekte – es sind vielmehr die ungemein schönen Kompositionen, die regelrechte Song-Strukturen entwickeln und weit über die „Loops“ hinaus gehen, auf denen manch anderes Dub- (oder gar Dubstep-) Album aufgebaut ist. Fast bekommt man den Eindruck, als seien auch diese Kompositionen live entstanden, als würden sie sich erst in dem Moment formen, indem der Ton das Instrument verlässt. Alles greift hier organisch ineinander, verbunden durch den roten Faden des Dub. Das, was hinterher als konkrete Aufnahme vorliegt, ist einmalig und unwiederholbar. Man könnte sagen, dass bei den Senior Allstars Dub zu Jazz wird, indem Dub wie ein eigenes Instrument funktioniert, das die Performance der Musiker improvisierend umspielt und alle Einzelteile eines Stücks zu einem großen, starken Groove verbindet.
Ich bin immer wieder begeistert, wo überall, rund um den Globus, großartiger Dub produziert wird. Auffällig ist nur, dass Jamaika dabei kaum eine Rolle spielt, während Europa überproportional vertreten ist: England (natürlich), Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien, Polen – überall gibt es Dubheads, die die Fahne von instrumentaler Roots-Music hoch halten. Und natürlich – nachdem es um Twilight Circus ruhig geworden ist – jetzt auch wieder die Niederlande! Tim Baumgarten heißt hier der umtriebige Dub-Producer der Stunde, besser bekannt als Slimmah Sound – oder noch besser bekannt unter dem Namen seines Labels: Roots Tribe. 2009 machte er mit seinem „Roots Tribe Showcase Vol. 1 – Love Jah More“ donnerschlagartig auf sich aufmerksam. Dann gab es vereinzelte 10“ und 12“ bis jetzt – bis: „Roots Tribe Showcase Vol. 2“ (Roots Tribe). Wieder präsentiert Baumgarten ein Showcase-Album, das für Furore sorgen wird. Als Vokalisten mit von der Partie sind: Fitta Warri, Jah Melodie, Lyrical Benjie, Teddy Dan, Zed I und Kyle Sicarius. Sie alle bieten gute, inspirierte Songs, doch das eigentliche Highlight des Albums sind – wie sollte es anders sein – die Dubs. Offensichtlich weiß Baumgarten nicht nur als Grafikdesigner, wo der Hase läuft (sein Cover für Vol. 2 ist top!), sondern auch als Produzent und Musiker. Gemeinsam mit Gitarrist Robby Sens, hat er für den Showcase rundum gelungene Rhythms aufgenommen. Deep, deep, deep, melodiös, hypnotisch und mit einer winzigen, aber entscheidenden Spur von Live-Sound. Statt monotoner Steppers, sind hier eher filigrane, komplett durcharrangierte Tracks entstanden, denen man gleichermaßen gerne bewusst zuhört, wie man sie (wenn es die Gelegenheit denn mal gäbe!) laut und „physisch“ im Soundsystem erleben möchte.









