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Dub Spencer & Trance Hill: Physical Echoes

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Und da reiten sie wieder: Dub Spencer und Trance Hill! Ihr neues Album trägt den schönen Titel „Physical Echoes“ (Echo Beach), der gewiss auf die geradezu physische Hörerfahrung anspielt, die ihre gewaltigen Bassfrequenzen stets ermöglichen. Typisch für die vier Schweizer ist ihr minimalistischer, handgespielter Dub-Sound, der nicht selten psychedelisch, trance-hafte Züge annimmt. Ihr neustes Werk baut auch auf diesem soliden Fundament, doch scheint die hierauf errichtete Sound-Architektur einen kleinen Evolutionssprung zu vollziehen. Der raue, rockige Charme ihrer früheren Alben weicht hier einem stärker elektronisch geprägten Klang. Die ganze Anmutung wirkt dichter, intensiver und noch „dubbiger“. Im Kontrast dazu gibt es aber auch geradezu beschwingte, melodiöse Dubs, wie „Polar“ oder „Wanna Ride“ und mit „Hyperactive Echo“ sogar so etwas wie Dub-Funk. Es ist also gar nicht so einfach, das Album auf den Punkt zu bringen. Mir scheint, dass die Jungs hier die Tür zu etwas neuem aufstoßen, ohne schon komplett hindurch gegangen zu sein. Und mir scheint auch, dass das, was da kommt, verdammt gut sein wird – denn „Physical Echoes“ zählt für mich schon zu den spannendsten Alben des Dub-Quartetts.

Rating 5 Stars

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Revolutionaries: Musical Dub Attack

MusicalDubAttack

Und noch ein Reissue: „Musical Dub Attack“ (DKR) der Revolutionaries. Hier von einem Reissue zu sprechen, ist allerdings schon recht gewagt, denn das Original ist 1976 bei Virgin-Records lediglich als White-Label in Minimalauflage erschienen. Aber erzählen wir die Geschichte der Reihe nach: „Musical Dub Attack“ ist tatsächlich die Dub-Version von I Roys „Musical Shark Attack“ aus dem gleichen Jahr – nur, dass es eigentlich umgekehrt war: Das Dub-Album existierte schon, als Virgin Records im Channel One-Studio nach einem neuen I Roy-Album fragte. Also Toastete I Roy über das Dub-Material und beides ging dann zusammen nach England: Ein Dub-Album und ein I Roy-Album. Letzteres erhielt von Virgin eine amtliche Veröffentlichung, während das arme Dub-Gegenstück nur als häßliche Testpressung mit weißem Label heraus gebracht wurde. Doch das Entlein wurde zum Schwan, denn verrückte Dub-Sammler schlagen sich seitdem um die wenigen Exemplare und preisen seine Qualität und Schönheit in höchsten Tönen. Deeper Knowledge Records aus Brooklyn betätigte sich nun als Spielverderber und wiederveröffentlichten das sagenhafte Dub-Album jetzt nonchalant als ordinäre Vinyl- und CD-Ausgabe. Tja, so kann’s gehen. Jetzt muss sich zeigen, ob die hier versammelten Dub-Attacken auch ohne den Status des raren Sammlerobjektes überzeugen und bestehen können. Zu hören gibt’s den klassischen, Mid-70er Channel One-Sound mit Sly Dunbars virtuosen Rockers-Trommelwirbeln – direkt vom Original-Band gemastert – und so manchen, aus der Rocksteady-Ära bekannten Riddim. Der Mix lässt sich am treffendsten mit „routiniert“ beschreiben. Meine Einschätzung: schönes Album. Kult? Eher nicht.

Rating 3 Stars

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Blundetto: World of Dub

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Es gibt Dub-Alben, die fallen einfach so vom Himmel. Ohne Ankündigung, ohne vorherige große Erwartungen, ohne dass jemand auf sie gewartet hätte. Plötzlich sind sie da und wollen von mir angeklickt werden. „World of Dub“ (Heavenly Sweetness) von Blundetto ist so ein Album. Weder sein unscheinbarer Titel, noch das simple einfarbige Cover ließ mich im entferntesten vermuten, welch unglaubliche Dub-Schatz sich hier verbirgt. Blundetto war mir zwar entfernt ein Begriff. Sein Debut-Album „Bad Bad Things“ von 2010 hatte ich mal durchgehört, aber ohne dass es einen bleibenden Eindruck bei mir hinterließ. Zwei Alben später hatte ich den Pariser Musiker, der seine Tunes in einer kleinen Zweizimmerwohnung in der Nähe des Gare du Nord zwischen einer gigantischen Vinyl-Plattensammlung, alten Aufnahmegeräten, exotischen Instrumenten und übervollen Aschenbechern aufzunehmen pflegt, schon wieder vergessen. Zu unrecht, wie sich jetzt zeigt, denn seine schrägen, souligen Reggae-Produktionen, wie sie auf dem Vocal-Album „World Of“ zu hören sind, klingen durchaus spannend. Trotzdem sind sie kein Vergleich zu dem, was Max Guiget alias Blundetto nun auf der Dub-Version dieses Albums gezaubert hat. „World of Dub“ ist eine Klasse für sich. Es ist ein Paradebeispiel dafür, wozu Dub – wenn sein Konzept richtig verstanden und konsequent umgesetzt wird – im Stande ist. Aus den souligen, manchmal etwas sperrigen Stücken des Originals sind hier gewaltige Bass-Wunder geworden, vollständig dekonstruiert und neu Interpretiert. Das Ergebnis ist ein merkwürdig widersprüchlicher Sound: einerseits absolut reduziert, fast schon minimalistisch, andererseits jedoch voller „analoger“ Atmosphäre und schräger Ideen, die manchmal an Adrian Sherwoods Frühwerk denken lassen. Manchmal aber auch an Lee Perrys Drum-Machine-Experimente oder daran, wie Bob Marleys Song „Work“ auch hätte klingen können: dunkel, geheimnisvoll und magisch. Oft sind es ja die Genre-Aussenseiter, die so spannende Sachen produzieren, weil sie sich einfach nicht um Regeln und Konventionen scheren. Blundetto ist so ein Typ und in seiner verrückten World of Dub können wir eine neue Spezies von Dub entdecken, die uns noch lange faszinieren wird.

Rating 5 Stars

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Augustus Pablo Presents: Rockers International

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Hier haben wir das Reissue eines Reissues: „Augustus Pablo Presents Rockers International“ (VP). Das Doppelalbum besteht aus 28 Tracks, die es zuvor in Form zweier Releases gab: Vol. 1, unter dem Titel „Rockers International“ erstmals 1980 in Jamaika veröffentlicht und dann 1991 wieder von Greensleeves, sowie Vol. 2, eine Kompilation, die Greensleevs im Folgejahr 1992 unter dem Titel „Rockers International 2“ nachschob. Beide Alben präsentieren essenzielle Pablo-Produktionen der 1970er Jahre und dürften bei jedem Reggae-Sammler wahrscheinlich längst im Regal stehen. Ersteres hat seinen Schwerpunkt bei den Vocal-Produktionen des 1980er-Originals, die Greensleeves beim Rerelease um vier Instrumental-Cuts von „El Rockers“ ergänzte. Letzteres bietet neben fantastischen Vocal-Tracks, wie z. B. Junior Delgados „Away With You Fussing and Fighting“ oder Jacob Millers „Each One Teach One“ acht Instrumentals und Dubs, die zweifellos zu dem Besten gehören, was Pablo produziert und die King Tubby-Crew je gemixt hat. Also insgesamt das richtige Material, um uns Dubheads in Verzückung zu versetzen – zumal die Produktionen hier in einer bisher ungehörten Qualität erklingen. Alle 28 Tracks wurden nämlich von Kevin Metcalfe superb remastert: crisp, dynamisch und wunderbar differenziert. Eine besondere Erwähnung verdient zudem die Vinyl-Ausgabe des Doppelalbums, deren Matrizen logischerweise neu geschnitten wurden und die von atemberaubender Sound-Qualität ist. Wer’s pragmatischer mag: „Rockers International“ ist auch im Stream verfügbar und klingt auch hier klasse. Die perfekte Gelegenheit, um sich von dem inzwischen rund 40 Jahre alten Sound des begnadeten Produzenten und Melodikaspielers erneut faszinieren und beglücken zu lassen.

Rating 4 Stars

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Mafia & Fluxy: Introducing the Pharmacist

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Mit einem Dub-Album von Mafia & Fluxy hatte ich jetzt nicht gerechnet. Doch hier ist es: „Introducing the Pharmacist“ (Mafia & Fluxy). Es enthält moderne, handgespielte Dubs, die aber ganz im Stil des jamaikanischen Old School-Dub produziert und gemischt sind und so manch klassischen Riddim, wie z. B. Johnny Clarkes „Declaration of Rights“ oder Johnny Osbournes „Truth and Rights“ zitieren. Ganz in der Tradition eines Scientist, oder Peter Chemist scheint auch der Pharmacist zu stehen, der hier offenbar für den Mix verantwortlich zeichnet. Drei Toningeneure waren an der Entstehung des Albums beteiligt: Calvin „So So“ Francis, Gussie P. und Carlton McLeod. Ob sie sich das Pseudonym teilen? Der Mixing-Style der einzelnen Tracks unterscheidet sich nämlich durchaus voneinander. Vor allem die minimalistischeren Dubs würde ich ohne Zögern Gussie P. zuschreiben. Diese sind es auch, die mich aufgrund ihrer meditativen Kraft besonders faszinieren. Hier findet Dub ganz zu sich selbst. Wie überhaupt das ganze Album so klingt, als wollten die beiden britischen Multiinstrumentalisten, Studiomusiker und Produzenten beim europäischen Dub-Hype in Zukunft ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Nur zu! Ich bin ganz Ohr.

Rating 4 Stars

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TVS: Deep Steppaz Dub

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Dass der Dubvisionist auch anders kann, stellt er mit dem Album „Deep Steppaz Dub“ (Time Tools Recordings) klar. Hier geht es nicht länger um virtuos ausgetüftelte, analoge Dub-Sounds, sondern schlicht um fette digitale Beats und abgrundtiefe Basslines. Ich muss sagen: Ich stehe drauf. Zumal das, was Felix Wolter uns hier auftischt, entgegen eigener Aussage, gerade kein „Steppas“ im klassischen Brutalo-Sinne ist. Wenn ein Feingeist wie er „Steppas“ produziert, dann ist es viel mehr als stupides Four to the Floor. Dann ist es trotz digitaler Produktion Reggae im besten Sinne: clever komponiert, raffiniert arrangiert – das allerdings mit einer Extraportion Energie. Acht der hier versammelten zehn Dubs stammen aus den Jahren zwischen 2004 und 2008, die für das Album allerdings neu remixed wurden. Der furiose erste Track „Steppaz Dream“ sowie „Hard Times“ sind hingegen neue Produktionen. Mir hat es jedoch ganz besonders „Roots Stepper“ angetan – eine schöne Reminiszenz an den (von Felix Wolter verehrten) Mad Professor und dessen legendären Dub „Kunta Kinte“.

Rating 4 Stars

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Dubvisionist: DV IV

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Der Dubvisionist aus Hannover ist der wahre Künstler unter den hiesigen Dub-Mixern und -Produzenten. Ein alter Meister, der alle Finessen des Handwerks kennt und mal mit kühnem Schwung die große Komposition auf die Leinwand wirft, ein anderes Mal wie Godefridus Schalcken mit feinem Pinsel kleinste Details ausarbeitet. Er ist Frickler, Tüfter, und großer Sound-Künstler zugleich. Und wie bei einem alten Meister nicht anders zu erwarten, ist seine Kunst fein, subtil und tiefgründig. Folgerichtig trägt sein neues Werk auch den bescheidenen, sachlichen Titel „DV IV“ (Perkussion & Elektronik) und huldigt dem zeitlosen, organischen Sound handgespielter Musik. Hier ist fast alles analog: „echtes“ Schlagzeug, „echte“ Mikrophone und „echte“ Bandmaschinen. Erst wenn all diese natürlichen Zutaten für einen seiner warmen, reichhaltigen Dubs vorliegen, bringt der Visionist den Computer ins Spiel und kombiniert sie zu einem komplexen, fein abgestimmten und absolut zeitgemäßen Dub-Meisterwerk, das in dieser Qualität allein mit den alten jamaikanischen Methoden dann doch nicht möglich gewesen wäre. Die meisten dieser Tracks entstanden in Zusammenarbeit mit Markus Dassmann von den Senior Allstars. Die beiden spielten Drums, Percussions, Bass, Gitarre und Keyboards selbst ein. Bei einigen Tracks lieferte Marco Baresi von der Far East Band noch ein paar Drumtakes dazu. Zwei weitere faszinierende Tracks im Stile eines frühen Lee Perry entstanden in Zusammenarbeit mit Blunt Command. Was im klassischen Dub-Style beginnt, nähert sich gegen Ende des Albums zunehmend einer anderen Seite unseres Visionisten: den Sphären entspannten Downtempos, gipfelnd im letzten Track „Highway to Heaven“, der das Werk sanft ausklingen lässt.

Rating 4 Stars

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Umberto Echo: The Name of the Dub

Unknown

In schöner Regelmäßigkeit legt der Münchner Dub Wizard Umberto Echo alle zwei Jahre ein neues Dub-Album vor. „The Name of the Dub“ (Echo Beach) ist sein neues Werk betitelt und das Cover zeigt ihn mit Bassbox und Mischpult inmitten von unzähligen, zu hohen Stapeln aufgetürmten Büchern. Unter ihnen so gewichtige Werke wie „Roots of Dub“, „Dub Alamanac“, „Battle of Dub“ und „Dub for Dubbies“. Auch, wenn man nicht William von Baskerville heißt, ist das Rätsel ist schnell gelöst. Umberto Echo spielt hier auf „The Name of the Rose“ seines Namensvetters Umberto Eco an. Wir erinnern uns: In dem Buch geht es um das „zweite Buch der Poetik“ des Aristoteles, in dem – nach der Tragödie im ersten Teil – die Komödie behandelt wird. Ein Buch, dessen Seiten der finstere Mönch und Hüter der Klosterbibliothek, Jorge von Burgos, vergiftet hat, weil er die in diesem Buch vertretene, positive Einstellung zur Freude und zum Lachen für zu gefährlich hielt. Niemand sollte es lesen und diesen Akt des Frevels überleben. Doch jetzt kommt Umberto Echo, tritt Mönch Jorge kräftig in den Hintern und spielt uns 17 verbotene Tracks aus dem Buch der Freude und des Lachens vor. Statt uns auf die transzendente Dimension von Dub einzuschwören (wie es Aldubb mit seinem letzten Album so vortrefflich getan hat), oder uns gar auf eine vermeintlich einzig wahre Schule des Dub verpflichten zu wollen, greift Umberto Echo einfach beherzt in die Regler und verbreitet puren Spaß. Mixt munter die Genres – wie wir es ja von ihm gewohnt sind – und knallt uns Bass, Melodien und gut gelaunte Produktionen um die Ohren, dass es eine Freude ist. Dazu greift er erneut auf Produktionen befreundeter Musiker zurück und konzentriert sich voll und ganz auf den Dub-Mix. Minimalismus und Dekonstruktion sind seine Sache nicht. Fast alle Dubs sind lebensprall und reich an Melodien, Sounds und Dub-Effekten. Da passt es gut ins Bild, dass einige der Dubs auf populären Tunes von z. B. Dubmatix, Sara Lugo, den Senior Allstars, Jahcoustics oder Jamaram basieren, deren Original-Vocal-Versionen noch im Ohr nachklingen, wenn Mr. Echo sich daran macht, seine verspielten Dub-Versions anzustimmen. Schöner Nebeneffekt: Das Ganze ist ein richtig netter Showcase europäischer Reggae-Produktionen. Lange Schreibe, kurzer Sinn: Schieden sich an Echos „Elevator Dubs“ noch die Geister, so werden hier, im Namen des Dub, alle ihren Spaß haben.

Rating 5 Stars

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Dub Syndicate: Dub is All I Got

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Dub kann ja bekanntermaßen – dank seiner Konzentration auf Drum & Bass – eine gewisse Nähe zum Minimalismus nicht leugnen. Nimmt man nun einen solchen minimalistischen Dub, lässt ihn 13 (!) mal remixen und packt dann alle Remixe plus dem Original auf ein Album – dann erhält man zweifellos das Manifest des Minimalismus schlechthin. Oder aber wahre Concept Art. Vor allem aber erhält man ein Lehrstück in Sachen „Dub“, denn wie sonst ließen sich die Möglichkeiten von Dub so perfekt demonstrieren? Dub-Mutation in Vitro, gewissermaßen. Es ist natürlich unser Hamburger Lieblingslabel Echo Beach, dem wir diese Lektion zu verdanken haben. 14 Mixe von Style Scotts „Dub is All I Got“ (Echo Beach) – ursprünglich auf Dub Syndicates „Hard Food“-Album zu finden –  Back to Back und von einigen der spannendsten Dub-Mixern der Gegenwart: Dubblestandart, Dubvisionist, Aldubb, Umberto Echo, Victor Rice, Brain Damage, Robo Bass HiFi, Sensi Dub, Fenin u.a. Ein Kräftemessen der Superlative – nicht umsonst trägt das Album den Untertitel „Remix Clash“. Würde mich mal interessieren, wer hier Sieger in der Gunst des Dub-Publikums würde. Ich bin ja sehr von Sensi Dubs Steppers-Variante angetan und von Fenins Elektro-Minimal-Remix – lasse aber gern mit mir reden.

Rating 4 Stars

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Five Star Review

Singers & Players: War of Words

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Wer sich gelegentlich in den Musik Online-Stores und bei den Streaming-Diensten umschaut, wird feststellen, dass zur Zeit der komplette ON-U-Sound-Back-Katalog online gestellt wird. Was liegt da näher, als einem der legendärsten Alben des Labels, „War of Words“ (On-U Sound), eine stolze analoge Vinyl-Reissue zu spendieren? Das Original erschien 1981 auf dem amerikanischen Label 99 Records und erst ein Jahr später auf On-U-Sound in Großbritannien. Es war das Debut der „Singers & Players“, eines virtuellen und niemals klar definierten Kollektivs verschiedener Reggae-Musiker, Deejays und Singer. Produzent Adrian Sherwood trieb damals die Vision um, mit 15 bis 20 Musikern in wechselnden Formationen den On-U-Sound-Kosmos und seine sehr spezielle Vorstellung von Post-Punk Roots und experimentellem Dub entstehen zu lassen. Im Zentrum dieses historischen Albums steht die sanfte Stimme von Bim Sherman, die auf fünf der sieben Tracks gefeatured wird. In scharfem Kontrast dazu steht Prince Far Is raues Organ, das vor allem auf dem Track „Quanté Jubila“ im Duett mit Crucial Tony zu hören ist. Dazwischen (und in den Extended Versions) sind Dubs eingestreut, die – hört man sie heute mit Blick auf die nachfolgenden rund 35 Jahre Dub-Historie – immer noch unglaublich innovativ klingen. Doch es sind weniger die einzelnen Stücke, die den besonderen Reiz des Albums ausmachen als vielmehr ihre Kombination – zumal die hier versammelten vier Extended Versions auch in sich schon eine Kombination aus Vocal- Deejay- und Dub-Version sind. Durch diese Zusammenstellung, den eigenwillig-räumlichen Dub-Syndicate-Sound und den durchgehenden markanten Dub-Mix aller Tracks, erhält das Album starken Konzept-Charakter – der seinerseits einen faszinierenden Flow zur Folge hat, in dem man sich als Hörer unweigerlich verliert. Einige wiederentdeckte, bisher unveröffentlichte Tracks aus den „War of Words“-Sessions erblicken zudem auf der EP „War of Version“ erstmals das Licht der Öffentlichkeit.

Rating 5 Stars