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Jah Shaka Meets Aswad in Addis Ababa Studio

Unglaublich: Jah Shaka alias „The Zulu Warrior“, einer der rätselhaftesten Künstler, Produzenten und Pioniere des Reggae und Dub, die Speerspitze der Londoner Soundsystemkultur ist tot. Er starb (vermutlich) am 12.04.2023. Sein präzises Alter und die Todesursache wurden nicht bekannt gegeben.
Jah Shaka von dem noch nicht einmal sein bürgerlicher Name bekannt ist, war bereits zu Lebzeiten eine Ikone. Geboren wurde er in Chapleton, der Clarendon Parish auf Jamaika. Noch als Kind kam er 1956 mit seinen Eltern als Teil der Windrush-Generation nach London. Für ihn und seine Zeitgenossen waren Musik schon immer ein wichtiges Werkzeug, um die feindliche, rassistische Umgebung zu kompensieren, in der sie sich befanden. Mit ein paar Schulfreunden gründete er 1962 eine Reggae-Band. Ende der 1960er trat er dem lokalen Soundsystem Freddie Cloudburst bei, das ihn zur Musikindustrie führte.

Von der Rastafari- und der US-Bürgerrechts-Bewegung inspiriert, gründete Jah Shaka kurze Zeit später sein eigenes Soundsystem. Ein Schlüsselmoment war, als er 1976 bei einem Clash gegen Lloyd Coxsone antrat, eines der zu der Zeit angesagtesten Soundsystems in England. Es endete damit, dass Coxsone einsehen musste, dass er verloren hatte und den Dance abbrach. Das Jah Shaka-Soundsystem war wenige Jahre nach seiner Gründung das angesehenste Soundsystem außerhalb Jamaikas. Später zeigten sich auf Jah Shakas Dances regelmäßig bekannte Persönlichkeiten der Londoner Reggae-Szene, wie etwa Earl Sixteen oder auch Yabby You.

Ende der 1970er startete Shaka ein eigenes Label, auf dem er seit Anfang der 1980er Jahre eigene Produktionen veröffentlichte, wie die „Commandments of Dub“ Serie. Es entstanden im Laufe der Zeit auch mehrere Kollaborationen mit namhaften britischen Künstlern, wie Aswad und Mad Professor, die aber teilweise auf anderen Labels erschienen. Hinzu kamen auch Aufnahmen mit Horace Andy, Max Romeo und den Twinkle Brothers. Mehrmals reiste er nach Jamaika und produzierte dort in King Tubby’s legendärem Studio in Waterhouse oder im Music Works Studio von Gussie Clarke u. a. mit Veteranen wie Willie Williams und Max Romeo, aber auch mit jungen Musikern wie Icho Candy.

In den 1980ern war Jah Shaka eigentlich abseits des Mainstreams, denn der Trend ging zu digitalen Sounds und Slackness. Während sein Soundsystem mit einem einzelnen Plattenspieler neben dem Mischpult antrat, hielt Shaka als Rastafari an seinem „Roots and Culture“-Programm unbeirrt fest. Neben sozialkritischen Anliegen griff er schon immer vor allem spirituelle Themen der Rasta-Kultur auf, begleitet von donnerndem Bass und monoton-hypnotischen Sounds, mit denen er sein Publikum in Trance-ähnliche Zustände versetzte. Seine Dances entwickelten von Anfang an eine mystische Atmosphäre, die dem Publikum oftmals mehr religiösen oder politischen Veranstaltungen zu gleichen schienen, als gewöhnlichen Party-Veranstaltungen. Jah Shakas Verständnis der Musik war immer spiritueller Art.

Viele britische Dub-Künstler wurden durch Jah Shaka inspiriert, wie beispielsweise die Disciples, aber auch die Slits. Insgesamt entwickelte Jah Shaka einen großen musikalischen Einfluss auf den gesamten britischen Dub und ganz speziell auch auf die Entwicklung von Jungle und Drum & Bass.

Bei einem Hausbrand im Jahr 2000 wurde Shaka schwer verletzt und war lange Zeit außer Gefecht gesetzt. Danach setzte er – stark wie immer – seine Liveauftritte wieder fort und tourte regelmäßig in Großbritannien und gelegentlich andernorts in Europa, den USA oder Japan.

Jah Shaka unterstützte in Jamaika und Ghana verschiedene Sozialprojekte, wie Schulen, Krankenhäuser und Fußball-Jugendmannschaften und war bis zu seinem Tod aktiv. Gerade noch vor ein paar Tagen hat er seine Tourdaten für dieses Jahr bekannt gegeben. Er wollte in ein paar Londoner Clubs und Musikfestivals in Großbritannien auftreten. Darüber hinaus wollte er für seine vielen japanischen Fans durch Japan touren.

Eigentlich wollte ich noch kurz die „Commantments of Dub Chapter Two“ (Jah Shaka Music) besprechen. Da haben mir dann die einschlägigen Streaming-Dienste einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht. Dennoch bin ich mir sehr sicher, dass auch „Jah Shaka meets Aswad in Addis Ababa Studio“ (Jah Shaka Music) ein erstklassiges Album ist, welches auch euren Nerv trifft. Dieses Set wurde 1985 veröffentlicht, im selben Jahr, in dem der computergesteuerte „Sleng Teng“ Riddim eines Prince Jammy über Jamaika fegte und danach im Reggae nichts mehr so war wie zuvor. In England war „Jah Shaka meets Aswad“ ein Riesenerfolg und schaffte es in die britischen Reggae-Charts.
Dieses 7-Track-Album, mit gerade einmal knapp 30 Minuten Spiellänge, wurde von Aswad eingespielt und komponiert. Produziert, arrangiert und abgemischt wurde es von Jah Shaka. Geniale 30 Minuten Magie, die Aswad vor ihrer Pop-Reggae-Ära in Spitzenform präsentieren. Von „Addis Ababa“ bis hin zu „Shaka Special“ oder „Rockers Delight“ sind es die Kompositionen, die auf monotonen, mächtigen Bass-Lines, Drums und Keyboards basieren, welche die Stärke dieses Albums und ganz besonders Jah Shakas ureigenen Sound ausmachen. Jeder Track nimmt dich mit. Der „Drum Dub“ ist eine Version des Studio One Klassikers „Drum Song“, im Original von Jackie Mittoo, und das „Aswad Special“ ist Augustus Pablos „Cassava Piece“, welches als „King Tubby meets Rockers uptown“ noch viel bekannter ist.

Jah Shaka, du Magier am Mischpult, du soziokultureller Basisarbeiter und kreativer Echokämmerer, ruhe in Frieden.

Bewertung: 5 von 5.
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Biblical: Well Read Dubs

Biblical ist ein kultureller Sänger / Sing Jay, dessen einzigartiger Gesangsstil seit der Veröffentlichung seines ersten Albums „Inborn Precepts“ (2007) bestimmt vielen bereits aufgefallen ist. Er wuchs in einem nordkalifornischen Haushalt mit einem starken Hang zu Reggae und Rastafari auf. Musik nahm für ihn schon immer eine bedeutende Rolle ein. Sie war für ihn von Anfang an Nahrung für Seele und Geist. Beginnend mit den klassischen Roots-Reggae-Interpreten Bob Marley & The Wailers und Burning Spear, um nur zwei zu nennen, wurden die Lehren Rastafaris und die Begeisterung für jamaikanische Roots Music schon in jungen Jahren tief in sein Herz gepflanzt.

Nachdem Biblical bereits über zehn Alben veröffentlicht hat, folgt jetzt sein neuestes Album „Well Read Dubs“ (Trinity Farm Music). Das Pendant zur im April 2022 veröffentlichten „Well Read“ ist sein allererstes Dub-Album. Insgesamt zehn der ursprünglich elf Tracks wurden einer superben Dub-Veredelung unterzogen. Eingespielt wurde das Album mit der in Barcelona ansässigen Reggae-Band „Go A Chant“. Hinter dem Pseudonym „Go A Chant“ verbirgt sich auch der Musiker, Produzent und Kopf der Band – Manel (katalanische Form des Vornamens Manuel) Guerra. Der Musiker und Engineer hat bereits mehrfach, auch live, mit Künstlern wie Midnite/Akae Beka, Army, Tuff Like Iron, Ancient King, Iqulah und Prezident Brown zusammengearbeitet. Interessant: Als prägende musikalische Einflüsse nennt Manel Guerra einmal nicht Bob Marley & the Wailers an erster Stelle. Allen voran haben es ihm der mystische Burning Spear und ganz besonders Augustus Pablo angetan, dessen Far East Sound ihn ganz besonders beeindruckt und geprägt hat. Aber auch Einflüsse zeitgenössischer Künstler wie Midnite/Akae Beka von den US Virgin Islands sind problemlos auszumachen.

Die meisten Tracks, die auf „Well Read Dubs“ zu finden sind, erinnern sehr stark an den Sound, die Stimmung und die Vibes, welche z. B. die Band Midnite mit ihrem charismatischen Frontmann Vaughn Benjamin von den Jungferninseln in die Reggae-Welt getragen haben. Das Album beginnt sehr verhalten, mit zum Teil sphärischen Synthie-Klängen. Gefolgt von „ Dubfullness“ mit einer locker hüpfenden Orgel und tollen Percussions. Bei fast allen Tracks fällt die starke Gitarrenarbeit von Russ „Tuff Lion“ Williams angenehm auf – ganz egal ob an der Akustischen oder Elektrischen. Seine Beiträge tragen einen großen Anteil zum Gesamtbild der „Well Read Dubs“ bei. Der „Lion my Dub“ ist angereichert mit einem feinen, dezenten Melodika-Spiel. Generell ist die Grundstimmung des Albums angenehm entspannt, ja beinahe meditativ. Manchmal kommt Biblicals Stimme wie ein zusätzliches Instrument daher. Die im Raum frei schwebenden Gesangsfragmente sind mehr Lautmalerei denn Gesang und verleihen dem ganzen Klangkosmos eine weitere Facette. Keiner der Titel ist komplett „stript to the Bone“. Eine kleine, tragende Melodie ist immer auszumachen.
Alles in allem ist „Well Read Dubs“ ein sehr unterhaltsames Album mit mystischen Anklängen, die auch gerne mal wie bei „One Dub“ in jazzige Gefilde abdriften.
Achtung: Das Album erfordert meines Erachtens aufmerksames Hören und eignet sich weniger als pure Hintergrundmusik. Wenn man sich aber auf dieses zum Teil ungewöhnliche Album einlässt, offenbart es unglaubliche Dimensionen. So ging es jedenfalls mir, der die letzten Wochen das Album täglich hörte und mit wachsender Begeisterung schätzen lernte.

Noch zum Abschluss ein kleines Schmankerl für Gitarrenfreunde: „Tuff Lion: Ten Strings“ ein wunderschönes, gitarrenlastiges, etwas dubbiges Instrumentalalbum.

Bewertung: 4 von 5.
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Benjammin: Sons & Daughters Showcase

Ganz einfach ausgedrückt, ist der Baske Roberto Sanchez derzeit einer der besten Produzenten, den Reggae bzw. Dub zu bieten hat. Wer daran zweifelt, dass dem so ist, sollte sich einfach seinen Output anhören. Auch die aktuellen Showcase-Alben des Mannes von der Nordküste Spaniens zeigen, dass der Musiker, Sänger und Produzent seit über 25 Jahren auf allerhöchstem technischem Niveau arbeitet. Aber nicht nur die neuesten Werke aus dem A-Lone Ark Muzik Studio sind fantastisch, auch das vom Dubblog sträflich übergangene „Benjammin: Sons & Daughters Showcase“ (A-Lone Productions) gehört unbedingt in diese Kategorie. Das vor bereits fünf Jahren veröffentlichte Debütalbum des enigmatischen Reggae-Künstlers Benjammin aka Benedict Stobart zieht mich ganz besonders in seinen Bann. Der in England geborene Bejammin lebt seit über zwanzig Jahren im sonnigen Spanien und bewegt sich seit vielen Jahren in Roberto Sanchez’ Umfeld. Auf dem 2018 veröffentlichten „Sons & Daughters Showcase“ Vinyl-Album, finden sich sechs Gesangs-Tracks auf Seite A und sechs Dubs auf Seite B. Der Gesang erinnert an den legendären Burning Spear und/oder auch teilweise an Daweh Congo. Beim ersten Titel des Albums „Be Yourself“, der mit wunderschöner Posaune beginnt, dachte ich zuerst, ich hätte einen Hörschaden. Es kam mir immer wieder Winston Rodney aka Burning Spear in den Sinn. Bejammin hat sich Burning Spears Intonation meisterlich angeeignet. Dennoch klingt das Album keinesfalls wie ein billiges Plagiat. Die musikalische Unterstützung der Lone Ark Riddim Force ergänzt Benjammin perfekt. Was mich bei „Sons & Daughters“ vor allem mitreißt, sind die hervorragend gefertigten Riddims und die inspiriert klingenden Dubs, die das Album zu einem echten Sahnestück machen.
Die Dubs sind wunderbar mit Benjammin-Gesangsschnipseln durchsetzt. Den erstaunlichsten Track auf dem Album, mein Primus inter pares, liefert Roberto Sanchez aber mit dem perryesken „Everywhere Festival Dub“. Der Track klingt tatsächlich, als hätte ihm sein erklärtes Vorbild Lee Scratch Perry über die Schultern geschaut. Ein unglaublich inspirierter Dub. Meines Erachtens das eindrucksvollste Stück auf „Sons & Daughters Showcase“ überhaupt. Insgesamt gesehen, ist das vorliegende Album ein wahrer Leckerbissen und das nicht nur für Dub-Ohren.
Fazit: Das sind modern Roots vom Feinsten. Einfach brillant!

Bewertung: 5 von 5.
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Eeyun & The Co-Operators: Vibrations from the Bionic Tabernacle

Bristol, die englische Stadt, am Fluss Avon gelegen, hat spätestens 1991 mit den Trip Hop Künstlern Massive Attack, Tricky und Portishead ein musikalisches Universum hervorgebracht. Doch die musikalische Geschichte der Stadt geht viel weiter zurück. The Equals mit Eddy Grant wurden Mitte der 1960er hier gegründet. Die Reggaebands Talisman, Black Roots und The Pop Group mit Mark Stewart folgten Mitte/Ende der 1970er. Der mit On .U Sound verbandelte Gary Clail trat auch aus Bristol kommend 1991 ins Rampenlicht. Das sind lediglich eine Handvoll Beispiele, die Liste Bristol’scher Musikkünstler könnte ich noch ellenlang fortführen, ginge es hier nicht im Wesentlichen um Dub Cuts from Eeyun & The Co-Operators: Vibrations from the Bionic Tabernacle (Woodland Records).
Eeyun & The Co-Operators wurden zwar in Manchester gegründet, sind aber einige Zeit später nach Bristol umgesiedelt. Im Mittelpunkt des ganzen Projekts steht der Produzent, Soundengineer, Songwriter und Instrumentalist Eeyun Purkins und seine Waggle Dance Studios. Im April 2019 erschien von den Co-Operators & Friends das Album, „Rhythms From The Kitchen Sink“, dem im November 2020 „Beating The Doldrums“ folgte. Erst ein Jahr später sollte die Quintessenz der seither unveröffentlichten Dubs aus den ersten beiden LPs das Licht der Welt erblicken. Eeyun Purkins mischte die Dubs bereits als „Rhythms from the Kitchen Sink“ und „Beating the Doldrums“ entstanden, doch die Mixe blieben bisher unveröffentlicht. Noch nicht einmal auf eine Single haben es die Tracks nach dem Mixdown geschafft. Jetzt sind sie als „Name your Price“-Download zu haben. Die Dub-Tracks wurden allesamt umbenannt: „Murder at Midnight“ ft. Joe Yorke (Kitchen Sink) wurde zu „On Humanby Corner“, „The Thief & the Liar“ (Doldrums) wurde zu „Higher & Higher“.
Der starke Einfluss klassischer Reggae-Dub-Alben aus den 1970ern auf Eeyuns Arbeit als Musiker und Produzent ist sämtlichen Dubs deutlich anzuhören. Eeyun Purkins fand es am besten, die Stimmung und den Klang so nah wie möglich an den ursprünglichen Vokalmischungen zu belassen und auch die Originalversionen zu verwenden. Das gelungene Endresultat gibt ihm vollkommen recht.
Eine Künstlerin muss ich noch ausdrücklich erwähnen: Es ist die Songwriterin Perkie (making punks cry since 2006) mit ihrer wunderbaren Stimme, die offensichtlich auch Eeyun Purkins fasziniert haben muss, denn der Not Forgotten Dub aka Crazy Woman ft. Perkie aus Kitchen Sink ist der einzige Track auf dem ganzen Album, durch den gelegentlich Songfragmente schweben. Für mich Gänsehaut pur.

Und nun weiter viel Spaß beim Entdecken und Entschlüsseln der Tracks. Kleiner Tipp: Vibrations from the Bionic Tabernacle beginnt mit einem Dub vom „Doldrums“-Album gefolgt von einem Dub vom „Kitchen Sink“-Album und immer abwechselnd so weiter.

Bewertung: 4.5 von 5.
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La Panchita Dub School: Soul Rock Reggae

Der 1978 in Barcelona geborene Gerard Casajús Guaita ist uns besser unter seinem Künstlernamen Chalart58 bekannt. Bei der 2003 gegründeten katalanischen Band La Kinky Beat, die eine wilde Mischung aus Rock, Reggae, Punk, Ska, Rocksteady, Raggamuffin, Dub, Drum & Bass, Jungle und Hip-Hop spielte, war er als Schlagzeuger beschäftigt. Danach trat Chalart58 als Gründer des Plattenlabels La Panchita Records ins Rampenlicht. Das war ca. 2014/2015 und seitdem fällt mir die Panchita Dub School immer wieder sehr positiv auf. Vergangenes Jahr veröffentlichten Manu Chao, der nicht das erste Mal mit Chalart58 zusammenarbeitete, zusammen mit ihm das Album: Inna Reggae Style (La Panchita Dub School), welches leider schon vergriffen ist. Insgesamt positiv festzuhalten ist, dass alle bisherigen Veröffentlichungen des Labels nicht unbedingt in Richtung Mainstream-Musikindustrie schielen und dennoch bestens dafür geeignet sind, unser kleines, feines Genre einem breiteren Publikum näherzubringen.

Nach vielen überzeugenden Alben des Labels folgt nun eine neue Ausgabe der La Panchita Dub School: Soul Rock Reggae (La Panchita Records). Auf Seite eins des Albums zeigt jede, der hier versammelten fünf jungen, teilweise jazzig klingenden, Soulsängerinnen: Désirée Diouf, Brigitte Emaga, Reina Blava, Emma Yuzz, Eipriil zu eingängigen Reggae-Rhythmen ihre gesanglichen Qualitäten. Auf Seite zwei folgen anschließend fünf sehr knackige Dub-Versionen, die von den „Studenten der Akademie“: Bone Lema, ZRP Beats, Pau Senserrich unter der Aufsicht und den aufmerksamen Ohren ihres „Lehrers“ Chalart58 produziert und gemixt wurden.
Klassische Showcase-Alben haben, dank Roberto Sánchez und Chalart58, wieder Konjunktur und deshalb höre ich auch „Soul Rock Reggae“ bevorzugt als Showcase. Welche Herangehensweise der eigenen Hörgewohnheit eher entspricht, sollte man aber je nach Gusto für sich selbst entscheiden.

Bewertung: 4 von 5.
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Arise Roots : Dubways

Viele mögen wegen seines rockigen Charakters keinen amerikanischen Reggae. Dennoch hat „Rock-Reggae“ angesichts der großen Zahl amerikanischer Bands (Tribal Seeds, Groundation, Slightly Stoopid, SOJA, Passafire, Stick Figure u. v. a.) und ihres Erfolges längst den Status eines Subgenres erlangt. Selbst Bob Marley & The Wailers hatten teilweise zwei Lead-Gitarristen (Al Anderson & Junior Marvin) in ihrer Standardbesetzung, die gelegentlich auch ordentlich los rockten. Also im Grunde genommen nichts wesentlich Neues. Zu den exponierten amerikanischen Bands gehören seit einiger Zeit auch die 2010 gegründeten „Arise Roots“. Die Band wurde mit der Absicht gegründet, eine neue und einzigartige Roots-Reggae-Band zu bilden, welche die kollektiven Leidenschaften der sechs Musiker widerspiegelt. „Arise Roots“, die Band aus den Straßen von Los Angeles, verfolgte von Anbeginn ein Ziel: Einen frischen Reggae-Sound mit modernem Feeling zu kreieren, der alle Lebensbereiche, Altersgruppen und Rassen anspricht, ohne das wahre Roots-Reggae-Feeling zu beeinträchtigen. Im Jahr 2020 veröffentlichten die sechs Musiker ihr viertes, von der Kritik gelobtes, Album „Pathways“ (Ineffable Records). Vor ein paar Tagen (27.01.) wurde nun das erste Dub-Album der Band: „Dubways“ (Ineffable Records) veröffentlicht. Wie der Name bereits ahnen lässt, eine komplette Dub-Version der „Pathways“. Das Album wurde von den Zion I Kings, der Dreifaltigkeit des modernen, amerikanischen Reggae, gemischt. Durch ihre Arbeiten im letzten Jahrzehnt haben die Zion I Kings eine Art musikalische Rückführung des Reggae zu seinen Wurzeln geschaffen und so klingt auch „Dubways“, aber eben wie die amerikanische, rockigere, Roots-Reggae-Variante. Wir hören hervorragend eingespielten, organischen und sehr entspannten Dub-Sound mit Yamaha Keyboards, fetter Bassgitarre, verspielten E-Gitarren-Soli, vibrierenden Drums und angenehm dahin schwebenden Songfragmenten aus dem Original-Album. Ganz besonders angetan hat es mir Lead-Gitarrist Robert Sotelo, der seine unverwechselbare Handschrift von Riffs und Licks dem Gesamtsound hinzufügt.
Insgesamt – auch dank Zion I Kings – ein sehr gelungenes, entspanntes Album von Amerikas Westküste.

Bewertung: 4 von 5.
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Augustus Pablo & Rockers All Stars: Lightning & Thunder

Der im Mai 1999 verstorbene Horace Swaby, besser bekannt als Augustus Pablo, ist hier im Dubblog wahrlich kein Unbekannter. Ich muss zugeben, dass mich damals sein viel zu früher Tod mit gerade einmal 46 Jahren sehr berührt hat. Der etwas jazzige Far East Sound des Ausnahmemusikers und Produzenten Augustus Pablo hat schon immer meinen Nerv getroffen. Das erste Augustus Pablo Album, welches meine Sammlung bereicherte, war die von Tommy Cowan produzierte und vom unsterblichen King Tubby gemixte „Ital Dub“. Die 1974 von Trojan veröffentlichte „Ital Dub“ ist eine geniale Momentaufnahme und zeigt Augustus Pablo auf seiner Wegfindung zum Produzenten seiner eigenen Werke. Ob jetzt Peter Tosh oder Augustus Pablo der Erste war, der das Kinderinstrument Melodica im Reggae salonfähig machte, wird höchstwahrscheinlich nicht mehr eindeutig geklärt werden.

Vor ein paar Tagen ist nun aus den Archiven der Pablos das Album „Augustus Pablo & Rockers All Stars: Lightning & Thunder“ (Onlyroots) erschienen. Eine unglaubliche Sammlung von bisher Unveröffentlichtem und Dubplate Mixes des legendären Jah Shaka, hier zu hören unter dem Titel „Gates of Zion“ und einer völlig anderen Abmischung zum Original. Die Vocals stammen vom damals noch sehr jungen George Nooks aka Prince Mohammed. Das Original lautet „Jah Dub“ und ist auf der „Chanting Dub With The Help Of The Father“ von den Rockers All Stars zu finden. Sicherlich werden euch noch weitere Riddims bekannt vorkommen. So wurde aus „Stop Them Jah“ von der „King Tubby Meets Rockers Uptown“: „Leave The Dreadlocks“ und „Omo Valley Dub“. Ein weiterer Jah Shaka-Favorit ist der Titeltrack „Lightning & Thunder“, hier bekam der Mix den Titel „Sons of Negus“. Und jetzt kommt noch mein absolutes Highlight und der grandiose Schlusspunkt des Albums: „All Nations“ & „All Nations Dub“. Ursprünglich auf dem 1975er Upsetters Album: „Return Of Wax“ mit dem Titel „One-Armed Boxer“ zu finden. Also Leute, auf der „Lightning & Thunder“ gibt es tatsächlich enorm viel zu entdecken und solange noch solche Leckerbissen in den Archiven schlummern, ist mir um den Fortbestand des Dub/Reggae nicht bange.

Auch wenn man bereits unzählige Augustus Pablo Alben kennt oder sogar besitzt, kann ich dennoch dringend empfehlen, in diese Veröffentlichung einmal reinzuhören. Meines Erachtens sogar ein unbedingtes Muss.

Bewertung: 4.5 von 5.
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Al Brown & Inner Force: Dub Cuts

Paolo ‚Dubfiles‘ Baldini ist seit bereits über 20 Jahren eine geschätzte und stilprägende Figur in der blühenden italienischen Reggae-Dub-Szene. Er war Gründungsmitglied der B. R. Stylers und The Dub Sync. Für die von mir sehr geschätzten Africa Unite stand er außerdem einige Jahre am Bass. Während seiner bisherigen Schaffensphase hat Baldini unzählige Male mit den verschiedensten Künstlern zusammengearbeitet. Besonders die letzten Jahre waren äußerst fruchtbar. Seine Zusammenarbeiten mit Dubblestandart aus Österreich und aktuell dem englischen Label Pressure Sounds sind mir extrem positiv aufgefallen. Sein aktuelles Werk bei Pressure Sounds, „Al Brown & Inner Force: Dub Cuts“ mixed by Paolo ‚Dubfiles‘ Baldini gefällt mir ganz besonders.
Der 1934 in Kingston, Jamaika geborene Al Brown, ist ein relativ unbekannter Reggae-Künstler und viele Informationen über ihn sind selbst im WWW kaum zu finden. Wie könnte es anders sein, machte auch er seine ersten Aufnahmen für Coxsone Dodd. Etwas später tat er sich mit den Volcanoes zusammen, aus der sich dann die Skin Flesh & Bones gründeten, bei denen Brown ebenfalls Mitglied wurde. Aus den Skin Flesh And Bones rekrutierten die Revolutionaries dann wiederum ihre Besetzung. Al Brown veröffentlichte 1974 ein einziges Album mit dem Titel „Here I Am Baby“, eine Version des gleichnamigen Songs von Al Green. Der Titelsong „Here I Am Baby“ war auch in England erfolgreich und mauserte sich zu einem kleinen Hit. Danach wurde es erst einmal für viele Jahre wieder sehr still um Al Brown. Ein paar spätere Singles waren „Caribbean Queen“ und „No Soul Today“, die jedoch nicht an den Erfolg des Debütalbums anknüpfen konnten.
Erst 1991 erschien Al Brown zusammen mit seiner neuen Band Inner Force wieder auf der Bildfläche. Die fünf Musiker und eine Sängerin spielten zusammen mit Al Brown wieder nur ein einziges Album: „Al Brown & Inner Force: Be El Ze Bub“ ein. Dieses Album ist bis zum heutigen Tag lediglich als Cassette erhältlich. Paolo Baldini hat sich für sein Pressure Sounds Projekt just diese Aufnahmen für seine Dubs ausgesucht. Von den ursprünglich zehn Songs wurden sieben – einer davon doppelt – zu einem psychoaktiven Sounderlebnis neu transformiert. Wie wir es von Paolo ‚Dubfiles‘ Baldini gewohnt sind, wurde jeder Dub im Alambic Studio live, ohne Overdubs oder Nachbearbeitungen erstellt. Inspiriert von den analogen Techniken der „Godfathers“ des Dub, King Tubby, Lee Perry, King Jammy und Scientist, geht Baldini sehr empathisch ans Werk. Erfreulicherweise baut er in seinen Remixen genügend Gesangsfragmente ein, was den Tracks das gewisse Extra verleiht und auch für die Wiedererkennung der soullastigen Originalsongs sorgt. Wie Paolo Baldini im Interview selbst sehr treffend formulierte: „Die Hauptzutat für ein gutes Dub-Album ist, lange vor dem Dub-Master, das richtige Songwriting.“

Echte Dub-Reggae-Fans werden mit diesem Album sehr gut zurechtkommen. Paolo Baldini versteht es meisterlich, die Tracks kunstvoll zu bearbeiten, ohne dabei in künstliche Manierismen zu verfallen. Der Klang ist knackig und klar, erkundet dunkle Tiefen und zarte Höhen und wird bei Bedarf mit Echo und Hall verfeinert.

Ergänzung: Wie bereits oben dargestellt, enthält die Vinyl-LP insgesamt sieben Tracks der ursprünglichen Be El Ze Bub-Cassette. Wobei ein Track – Ghetto Situation – zweimal von Paolo Baldini verwendet wurde. Auf der LP nicht zu finden waren: Be El Ze Bub, Here I Am Baby und Daily News.
Am 27.01.2023 wurde nun die CD-Version des Albums veröffentlicht und die enthält neben den acht ursprünglichen Dub Cuts von der LP, fünf zusätzliche Tracks.
Deshalb liegt mein Augenmerk jetzt auf den fünf neu dazu gekommenen Tracks der CD-Veröffentlichung. Track 9 „Liquid Dream“ – im Original: Mass Liquidation – fällt gleich durch das Vibraphonspiel eines Mitsuhiro Toike auf, welches Erinnerungen an Augustus Pablo weckt. Mitsuhiro Toike war Keyboarder der 1991 gegründeten japanischen Reggae-Band Dry & Heavy. Alle auf die CD hinzugenommenen Dub-Versionen sind wirklich hörenswert, was die Dub Cuts weiterhin zu einem durch und durch unterhaltsamen und kurzweiligen Album macht. Besonders hervorzuheben sind auch die zwei Dub-Versionen von Daily News. Selbst wenn der italienische Dub-Maestro zwei Dub-Versionen desselben Tracks liefert, was er hier mehrmals tut, wird es niemals langweilig und bleibt abwechslungsreich. Die Dub Cuts enden, wie sie begonnen haben. Mit „Dub me again Part 2“ setzt Paolo Baldini einen wunderschönen Schlusspunkt.

Anmerkung: Ein Teil der „neuen“ CD-Tracks wurde schon im Mai 2022 als „Tribulation on the Land“ EP veröffentlicht.

Bewertung: 4.5 von 5.
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Israel Vibration: The Same Song Dub

„And you don’t know what tomorrow’s gonna bring… Life is one big road…“- Cecil „Skelly“ Spence.
Die nächste tragende Säule des klassischen Roots-Reggae ist weggebrochen und hat sich zu den Vorfahren in Richtung Mount Zion aufgemacht. Cecil „Skelly“ Spence von den Israel Vibration ist am 26. August knapp 70-jährig in einer New Yorker Klinik verstorben. Aus diesem traurigen Anlass habe ich mir zum x-ten-Mal die „Israel Vibration: The Same Song Dub“ angehört. Ich sage es gleich: Eine faszinierend schöne Platte, die mich beinahe mein ganzes „Reggae-Leben“ begleitet. Umso härter hat mich Skellys Tod getroffen. Dieser zerbrechliche Mann, dem wir so herrliche Songs wie „The Same Song“, „Why Worry“, „I’ll Go Through“, „Prophet Has Arise“ und viele andere wunderschöne Songs verdanken, ist an den Folgen einer unbehandelbaren Krebserkrankung gestorben.

Kingston, Jamaika war der Geburtsort der Reggae-Harmonie-Gruppe Israel Vibration. Nachdem Anfang der 1950er eine Polio-Epidemie über die Insel gefegt war, erkrankten viele Kinder an Polio. Polio-Impfseren steckten noch in den Kinderschuhen und so erkrankten auch noch sehr viele Kinder auf der ganzen Welt an dieser heimtückischen Krankheit. Ihre erste Begegnung hatten Cecil „Skelly“ Spence, Lascelle „Wiss“ Bulgin und Albert „Apple Gabriel“ Craig schon als Kinder, sie lernten sich in der Mona Rehabilitation Clinic kennen. In den 1970er Jahren gründeten sie das Roots-Reggae-Ensemble „Israel Vibration“.
Nachdem Hugh Booth, ein Mitglied der Twelve Tribes Of Israel, die drei Männer in einem Waldgebiet außerhalb Kingstons singen gehört hatte, sammelte er für die drei Jungs und eröffnete ihnen mit einer Spende die Möglichkeit, ihr erstes Album aufzunehmen. Ihre erste Veröffentlichung war die Single „Why Worry“, die 1976 im Treasure Isle Studio aufgenommen und Ende desselben Jahres auf dem Label der Twelve Tribes veröffentlicht wurde. Aufgrund der Popularität, welche die Gruppe mit der Veröffentlichung der Single erlangte, baten viele jamaikanische Künstler wie Dennis Brown, Inner Circle und auch Bob Marley darum, sie als Vorband bei einem ihrer Konzerte auftreten zu lassen.
Israel Vibration begannen dann mit dem Produzenten Tommy Cowan zusammenzuarbeiten und veröffentlichten 1977 auf dem Top Ranking Label die Single „The Same Song“. Im folgenden Jahr, 1978, veröffentlichten sie das gleichnamige Album. Bei „The Same Song“ wurden sie von Mitgliedern der Inner Circle Band unterstützt. Die Platte und ihr Dub-Pendant „The Same Song Dub“ waren international erfolgreich, was zu einer Partnerschaft mit dem EMI-Label Harvest führte, um das Album in Großbritannien zu veröffentlichen.
Jetzt zum Dub-Album: Am Mischpult saß der relativ unbekannte jamaikanische Singer/Songwriter Paul Donaldson, von dem recht wenig existiert. Aber mit den Alben „The Same Song“ und „The Same Song Dub“ hat er sich selbst ein Denkmal gesetzt, denn beide Alben sind Sternstunden der Reggae/Dub. Hört euch exemplarisch meinen Lieblingssongs „Ball Of Fire“ aus dem Dubalbum an, dann hört ihr vielleicht, dass solch ein Opus nicht jeden Tag am Reggaehimmel auftaucht. Schlicht ein Meisterwerk voll Traurig- und Zerbrechlichkeit. Skellys durch den Raum schwirrende Stimmfragmente lassen mich immer wieder demütig auf die Knie gehen.
Anmerkung: Es existiert noch eine zweite, komplett andere Abmischung des Albums: „Fatman Riddim Section: Israel Tafari“, das ebenfalls von Tommy Cowan produziert und auf dem Top Ranking Label der Lewis Brüder erschienen ist. Beide Alben verdienen das Prädikat „besonders wertvoll“.

R.I.P. Cecil „Skelly“ Spence, eure Live-Performances bleiben unvergessen.

Bewertung: 5 von 5.
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Well Charged: Vital Dub

I Roy würde beim Anblick des Covers sagen: „Well, this guy is loaded with dynamite and now he is well charged.“
Also, zum Abschluss meiner Mighty Diamonds Dub-Trilogie kommt nun ein Album, welches auf den ersten Blick nirgends auf einen Zusammenhang mit den Mighty Diamonds hinweist. „Well Charged: Vital Dub“ (Virgin Records) war ursprünglich auf dem Well Charge Label der Hookim Brüder mit dem Titel: „Vital Dub Strictly Rockers“ erschienen, bevor es auch in England veröffentlicht wurde und einschlug wie eine Bombe.
Alleine das Cover weckte bei vielen meiner Freunde das Interesse für dieses Album und führte zu jeder Menge Spekulationen: „Der Typ hat eindeutig mehr als nur einen Zug an diesem Spliff gehabt. Der Spliff sieht aus, als wäre er gerade angezündet worden, während der Typ aussieht, als hätte er bereits drei Dübel intus….  In dem Zustand kann der noch nicht einmal mehr eine Triangel zum Klingen bringen, etc.“

Ok, zurück zum eigentlichen Thema: Die Riddims, die auf diesem klassischen Dub-Set aus dem Jahr 1976 zu hören sind, stammen bis auf eine Ausnahme vom unangefochtenen Meisterwerk der Mighty Diamonds: „The Right Time“ aka „I Need A Roof“ und schon alleine diese Verbindung hat den Ruf von „Vital Dub“ begründet. Auch wenn auf dem Album-Cover keine Band genannt wird, genügt ein kurzer Blick auf die Besetzung (trotz einiger Decknamen) und es wird offenbar, dass die Rhythmen dieses Werkes die frühen Revolutionaries eingespielt haben: Drummer Sly Dunbar, Bassist „Ranchie“ McLean (teilweise Ersatz für Robbie Shakespeare), Keyboarder Ansel Collins und all die anderen üblichen Verdächtigen werden erwähnt. Am Mischpult saßen Joseph „Jo Jo“ Hookim oder der Keyboarder Ossie Hibbert. Der Mix ist größtenteils ein geradliniger Durchlauf der Rhythmen, die bis heute immer noch unvergleichlich sind. Die solide Produktion ist eine bemerkenswerte Sammlung instrumentaler Dubs. Die Tracks sind Versionen klassischer Mighty Diamonds-Songs aus ihrer produktiven Front Line-Periode (Virgin/Caroline), darunter Dubs von „Go Seek Your Rights“ (hier präsentiert als „Cell Block 11“) und der Leidenshymne „I Need a Roof“(„Roof Top Dub“). Wie für Hookim-Produktionen typisch, sind die Dub-Arrangements idiomatisch, ohne furchtbar innovativ zu sein. Dennoch sind und bleiben die Instrumentalspuren, auf denen die Tracks basieren, Meilensteine. „Vital Dub“ ist eines der Dub-Alben, welches die Riddim-Twins Sly und Robbie etablierte. Wer einen sanften Einstieg in die Welt des Dubs sucht, könnte weitaus schlechter dran sein, als hiermit anzufangen.

Sly Dunbar erinnert sich: “When we made the riddim for ‘Right Time,’ the Diamonds weren’t in the studio. I went back to Channel One to hear the vocals and I said, ‘This is wicked.’

Der Meinung kann ich mich nur anschließen.

Bewertung: 4.5 von 5.