Bei den Zion I Kings weiß man nicht so recht, was man von den Herrschaften halten soll. Diese Kings sind – wir erinnern uns – die vereinigten Protagonisten der Zion High, I Grade und Lustre Kings-Produktionsställe. Viel mehr mag man darüber nicht sagen; Näheres kann man den diversen dubblog.de-Kritiken früherer Zion I Kings-Releases entnehmen – wobei man sich da nicht allzu viel Bemerkenswertes erhoffen darf. Diese Kritiken beziehen sich naturgemäß lediglich auf deren Dub-Alben; der Hauptaugenmerk der Kings liegt hingegen auf den Vokal-Produktionen für Akae Beka bis Protoje – zumindest legt das die Anzahl der Vocal-Releases nahe. Dabei finden die Produzenten schon mal den einen oder anderen ihrer eigenen Tracks so cool, das sie ihm ein Dub-Treatment gönnen. Das hat noch bei Stücken ihrer Dub Album-Premiere, „Dub in Style“ bestens funktioniert – auch, weil man das Produkt als Vermächtnis von Style Scott sehen kann. Dann ging’s leider bergab, wobei mit dem völlig überproduzierten und sinnfreien („ich leg‘ jetzt mal ein Sammelsurium an asiatischen Instrumenten d’rüber“) Instrumental/Dub-Album „Kung Fu Action Theatre“ von Christos DC wohl der Tiefpunkt erreicht wurde. Wesentlich besser das für Protoje eingespielte „In Search of Zion“-Album: Hier wurden Roots-Tracks rund um die Vocals von Protoje‘s „In Search of Lost Time“-Release geschmiedet und die Dubs dazu gleich mitgeliefert. Und es zeigt sich: Es sind die Vocal-Snippets, insbesondere Protoje’s Hook-Lines, die diesen Dubs Character und Wiedererkennbarkeit geben. Ohne die hätten wir’s wohl mit gesichtslosem Dub-Einheitsbrei zu tun.
Was uns direkt zum aktuellen „Live Free“-Album (I Grade Records) der Zion I Kings bringt. Was soll man dazu noch sagen außer „Sind das Instrumentals oder Dubs oder kann das weg?“ Gleich vorab: Die Tracks sind wie immer superb, sprich makellos, produziert – so sauber, dass man sich geradezu Ecken und Kanten herbei wünscht – oder irgend etwas, dass die Aufmerksamkeit auf sich ziehen möchte. Das bleibt freilich Wunschdenken: Alles ist schön ausgewogen, da stört nichts, quasi eine perfekt runde Sache – schmeckt aber auch fade wie eine Kaffeebohne durch drei Liter Wasser geschossen. Man darf sich auch diesmal getrost die Frage stellen: Ist das schon Fahrstuhlmusik oder fehlen da lediglich die Vocals, um die Produktion noch auf Spur zu bringen? Der Kunde möge entscheiden.
