
Wer radikale Dub-Sounds mag, der sollte sich mal Radikal Gurus neues Werk „Dub Mentalist“ (Moonshine Recordings) anhören. Es ist das inzwischen Dritte Solowerk des polnischen Dubbers und zweifellos sein reifstes. Wieso? Weil es weniger radikal ist als die beiden Vorgänger. Während vor allem sein Debut „The Rootsstepa“ kompromisslos harter Steppas mit gelegentlichen Exkursionen in Dubstep-Gefilde war, und das nachfolgende Werk „Subconscious“ auch noch recht ruppig daher kam, ist „Dub Mentalist“ ausgewogener, differenzierter, ideenreicher und soundtechnisch weniger klischeehaft. Vor allem hat Radikal Guru seine Produktionen entrümpelt. Weniger ist jetzt mehr, die Rhythms sind reduzierter, mehr auf den Punkt, vertrauen auf Drum & Bass, statt Soundlayer über Soundlayer zu stapeln. Wer jetzt weichgespülten Intellektuellen-Dub erwartet, liegt trotzdem komplett falsch. Der radikale Guru ist seinem Namen schon noch treu geblieben. Jeder der Dubs würde im Soundsystem eine gute Figur machen. Die Basslines sind massiv, an Hall und Echo besteht kein Mangel, Bläser schmettern ihre Melodien in die Düsternis des Sounds, und auch die obligatorische Melodika erklingt. Eigentlich die perfekte Form von Steppas, die auch auf Albumlänge funktionieren soll. Wie beim Guru gewohnt, sind wieder Vokalisten mit an Bord: Jay Speaker, Echo Ranks, Solo Banton und Earl 16. Ihre Beiträge fügen sich aber wunderbar in den Dub-Flow des Albums. Besonders nett: Violinbwoy garniert einen der sanfteren Tracks mit süßem Violinenspiel. Auch das macht auf diesem abwechslungsreichen Album Sinn.
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