Wir wissen: Dub is big in Italy! Wie um das noch einmal mit Nachdruck zu unterstreichen, präsentiert uns der Italiener Pablo RasteR – laut seiner Website ein erfahrener Dub-Produzent (den ich allerdings bisher nicht kannte) – sein Debut-Album: „The Art of Dub“ (Elastica). Ein starkes Album mit einem recht programmatischen Titel, den Signor RasteR aber durchaus einzulösen weiß. Denn er kennt sie, die verschiedenen Spielweisen des Dub, von sanft und melodisch bis hin zu brutal und kompromisslos. Mir gefällt ersteres etwas besser, vor allem das titelgebende Stück „The Art of Dub“ hat es mir angetan. Über einen soliden Rhythm spielt hier Sandro Paradisi ein wunderbar beschwingtes Akkordeon, das so perfekt zur Musik passt, dass ich mich frage, warum es nicht viel häufiger auf Dub-Produktionen zu hören ist. Es wäre doch mal eine Maßnahme, die altbekannte Melodika gegen ein Akkordeon einzutauschen, oder? Wie dem auch sei, dieser Akkordeon-Dub steht ganz oben auf meiner persönlichen Playlist. Aber auch das harte Zeug von RasteR ist nicht zu verachten. Seien es der klassische Rockers-Drumbeat auf „An lè Bolè“, die böse, tiefschwarze Bassline von „Barumba“, oder die Violine über den heavy Steppers-Beats auf „Battle of Megiddo“ – RasteR weiß sogar seine Steppers-Tunes interessant zu gestalten. Dabei helfen ihm in fünf Fällen zudem Gastvokalisten, von denen Dan I der wohl bekannteste sein dürfte. Leider, leider gibt es auch ein paar sehr stereotype und wenig inspirierte Steppers-Tunes, insbesondere im zweiten Teil des Albums, die RasteR sich hätte sparen können. Aber vielleicht will er ja einen möglichst großen Fußabdruck in der Sound-System-Szene hinterlassen. Wenn diese Ambitionen erst mal befriedigt sind, dann wird RasteR noch ein ganz Großer. Ich freue mich schon auf sein nächstes Projekt.
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