Wofür steht Addis Pablo – der Sohn von Augusts Pablo? Richtig: Melodica! Womit wir wieder beim Thema wären. Vor einigen Wochen bereits erschien sein Album „Melodies from the House of Levi“ (Jahsolidrock) und es knüpft nahtlos an dessen Vorgänger an. Ach Jahre nach „In My Father’s House“ geht es wieder um ein Haus, wieder wird das Album von einem schönen Cover-Artwork von Abbayahudah geschmückt, wieder wurde es im Tuff Gong Studio aufgenommen und wieder spielt Addis Pablo Melodica – und wieder ist es ein invertiertes Showcase-Album. „Invertiert“? In der Tat! Das Label Jahsolidrock aus Amsterdam hatte hier eine clevere Idee: In dem Wissen, dass niemand ein Album mit ununterbrochenem Melodicaspiel überleben würde, beschloss Produzent Marc Baronner, auf jeden Malodica-Track die originale Vocal-Version folgen zu lassen – also in „invertierter“ Reihenfolge. Das erlaubt es, Addis Pablo zum Titelhelden zu erheben und trotzdem die besten Tracks des Back-Katalogs wieder zu verwerten. Gutes Marketing, aber auch in ästhetischer Hinsicht eine gute Entscheidung, denn das Album profitiert enorm von dieser Durchmischung. Pablo verblasst neben den Originalen zwar ein wenig, aber das Gesamtwerk ist extrem unterhaltsam.
