Kanka ist einer meiner Lieblinge. Eine Präferenz von mir, für die ich mich schon oft rechgtfertigen musste. Immerhin steht Kanka für sehr harten Stepper Sound, was in der Szene gerne als „seelenlos“ abgetan wird. Ich sehe das anders und schätze Kanka dafür, dass er diese maximal energetische Musik aus Bits & Bytes zusammenzucoden weiß. Auch bewundere ich seine Mixing-Virtuosität, die vor allem live absolut beeindruckend ist. Normalerweise agiert der Franzose allein. Ich stelle mir vor, wie der Dub-Nerd nachts alleine in seinem Studio sitzt und an Beats schraubt, bis seine Finger wund sind oder ihm die Ohren abfallen. Nun aber stellt er seine Musik in den Dienst des Melodicaspielers Art-X. Und plötzlich klingt auf „Daydream“ (ODGPROD) alles so sanft und kultiviert. Wo ist „mein“ Kanka geblieben? Und mal ehrlich, eigentlich ist doch klar, warum die Melodica als Kinderinstrument gilt. Ihr Klangspektrum ist wirklich extrem klein, was zwangsläufig dazu führt, dass man sich an ihrem Klang schnell satt hört. Deshalb kann ich den wenig prägnanten Melodien Art-X nicht viel abgewinnen. Kurz: Ein „normales“ Kanka-Album wäre mit lieber gewesen.
Kanka & Art-X: Daydream
