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Weeding Dub: Inna Digital Age

Inna Digital Age

Das ist mal eine interessante Selbsteinschätzung: Der Dub-Produzent Weeding Dub aus Lille verortet sich als „the missing link“ zwischen Mad Professor und Zion Train! Wow, das ist spezifisch. Ich hatte da eigentlich bisher keinen Link vermisst, aber jetzt, wo er da ist, muss ich sagen: Ich hätte ihn mir anders vorgestellt. Denn Weeding Dub steht weder für virtuoses Dub Mixing noch für ausufernde Exkursionen ins House-Genre. Ich sehe ihn eher in der Arena des Steppers. Dort fährt er zweifellos schweres Geschütz auf: pralle Beats, wuchtige Basslines und eine drängende, militante Aggressivität. Manchmal klingt sein neues Album „Inna Digital Age“ (Contol Tower Records) mir allerdings etwas zu 8-Bit mäßig, etwas zu mechanisch, etwas zu Old School-digital – aber das ist angesichts des Albumtitels offensichtlich ja Konzept. Was aber wirklich nicht so richtig funktioniert, sind die sechs eingestreuten Vocal-Tunes. Hier hat Weeding Dub bei der Auswahl einfach kein glückliches Händchen bewiesen. Mal klingt der Sänger wie ein Abiturient, der zum ersten Mal vor dem Micro steht, mal hat die Sängerin zwar engagierte, aber schlicht dumme Lyrics parat. Richtig gut funktioniert hingegen das Zusammenspiel mit Housman Horns, deren Bläsermelodien den cleanen Computerbeats ein wenig Wärme verleihen. Außerdem bietet der Housman-Track auch noch richtig gutes Dub-Mixing. Hier ist tatsächlich eine gewisse Nähe zu früheren Zion-Train-Aufnahmen herauszuhören. Mehr davon wäre gut gewesen.

My verdict: Brutal steppers-sound with a 8-bit-feel. That’s okay. But the singing is definitely not okay. What I liked most is the track with Housman Horns. I wished, there were more of this.
My Rating: 6 (out of 10)
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Linval Thompson & The Revolutionaries: Boss Man‘s Dub

Boss Man's Dub

Es soll ja Leute geben, die alte Original-Vinyl-Dub-Alben sammeln und für einzelne Werke bei Auktionen Unsummen ausgeben. Linval Thompsons & The Revolutionaries „Boss Man‘s Dub“ (Hot Milk) dürfte ein solches, teures Album gewesen sein, denn als es 1979 das Licht der Welt erblickte wurde ihm lediglich ein White-Labe-Pre-Release in minimaler Auflage zu Teil. Ein Sammler-Stück par Excellence, das fortan „The Lost 1979 Dub Album“ genannt wurde. Nun liegt es, ganz profan, als CD-Release vor und bietet 11 Produktionen aus der Feder Linval Thompsons, dessen Gesang auf manchen Tracks sporadisch zu hören ist. Produziert wurde es 1979, wahrscheinlich zeitgleich mit „Negrea Love Dub“  und „Outlaw Dub“. Wie diese wurde „Boss Man‘s Dub“ im Channel One Studio aufgenommen, doch anders als bei den vorgenannten, ist nicht klar, wo und vom wem das Album gemischt wurde. Musikalisch liegt es natürlich, wenig überraschend, sehr nah bei den beiden Schwester-Alben. Der Dub-Mix ist absolut klassisch, kein herausragendes Meisterwerk, dessen Urheber unbedingt ergründet werden müsste. Hervorzuheben wären allerdings die exzellenten Linernotes von David Katz, der nicht nur (allerdings vergeblich) versucht, Licht in das Dunkel der Entstehungsgeschichte des Albums zu bringen, sondern in seinem Text en passant auch die Genese des Dub und die Biographie von Linval Thompson zum Besten gibt. Respekt.

My verdict: A classical, rare album from 1979. Sounds similar to „Negrea Love Dub“  und „Outlaw Dub“. It’s okay, but not worth the fuss. The liner notes are brillant.
My rating: 6 (out of 10)
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Dub Club: Signs & Wonders in Dub

Dub Club

Wir alle lieben den Dub-Sound der 70er und frühen 80er Jahre, oder? Wir alle haben Stunden, Tage, Wochen, ja Monate damit zugebracht, die Dubs der Fatman Riddim Section, der Revolutionaries, der Roots Radics und all der anderen jamaikanischen Studio-Heroen anzuhören. Es war der perfekte Sound zu seiner Zeit. Die Epoche des klassischen Dub – ein abgeschlossenes, historisches Ereignis. Im gegenwärtigen Zeitalter des Eklektizismus, ist es diese Epoche, die mit Vorliebe zitiert, gesamplet und, ja auch geplündert wird. Doch das, was Postmodernisten wie Prince Fatty, Dubmatix oder Alborosie aus den Steinen jener Epoche heute bauen, ist eine Interpretation jener Zeit, ein Reflex auf sie, vielleicht auch eine Huldigung, aber es ist etwas neues, zeitgemäßes, eigenständiges. Welchen Sinn hätte es, die Musik der goldenen Ära einfach nur zu kopieren? Besser als das Original kann die Kopie nicht sein. Also, welche Daseinsberechtigung hat sie? Diese Frage stellte sich Tom Chasteen wahrscheinlich nicht. Seit dem Jahr 2000 betreibt er in Los Angeles den Dub Club, der sich ganz dem Rub-A-Dub-Sound verschrieben hat. Irgendwann besann sich Chasteen, dass die Foundation-Artists, deren 45s er wöchentlich auf den Plattenteller legte, arbeitslos in Jamaika abhingen und nur allzu bereit wären, für ein paar Dollar Songs für den Dub Club einzuspielen. Also organisierte Chasteen Sessions in LA und Jamaika, Rhythms für das Projekt aufzunehmen. Das Ergebnis war das Album „Foundation Come Again“ (siehe letzte Riddim). In alter Sitte wurden aus den Rhythms auch zwei Dub-Alben generiert: „Signs & Wonders in Dub“ und „Bubble Dub“, die nun beide zusammen – etwas verwirrend – unter dem Titel „ Signs & Wonders in Dub“ (Stones Throw Records) als digitaler Download zur Verfügung stehen. Darauf zu hören gibt es eine Menge klassischer Riddims, exakt nachgespielt im authentischen Sound. Ich bin nicht der Meinung, dass die Welt diese beiden Alben gebraucht hätte, muss aber andererseits zugeben, dass es schon Spaß macht, sie im Hintergrund laufen zu lassen. Na ja, geistiger Anspruch und des Fleisches Lust sind nicht immer der gleichen Meinung – sozusagen.

My  verdict: The album is an exact reincarnation of the Rub-A-Dub-Style. Nothing more. But who want’s a mere copy, when the original is still available?
My rating: 5 (out of 10)
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Robo Bass HiFi: 16 Bit Skanks

16 Bit Skanks

„Robo Bass HiFi zelebriert aktuellen Elektro-Reggae-Sound in allen Facetten. Angefangen von Roots und Dub über Dubstep/Drumstep bis zu Future Jungle, UK-DIGITAL und D’n’B findet sich alles in ihrem Repertoire“ – so der Info-Text zum neuen Projekt von Fluxer M. a. k. a. Markus Kammann a. k. a. Robo Bass HiFi. Uff, dem muss man erst mal folgen können. Gemeint ist damit ein recht hybrider Sound, der meines Erachtens irgendwo zwischen Major Lazer und Jungle liegt, dabei gelegentliche (mit Reggae-Offbeats gefüllte) Breaks einschiebt und gesamplete Vocals von Cutty Ranks oder Bounty Killer darüber streut. Nun liegt das erste Album mit diesem Sound vor: Robo Bass HiFi, „16 Bit Skanks“ (Select Cuts). Hochenergetisch das Ganze und vollgestopft mit verrückten Ideen. Sofern man sich nicht gerade in einem Zustand ekstatischer Verzückung befindet und in der Lage ist, dem musikalischen Feuerwerk bewusst zuzuhören, kann man nur staunen über die unzähligen Schichten an Sounds, die hier übereinander liegen, die sich im Dub-Mix unentwegt abwechseln; und immer dann, wenn man glaubt, zu wissen, was gerade gespielt wird, wieder von neuem überraschen. Als Dub-Purist kann man dieses musikalische Inferno für überproduziert halten – ich halte es für aufregend und schätze es sogar sehr, nach dem Konsum der Bass-Lawinen anderer Dub-Produktionen, die Ohren mal so richtig mit schnellen Beats durchgepustet zu bekommen.
Nach den ersten sechs Tracks des Albums wandelt sich der Sound übrigens ganz erheblich. Der Sturm und Drang des ersten Teils verflüchtigt sich zugunsten eher klassischer Reggae-Beats, denn Track 7 bis 14 sind Remixe von Stücken aus dem Echo Beach Back-Katalog. So erfahren z. B. Dubmatix, Groove Corporation oder Dubblestandart das Robo Bass-Treatment, was – und das muss leider konstatiert werden – ein wenig zur Masche gerät. Eingestreute Schranz-Passagen, verzerrte Basslines und Brutalo-FX fügen sich nicht sonderlich harmonisch in die vorhandenen, sehr guten Produktionen – verwandeln sie andererseits aber auch nicht in neue Kreationen. Auf mich wirkt das irgendwie halbherzig.
Markus Kammann, der schöpferische Geist hinter diesem Projekt, hat übrigens eine spannende Biografie: 1988 gründete er die legendäre Wuppertaler Beatbox und 1990 dann Groove Attack. Ich bin sehr gespannt, ob das Robo Bass HiFi Soundsystem auch so eine Erfolgsgeschichte wird.

My verdict: A hybrid sound somewhere between Major Lazer and Jungle with lots of reggae-offbeats – always changing, always surprising, always full of ideas. The second half of the album looses it’s power.
My rating: 8 (out of 10)
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earlyW~Rm: Dub Device

Dub Device

Ich bin immer wieder erstaunt, wie vielfältig das Genre Dub ist. Selbst ein Sub-Genre, müsste es der Logik nach eher ein recht beschränktes Spielfeld haben. Natürlich ist das Prinzip des Dub im Sinne eines Remix universell, doch auch in seinem engeren Sinne, als Spielform von Reggae, bringt Dub stets neue Klänge und Konzepte hervor. Schönes Beispiel dafür ist das neue Album „Dub Device“ (Renegade Media) von earlyW~Rm: obwohl stricktly Laptop-Dub, eröffnet es doch bisher unerhörte Klangwelten. Mich lässt der Sound an große, schwerfällig-träge Maschinen denken, die stoisch und unaufhaltsam ihre rhythmische Arbeit verrichten. Jeder Track wirkt wie ein kurzer Ausschnitt aus einem immer währenden, träge rollenden Beat. Ein Ausschnitt aus der Unendlichkeit. Obwohl vom Old School-Dub inspiriert, hat der Sound etwas futuristisches: Elektronische Klänge voller Erdenschwere – ein reizvoller Kontrast.
Der frühe Wurm produziert seine merkwürdig postindustriellen, retro-futuristischen – manchmal entfernt an Mad Professor erinnernden – Klänge übrigens in Toronto, wo auch Dubmatix sein Unwesen treibt. Vor exakt 10 Jahren schuf er seinen ersten Dub, nachdem er sich durch Funk, R & B, Acid Jazz, House und Drum & Bass gearbeitet hatte. Acht Jahre dauerte es, bis schließlich 2011 sein Debut-Album „Natty Droid“ erschien. Der typische earlyW~Rm-Sound war hier bereits voll entwickelt, nur die Konsequenz, mit der er ihn in Rhythms gießt, ist auf „Dub Device“ noch ausgeprägter. Ein faszinierendes Album, und ich hoffe sehr, dass wir von earlyW~Rm noch viel zu hören bekommen, bevor der frühe Vogel ihn frisst.

My verdict: Although stricktly laptop-dub, it opens up unheard worlds of sound. Each track is like a snippet from a perpetual, slow rolling beat.
My rating: 8,5 (out of 10)
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Sattatree: Human Legalization

Sattatree

Es ist heutzutage schon eine ziemliche Seltenheit, dass ein Album seine Dub-Version gleich mitbringt. Sattatrees neues Werk „Human Legalization“, das als Doppel-CD erscheint, hat den Dub-Mix direkt mit im Digipack. Ein Blick auf das Label-Logo lässt erahnen, woher die Liebe zum Dub rührt: One Drop – es ist das Label von Aldubb, der das Album aufgenommen und gemixt hat. Logischerweise stammen auch die Dubs aus seiner Feder. Und logischerweise sind Sound und Dub-Mix superb: Schön Old-School, dennoch druckvoll und in klassischer Manier gemixt. Da gibt‘s nix zu meckern – wenn da nicht der Live-Sound der Band wäre. Vielleicht bin ich zu dogmatisch, aber von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen (wie z. B. Dub Syndicates „Pounding System“, Dub Trio, Trance Hill & Umberto Echo), darf Dub nicht live gespielt klingen. Was In der Vocal-Version absolut stimmig ist, führt als Dub bei mir zu Irritationen. Dub als reine Studiomusik muss tight, pur und direkt klingen. Der „luftige“ Sound einer Bühne passt mir da einfach nicht ins Konzept. Erschwerend kommt hinzu, dass die Sattatree-Backings alleine, ohne den Gesang, nicht genug Standing haben. Die Rhythms sind gut, solange sie einer Gesangsstimme dienen. Auf sich alleine gestellt, fehlt ihnen jedoch die Kraft und vielleicht auch die kompositorische Raffinesse. Da ein Dub sich auf das Wesentliche beschränkt, so müssen die wenigen Elemente, aus denen er besteht, besonders stark sein. 90 Prozent der Backings, die im Mainstream-Reggae Einsatz finden, sind für Dubs ungeeignet – so meine (gewagte) These. Womit vielleicht auch erklärt wäre, warum moderner Dub heute nur noch selten das Derivat eines Reggae-Songs ist. Ein Dub ist ein Dub – und zwar von Anfang an. Deshalb fasse ich mal kühn zusammen: „Human Legalizaion“ mag ein gutes Vocal-Album sein, ein gutes Dub-Album ist es leider nicht.

My verdict: Good dub-mixes, but I don’t like the live-atmosphere of the sound. The rhythms are also a bit weak.
My rating: 5,5 (out of 10)
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Dreadzone: Escapades

Escapades

Als ich Dreadzone Anfang der 1990er Jahren zum ersten Mal hörte, war es so etwas wie ein Erweckungserlebnis für mich. Dub wies hier erstmals deutlich über den Horizont des Genres hinaus. Dreadzone fusionierten Reggae, Dub, Elektronik und das, was damals „Leftfield“ genannt wurde, zu einem ungemein harmonischen Ganzen, dem typischen Dreadzone-Sound, der gänzlich neu und aufregend war. Folgerichtig ließ die Band den Reggae-Kontext schnell hinter sich, unterschrieb bei Virgin Records und verzeichnete 1996 mit „Little Britain“ sogar einen veritablen UK-Charts-Hit. Wahrscheinlich war kaum einem der damaligen Käufer klar, dass er eine Dub-Platte erwarb. Zu sehr war die Dub-DNA verborgen unter vielschichtigen Rhythmen, genrefremden Melodien (die eher an Folk, denn an Reggae denken ließen) und ungewöhnlichen Instrumentierungen. Nun, 20 Jahre nach Gründung der Band, und 17 Jahre nach „Little Britain“ erscheint das neue Album der Briten: „Escapades“ (Dubwiser Records). Inzwischen ist der Dreadzone-Sound, an dem die Band um Greg Roberts und Leo Williams unbeirrt fest hält, längst nicht mehr so spannend wie vor 20 Jahren. Zudem ist in der Hälfte der Stücke des neuen Albums die bisher so wohl gehütete Dub-DNA verloren gegangen. Sie musste Pop- und Rock-Genen weichen, aus denen ein paar ziemlich kommerziell anmutende Tracks (z. B. „Too Late“, Feat. Mick Jones) hervorgegangen sind. Schlimm! – Aber da wäre ja noch die andere Hälfte von „Escapades“, immerhin fünf Stücke, die bewahrt haben, wofür Dreadzone zwei Dekaden lang stand. Genannt seien hier die Songs „Rise Up“ oder „Next Generation“, beide mit Vocals von Earl 16. Auch wenn der Sound in den 90ern stecken geblieben scheint („Next Generation“ könnte auf dem Album „Second Light“ von 1996 veröffentlicht worden sein), so handelt es sich doch um gut gemachte Songs mit starken Melodien, ordentlich Reggae-Offbeat und dem klassischen Dreadzone-Dub-Feel. Was gibt‘s daran auszusetzen? Das Problem liegt wahrscheinlich weniger bei Dreadzone, als bei mir, dem ehemaligen Dreadzone-Verehrer, der dem neuen Album mit zu hohen Erwartungen begegnet. Wäre Dreadzone seinerzeit nicht so wahnsinnig „Avantgarde“ gewesen, dann würde es mich jetzt nicht so schmerzen zu erkennen, dass sie mit ihrer aktuellen Musik der Zeit hoffnungslos hinterher hinken. Es ist nicht fair, aber Dreadzone bewerte ich mit sehr hohem Maßstab. Wie sonst sollten wahre Innovatoren gemessen werde? Und hier ist Dreadzone vom Giganten zum Zwerg geschrumpft. Leider.

My verdict: Half of the album isn’t dub anymore. The other half is quite good, but doesn’t satisfy my super high expectations. Dreadzone seems to be stuck in the 90ies.
My rating: 5 (out of 10)
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Abassi All Stars: Dub Conference

Dub Conference

Dub ist ja bekanntermaßen die Mutter aller Remixe. Auf die Idee, den Remix zu remixen, kamen vor Neil Perch schon andere, doch der UK-Dub-Pionier setzt diese Idee mit seiner seit 2009 laufenden Reihe „Abassi All Stars Meet …“ bisher am schönsten um. Die Reihe besteht aus inzwischen elf 7“-Singles aus farbigem Vinyl, die jeweils zwei Dub-Versionen eines Rhythms präsentieren: auf der einen Seite die Version von Neil Perch, auf der anderen die eines befreundeten Dub-Produzenten. Nun liegen die elf A-Seiten mit den Versionen von Neil schön handlich gebündelt in Form des neuen Albums der Abassi All Stars vor: „Dub Conference“ (Universal Egg). Die spannende Möglichkeit, zwei Versionen eines Dubs miteinander vergleichen zu können, besteht in dieser Form zwar leider nicht mehr, aber die hier versammelten elf Tracks sind so gut, dass es schade wäre, aus Platzgründen nur die Hälfte von ihnen hören zu können (eigentlich wäre ein Dub-Doppelalbum hier perfekt gewesen). Ich bin von der Dub Conference, die Neil Perch hier mit seinem Alter Ego, den Abassi All Stars, abhält, ziemlich begeistert. Alle Tracks basieren auf kraftvollen, abwechslungsreichen und sehr schön melodischen Produktionen, die Neil entweder im Alleingang oder als Co-Produktion realisiert hat. Bereits der erste Track, „New World Dub“, der zusammen mit den Vibronics entstanden ist, gibt mit seiner melodiösen, geradezu hüpfenden Bassline die Marschrichtung Soundsystem vor. „Acropolis Dub“ schließt nahtlos an und protzt mit einem beeindruckenden, an Dubstep gemahnenden, verzerrten Bass. „Solar System Dub“ lässt mich mit seinem extrem akzentuierten Offbeat und den Elektro-Anklängen unweigerlich an frühe Zion Train-Produktionen denken. Ebenso der Track „African Pressure“, in dem die House-Elemente noch präsenter sind. Auch „Better Collie“ zählt zu meinen Favoriten: Zu einem heftigen Steppers-Beat mit wobbelnder Bassline erläutert Longfingah wortreich die Vorzüge guten Ganjas, bevor der Tune in einen beeindruckenden Dub durchstartet. Obwohl alle Tracks nah am UK-Steppers gebaut sind, vermeiden sie ausgetretene Pfade und glänzen statt dessen mit Ideenreichtum und starken Kompositionen. Gutes Sound System-Material, das auch zuhause funktioniert – sofern die Lautsprecherboxen groß genug sind!

My verdict: Strong dubs, great compositions. Made for soundsystems but avoids the UK-steppers cliché.
My rating: 7,5 (out of 10)
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Dub Me Crazy: The United Nations Of Dub Weekender 2013

Iration Steppas auf dem UNOD-Weekender 2013

Eine Reise in die physische Natur des Bass: nach Nord Wales zum United Nations Of Dub Weekender, dem größtem Dub-Event aller Zeiten.
Text: René Wynands, Fotos: Giulia Mameli

Wir stehen im Zentrum eines jener in den Nachkriegsjahren gebauten Feriencamps der britischen Westküste; in Nord-Wales, um genau zu sein. Schmelzwasser tropft durch die Decke. Eimer, Schüsseln und Kanister sind strategisch im Raum verteilt und fangen das ungebetene Nass auf. Draußen geht die Welt in einem Schneesturm unter. Auch drinnen ist es ungemütlich kühl. Unser Blick schweift durch die gleichermaßen große, wie hässliche Mehrzweckhalle. Marilyn Monroe als billige „Warhol“-Kopie blickt auf uns herab. Im kalten Putzlicht lässt der öde Raum nicht erahnen, dass sich hier in wenigen Stunden der spirituelle Zauber einer Musik entfalten wird, der alle Anwesenden im großen Vibe des Bass selig vereint. Noch ist es still. Ein paar zu früh erschienene Gäste lümmeln sich auf der Tribüne, trinken vorsorglich ein Red Stripe und schauen dabei der kleinen Gruppe graubärtiger Männer zu, die sich mit großen Kisten und schweren Lasten abmühen. Mit routinierter Gelassenheit wuchten sie Lautsprecherboxen aufeinander, ziehen Kabel quer durch die Halle und errichten das Kontrollzentrum ihres Bosses und heutigen Zeremonienmeisters: Jah Shaka. Der Mann, der unbeirrt am Roots Reggae fest hielt und seinem kompromisslosen „Warrior Style“ treu blieb, als sich der Mainstream-Reggae längst Dancehall und Sleng Teng zugewandt hatte. Er war es, der die Entwicklung des Steppers-Sounds nahezu im Alleingang voran trieb und die kreativsten seiner Jünger dazu inspirierte, ihren eigenen „Warrior Style“ zu produzieren und in den 1990er Jahren das Genre des UK-Dub aus der Taufe zu heben.

Um Mitternacht ist es so weit: Shaka legte die erste Platte auf: Johnny Osbourne. Das knisternde Vinyl drehte sich auf einem steinzeitlichen Plattenspieler, hoch über dem Kontrollstand postiert. Dann folgt Burning Spear. Kein Übergang, geschweige denn geschicktes Ineinandermixen. Nadel hoch, Platte runter, neue Platte drauf, Nadel runter – kein Stress, kein Juggeling. Schließlich haben wir es hier nicht mit einem Soundtrack zu tun. Jeder Song bekommt die Aufmerksamkeit, die er verdient, von der ersten Note bis zur letzten. Die Pause, die beim Plattenwechsel entsteht, dient der Besinnung, ist Zeugnis der Wertschätzung des nächsten Songs, ein Moment von Vorfreude beseelter Stille. Eine halbe Stunde widmet Shaka dem Roots-Erbe der 70er, dann ist Steppers-Time und die versammelten Dub-Gläubigen geraten in Bewegung. Mit kleinen, wiegenden Mooves schwingen die Körper im Takt der Basswellen. So langsam beginnt sich die für Shaka-Dances typische, meditative, ja spirituelle Atmosphäre im Raum zu verbreiten. Vergessen ist die ans Absurde grenzende Hässlichkeit der Location, das winterliche Nord-Wales – die ganze Welt schrumpft zusammen auf das hier und jetzt, auf den Dub-Sound, der in Geist und Körper fährt und uns zu ekstatischen Teilnehmern eins Gottesdienstes im Namen des Dub werden lässt.

Es ist der erste Abend des dreitägigen „United Nations Of Dub Weekenders“ – des größten Dub-Events, das es je gegeben hat. Veranstalter I-mitri und sein Kumpel Fedi haben es auf die Beine gestellt: rund 50 Dub-Artists stehen auf dem Programm, darunter die acht wichtigsten Dub-Soundsystems des UK: Iration Steppas, King Earthquake, Young Warrior, Kibir La Amlak, Aba Shanti-I, Channel One, Jah Tubby’s und natürlich Jah Shaka. Sie bespielen die große „Sound System Arena“ mit ihren eigenen, bassgewaltigen Anlagen. In der etwas kleineren Nachbarhalle, der „UNOD-Arena“ spielen zeitgleich Artists wie Alpha & Omega, Nucleus Roots, Dub Terror, Manasseh, Roots Garden, Mungo‘s Hi-Fi, Vibronics und Bush Chemists – um nur die bekanntesten zu nennen. Allerdings müssen sie hier mit einer fest installierten PA vorlieb nehmen. In einem kleinen Raum im ersten Stock befindet sich zudem die „Selector’s Arena“, die den Dub-Selectors aus aller Welt vorbehalten ist und fast schon die Atmosphäre einer Privatparty verbreitet. Wem der Sinn mehr nach Bildern und Worten, statt nach Dub steht, hat zudem die Möglichkeit, in einem frostigen (da ungeheizten) Reggae-Cinema, Filme aus Jamaika anzuschauen oder tagsüber ein Seminar-Gespräch mit Dub-Artists und Soundmen zu besuchen.

Samstagabend, der zweite Tag des Weekenders. Drei mächtige Soundsystems stehen sich, flankiert von ihren gewaltigen Boxentürmen gegenüber: Iration Steppas, King Earthquake und Kibir La Amlak. Alle drei Vertreter eines kompromisslosen UK-Steppers-Sounds. Jedes Soundsystem spielt drei Stücke, zuzüglich Rewinds und Versions, bevor der Staffelstab weitergereicht wird. Bei jeder Übergabe drehen wir uns mit den rund anderen 1000 Gästen in einer synchronen Bewegung um 90 Grad. Jeder, der schon einmal ein britisches Dub-Soundsystem live erlebt hat, wird wissen, dass die Musik hier – trotz aller Spiritualität – zu einer durch und durch körperlichen Angelegenheit wird. Die Bass-Druckwellen, die sich von den ca. vier Meter hohen Lautsprechertürmen lösen, sind so gewaltig, dass sie nicht nur die Hosenbeine flattern lassen und die Lungenflügel in Schwingungen versetzen, sondern buchstäblich jeden Hohlraum des Körpers wie einen Resonanzkörper zum vibrieren bringen (ich habe zum ersten Mal in meinem Leben meine Nasennebenhöhlen wahrgenommen – nicht schön, aber eindrucksvoll). Mit unvorstellbarer Wucht stampfen die Steppers-Beats durch den Raum – ohrenbetäubend laut, gewaltig und hypnotisch. Wird das erste Drittel eines Tracks mit weitgehend ausgewogenem Frequenzverhältnis gespielt, so gehört es zum Soundsystem-Ritual, dass unweigerlich der Punkt kommt, an dem der Soundman die Bassfrequenz zu hundert Prozent aufdreht und den Tänzern damit geradezu körperlich einen Tritt in den Hintern verpasst. Selbst die coolsten Dreadlocks können dann nicht mehr ruhig stehen.

Während die Bass-Druckwellen auf unsere Körper einschlagen, fällt es mir wie Schuppen von den Ohren: Die Dubs, die hier im Soundsystem perfekt funktionieren, sind genau jene Produktionen, die ich in meiner Riddim-Dub-Kolumne oft als wenig innovativ, ja manchmal gar als langweilig abqualifiziere. Doch hier im Soundsystem gilt: in der Einfachheit liegt die Kraft. Der von mir verehrte Nick Manasseh muss deshalb eine unangenehme Erfahrung machen. Als er in der UNOD-Arena seine aktuellen, wunderbar ausgetüftelten und vielschichtigen Produktionen für Roots Garden auflegt, läuft ihm das Publikum davon. Viel zu kompliziert. Das einzige, was hier funktioniert ist Steppers. Wie ein Fels in der Brandung widersteht der ebenso schlichte, wie machtvolle Steppers-Sound seit nunmehr fast drei Jahrzehnten aller Dynamik einer fortschreitenden Dub-Evolution. Während sich innovative und zeitgemäße Dub-Produktionen dem Einfluss anderer Genres öffnen, mit Rhythmen und Klang experimentieren und in ihrer Einfachheit faszinierend komplex wirkende Klangbilder entwerfen, bildet der Steppers-Sound unbeirrt den orthodoxen Gegenpol dazu. Er ist ein seit Jahren perfekt ausgereiftes Produkt: Seine Aufführungspraxis und seine Wirkung auf die Zuhörer sind exakt aufeinander abgestimmt, passen ineinander wie Schloss und Schlüssel, bilden eine untrennbare, wirkmächtige Einheit. Steppers ist zu 100 Prozent Körpermusik und gehört genau hier hin, ins Soundsystem.

Also geben wir uns ihm voller Lust und Begeisterung hin. Drei Nächte lang. Lassen uns von ihm ganz und gar einnehmen, hypnotisieren, in Trance versetzen. Der Rhythmus bewegt unsere Körper, unsere Körper sind der Rhythmus – wir und die Musik sind eins. Wenig innovativ, ja fast langweilig, aber uns kümmert es nicht.

Interview mit I-mitri, dem Veranstalter des UNOD-Weekenders.

What was your motivation to call the Dub-Weekender to life?
The motivation came from seeing more and more big festivals supporting and promoting our sound system scene all over europe and still not having a proper event showcasing our amazing music scene and country to those from near and far! Additionally its an opportunity for those that are not into camping and the mud to attend a 3 day festival where they can stay dry, sleep well and have access to their own kitchen and supplies not just expensive food stalls like at most festivals!
The line up, the sheer amount of sound systems and artists and the indoor aspect set it apart from all other festivals! There has never been a dub/sound system event of this size before! Ever!

Are you satisfied with the result?
The event played host during the day time to a series of seminars/talks by the artists/soundmen involved discussing careers, studio works and record business as well as a cinema with rare films around the subject from all over the world and Jamaica. There was also a pool party during the day on Saturday and Sunday!

We were very happy with the event! We had a amazing group of dedicated reggae/dub/sound system followers from all over the world! Great vibes and as an event in terms of organization it run super smooth! We did of course learn much this year and hope to take it to the next level next year.

How many guests have come?
All together including acts and stuff we were somewhere in the region of a little under 1500.

From which countries did audiences come to the event?
We had people reach from: Angola, South Africa, Japan, Mexico, Brazil, San Francisco, Colorado, Lithuania, Germany, Italy, France, Spain, Greece, Romania, Poland, Sweden, The Netherlands, Belgium, Switzerland, Portugal, the UK of course and I am sure I am forgetting a couple more! Interestingly demographic wise: most of the ticket buyers were from abroad! Very few from the UK!

Was it the biggest dub event in Europe?
Certainly YES. Historical business!

What is – in your oppinion – the current health status of Dub?
I think mainly due to the sound system culture rise in Europe there is a strong yet underground scene in ever country with places like France leading the way in terms of popularity of the scene.

Is dubstep responsible for the new interest in dub?
Perhaps, certainly the switch back to bass heavy, dubplate culture music has helped a whole new generation link with the history of bass music more and thus inevitably come across dub. I don’t think however, that it was a conscious thing of the dubstep scene! I think they came across the same values, sub music, bassline, dubplates, vinyl etc. by chance and by the simple fact they grew up in the melting pot that is London and the UK in general! But then after arriving they started finding all the links to the past. A bit like how jungle once also went around the world.

Where today do the most interesting dub productions from?
The beauty of this scene is although based on and inspired by Jamaica, it grew and matured and evolved in the UK but then spread everywhere! There are great dub productions coming from everywhere! UK to Brazil, Japan to France and now even back again in Jamaica with the son of Augustus Pablo, Addis Pablo, picking up the ‚rockers‘ rains.

Who are the most innovative producers in your view?
I am a big fan of Vibronics (who I work with closely so fully biased), Iration Steppas, Manasseh, Bush Chemists, the classics basically but also as a radio dj weekly get to spin tough dubs from labels all over the world with new sounds and attempts at fusing new musics whilst retaining the authentic dub sound.

What exactly is their innovation?
As well as innovations in technics and compositional approaches the thing I see more and more is the local music of each outernational producer affecting more and more the music they make, adding so much more depth and variety to our music!

Is the development of dub completed?
Definitely not. It is forever changing as it is being absorbed by the different cultures around the world. Especially together with the Sound System culture which also has evolved in many places like Italy to a much more communal, coming-together-of-people type of affair much more so then the original highly militant and competitive nature of early sounds in JA and the UK.

Where will the development lead to?
No one knows. But surely a much more organic and people-orientated way of organizing dances! The message also is very important! Conscious and positive!!!

What makes a good dub?
The tune itself obviously… The bassline and beat, the performance of the vocalist… But then its all about the deconstruction of that song structure into a more abstract world of sound and space that is dub. The technic of the producer to pick out parts of the song, to extenuate, to remix. All those things that are actually at the heart of all dance music, which is common knowledge, owes so much to the early dub producers like King Tubby, Lee Perry and Scientist.

And what is the main ingredient of a dub?
I would say in one word: „Space“.

Do you make a distinction between dub for Sound Systems and the rest of the genre?
No, not really although that is where one can experience the fullness of the tune the way it was meant to sound. We got used to a certain „armchair“ attitude to tough dubs like those of King Tubby here in Europe at first. A sort of lounge style music when it was always intended to be played through a custom bass heavy sound system and it was always intended as dance music. Without the weight and bass of the sound the music loses it‘s energy and becomes „chill-out“. That‘s why as performers and producers we are always dubious of club PAs. They are not the right equipment for the music.

More Info: UNOD-Weekender on Facebook

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Dubblestandart: Woman in Dub

Woman in Dub

Warum sind Frauen im Reggae eigentlich so dermaßen unterrepräsentiert? Ganz anders als etwa beim Pop, gehören Business und Bühne des Reggae den Männern. Dabei gibt es doch eigentlich nichts Schöneres, als eine helle, klare Frauenstimme über einem kraftvollen Reggae-Beat, oder? Wer sich in das Werk von Marcia Griffith oder Etana vertieft, wird zwangsläufig zu diesem Schluss kommen. Und trotzdem sind Female Artists absolute Mangelware. Genau deshalb besitzt der Titel des neuen Dubblestandart-Albums „Woman in Dub“ einen hohen Aufmerksamkeitswert. In Dub? Wer hier Instrumentalmusik erwartet, liegt natürlich völlig falsch. Würde ja auch irgendwie keinen Sinn ergeben. Die Österreicher nehmen es mit dem Dub im Titel jedenfalls nicht ganz so eng und präsentieren nonchalant 12 Tracks mit weiblichen Vocals im Vorder- und männlichem Dub im Hintergrund. 12 Tracks: 10 Frauen, wobei es dem bedauernswerten Frauenmangel des Reggae geschuldet ist, dass nur drei von ihnen unserem Lieblingsgenre entstammen: Marcia Griffith, Jazzmin Tutum und Ari Up. Die anderen neun Damen widmen ihre Stimmen normalerweise Pop-, Soul- oder House-Tunes. Daher wundert es nicht, dass der Sound der „Woman in Dub“ trotz dubbiger Reggae-Beats eher soulful anmutet und mancher Song offensichtliches Club-Crossover-Potential in sich birgt. „With Music We Communicate“ ist so ein Kandidat. Ein ruhiger, teils mit akustischer Gitarre angereicherter Reggae-Rhythmus begleitet hier Coshivas ungemein sanften, souligen Gesang. Ein melodiöser, schlicht wunderschöner Song. „Broken English“ mit Kira Nathaniel ist auch absolut Pop-tauglich. Ihr herber, kühler Gesang in Kombination mit Dubblestandarts treibendem Beat erinnert stark an die legendäre Zusammenarbeit von Grace Jones und Sly & Robbie. Chezere, die schon mit Jamiroquai und Bob Sinclair zusammen gearbeitet hat, liefert mit „Another Life“ hingegen einen lupenreinen Reggae-Song. Melodie, Rhythmus, Sound – ein großartiger Song. Gleiches gilt für „Holding You Close“ von der umwerfenden Marcia Griffith – ein Song, dem Dubblestandart zuletzt zwei EPs mit insgesamt 22 (!) Versionen gewidmet hat. Doch so schön die einzelnen Stücke auch sind, so harmonisch sie zusammen passen und so sehr es sich lohnt, für die weibliche Stimme im Reggae eine Lanze zu brechen, so wenig überzeugt das Konzept „Woman in Dub“ als Album. Es drängt sich unweigerlich der Eindruck auf, es statt mit einem Dubblestandart-Album mit einem Themen-Sampler zu tun zu haben. Auch die Tatsache, dass die drei einzigen echten Dubs als Bonus-Tracks etwas lieblos am Ende des Albums hängen, statt geschickt platziert im Flow der Tracks mitzuspielen, verstärkt den Sampler-Eindruck. Irgendwie fehlen eine überzeugende Dramaturgie, reizvolle Kontraste – und schlicht etwas Abwechslung. Die Summe ist mehr als ihre Teile – das trifft hier nicht zu. Die Teile jedoch sind klasse!

My verdict: Nice, soulful songs. But the record sounds more like a sampler than an album.
My rating: 7 (out of 10)
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