Kategorien
Review

The Ullulators: Dub Royale – Chapter Two

Vor knapp zwei Monaten habe ich hier an der Stelle The Ullulators: Dub Royale – Chapter One vorgestellt. Nun legen The UllulatorsDub Royale – Chapter Two“ (The Ullulators self-released) nach.
Dieses Mal ist es eine Auswahl von nur zehn Titeln geworden, wovon einige Tracks bereits in abgewandelter Form auf Dub Royale – Chapter One vertreten waren. So sind: Random Particle Dub (Run With The Lion); Mighty Steppers Dub (Precious Aythyr); Creation Airwaves Dub; Moonlight Ninja 2 Dub als alternative Versions auf Chapter Two wiederzuentdecken. Gavin Griffiths hat noch einmal einige Energie in das Projekt gesteckt und die Tracks erneut mit unterschiedlichen Basslines, zusätzlichen musikalischen Stilelementen, viel Hall im klassischen Stil, Delays, Equalizern, Filtern und Re-Amped-Schalttechnik eingespielt. Am Konzept generell hat das Mastermind der Ullulators nichts groß verändert. Das Album enthält, wie auch sein Vorgänger, funky, groovige Old-School-Dubs, die den wahren Geist des frühen ’70er und ’80er Jahre-Dub widerspiegeln. Laut Herrn Griffiths sind die Tracks auf Chapter Two wesentlich mehr „stript to the bone“ und weniger groove-orientiert als bei Chapter One. Tatsächlich ist das auch im direkten Hörvergleich der beiden Alben deutlich wahrzunehmen. Bei diesem Album hat Gavin Griffiths ebenfalls wieder in überzeugender Manier das Engineering, Mixing, Dubbing und Mastering in Personalunion bewerkstelligt. Für alle eingefleischten Ullulators Fans habe die Band noch ein paar Dubs in petto, die hoffentlich auch bald veröffentlicht werden. Zu wünschen wär’s allemal!
Dub Royale – Chapter Two ist für nur £1 als Download zu haben. Der Erlös geht zu 100 % an den Trussel-Trust, um den in der Corona-Krise extrem gefährdeten Obdachlosen auf vielfältige Weise (Essen, Kleider, Unterkunft) aktiv zu helfen. Wenn das kein Grund ist!

Bewertung: 4 von 5.

Kategorien
Review

Dub Dynasty: Gideon

Welche Namen tauchen beim Thema Dub vor eurem geistigen Auge auf? Sehen wir mal von den jamaikanischen Pionieren wie King T., Lee P., Prince J. und Scientist ab und blicken nach Europa: Dann dürften es neben dem verrückten Professor, Adrian S. und Jah S. eigentlich nur noch – richtig: Alpha & Omega sein. Und das sehr zu recht, denn sie haben den europäischen Dub mit ihrem an Bassschwere und dunkler Magie nicht zu übertreffenden Stil entscheidend geprägt. Inzwischen ist das Veteranenduo Christine Woodbridge und John Spronsen durch den Sohn von Spronsen, Ben „Alpha“, zu einer regelrechten Dub Dynasty gereift, die Ende letzten Jahres ihr neues Familienwerk vorlegte: „Gideon“ (Steppas). Wie gewohnt ein „Doppelalbum“ (wie man früher sagte), mit elf Vocal-Tunes gefolgt von neun Dubs. Im Prinzip ist alles wie gewohnt: Hypnotische Beats, dröhnender (handgespielter) Bass, wirklich schöne Songs und noch schönere Dubs. Lediglich der Sound hat sich im Vergleich zu den Vorgängeralben etwas geändert. Irgendwie klingt er jetzt mehr nach Sound System: Massive Bässe und schrille Höhen – dazwischen nicht viel. „Holy Cow“ oder „Thundering Mantis“ klangen etwas runder. Vom undurchdringlichen Dschungel-Sound klassischer A&O-Produktionen ganz zu schweigen. Lediglich die Vocals stehen schön präsent im mittleren Frequenzspektrum. Ich freue mich ja sehr, dass die Dub Dynasty durchaus Wert auf Textqualität legt. „Black Woman Civilisation“ ist dafür ein schönes Beispiel. Auch sonst gibt es eher wenig Esoterisches oder Religiöses zu hören, dafür umso mehr Systemkritik. Wenn schon Text, dann so!

Bewertung: 4 von 5.
Kategorien
Review

Cale Wilcox: One Catch Dub

Vor ein paar Wochen bin ich auf eine weitere schöne Sammlung von Dubs gestoßen. Cale Wilcox, der Bassist und Sound Engineer der Georgetown Orbits aus Seattle (USA), hat mein Interesse geweckt. Im Frühling 2018 hat er sich mit einer Handvoll befreundeter Musikerkollegen für ein neues Solo-Projekt zusammengetan und „One Catch Dub“ eingespielt, das gerade veröffentlicht wurde. Die Stimmung der Studio-Sessions im PUSH/PULL oder den Aloha Labs war hörbar richtig gut, denn herausgekommen sind schön relaxte, „rootsige“ Dubs. Alleine die Beiträge von Brian Mueller an der Posaune, sind es meines Erachtens wert, sich diese sieben Songs einmal anzuhören. Aber das ist noch nicht alles, auch Orion Anderson (Georgetown Orbits) spielt auf „Lucky Seven“ und „Noon Riser“ ein paar sehr schöne Gitarrenlicks. Insgesamt sind die Tracks vielschichtig, mit einigen interessanten Elementen, seien es die gut und sparsam platzierte Melodica oder die beseelten Posaunensoli, die es mir ganz besonders angetan haben.
Das neue Werk von Cale Wilcox, der zu diesen Aufnahmen auch Gitarre, Melodica, Keyboards, Percussions und das Mixing beisteuerte, ist ein Dub-Album zum Fallen lassen oder einfach (nur) Dub-Musik für den relaxten Feierabend geworden.

Bewertung: 3 von 5.

Kategorien
Review

Mark Wonder: Working Wonders in Dub

Freunden modernen Roots-Reggaes dürfte das Münchner Label Oneness-Records ein Begriff sein. Es existiert seit 2007 und wird vom Produzenten und Bassisten Moritz von Korff, Dub-Engineer Umberto Echo und Benjamin Zecher betrieben. Vor zwei Jahren habe ich an dieser Stelle Umberto Echos Album „Oneness in Dub“ ziemlich kritisch rezensiert. Brillantes Handwerk aber allzu glatte und homogene Produktionen. Nun veröffentlicht das Label die Dub-Version des Albums „Working Wonders“ (2012) von Mark Wonder: „Working Wonders in Dub“ (Oneness Records). Und ich habe wieder das gleiche Problem: Großer Sound, handgespielt, perfektes Mixing, authentischer JA-Style – aber warum um alles in der Welt sind die Rhythms nicht interessanter? Die Arrangements mögen für jamaikanische Mainstream-Roots Artists comme il faut sein, aber für ein anspruchsvolles Dub-Erlebnis fehlen Ecken und Kanten. Gleiches gilt für die Basslines: das Lead-Instrument des Dub bleibt hier ohne Prägnanz. Vielleicht hat das Konzept klassischer Dub-Versions, die auf „normalen“ Backings basieren, ausgedient. Ich habe den Verdacht, dass der „Output-Intent“ einer Rhythm-Produktion von vorne herein „Dub“ sein muss, um schlussendlich wirklich einen überzeugenden Dub hervor bringen zu können. Nur dann kann Dub mehr sein, als ein zweitrangiges Derivat – wie leider bei den Working Wonders in Dub.

Bewertung: 2 von 5.

Kategorien
Review

Various Artists: Steppin’ Forward 2

Wer Dub mal so richtig eingeprügelt bekommen möchte, sollte diesen Sampler hören. Die Bassdrum macht keine Gefangenen. Sie stampft nieder, was ihr im Weg steht. Der Bass walzt anschließend die Überreste platt. Zurück bleiben verbrannte Erde und geplatzte Trommelfelle. Der Titel bringt diese Erfahrung auf den Punkt: „Steppin’ Forward 2“ (Moonshine Recordings). 16 Tracks, die jedes Sound System rocken, von mir weitgehend unbekannten Produzenten – außer Adam Prescott und Professor Skank. Unbekannt deshalb, weil sich das Label eher in Gefilden von Dubstep herumtreibt. Aber keine Sorge: Auf der zweiten Ausgabe von „Steppin’ Forward“ dominieren Reggae-Beats, lediglich die Spielweise ist brutaler und elektronischer als gewohnt. Dub mit Headbanging-Faktor – kann auch Spaß machen.

Bewertung: 3 von 5.

Kategorien
Review

Hazer Baba: Solveigh

Hazer Baba??? Ist das nicht die türkische Firma, die seit 1888 Lokum, das Turkish Delight herstellt, welches den Touristen fast an jeder Ecke des Bazars als Spezialität angepriesen wird? Nein, nicht ganz…

Hazer Baba ist eine noch unbekannte fünfköpfige Band aus Glarus (CH), die seit 2012 eine Musik machen, die extrem schwer zu beschreiben ist und ganz sicher nicht jeden Dubblog-Leser überzeugen wird. Auf dem 2017 erschienenen Album „Solveigh“ (casabrunarecats.com) zeigt Hazer Baba ein facettenreiches, virtuoses Zusammenspiel mit spannenden Arrangements und tanzbaren Rhythmen. Mal ist ihre Musik dubbig, mal psychedelisch, mal verträumt, mal gitarrenlastig und rockig und dann wieder ziemlich nahe am klassischen Roots-Reggae. Marcel (Masi) Stalder von DUB SPENCER & TRANCE HILL charakterisiert die Musik von Hazer Baba als „eine eigenständige Mischung aus Pink Floyd und Dub“. Statt Pink Floyd, womit Masi zu 100 % recht hat, fallen mir noch einige etwas aktuellere Bands ein, wie z. B. Archive aber auch Dreadzone. Trotzdem lässt sich der Stil von Hazer Baba nicht so recht greifen. Gerade wenn man denkt, endlich zu wissen wonach die Band tatsächlich klingt, macht sie einen cleveren Schlenker und alles ist wieder auf Anfang. Genau das macht aber auch für mich den Reiz des Albums aus. Einziger kleiner Schwachpunkt ist meines Erachtens der Gesang. Das aktuelle Album von Hazer Baba „Terra“ soll übrigens in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Bewertung: 4 von 5.

Kategorien
Five Star Review

Various Artists: !! Dub !! Dub !! Dub !! Vol. 2

Wer dieses Album in einem Streaming-Dienst sucht, kann durchaus verzweifeln. Die Eingabe des Titels fördert alles zu Tage – nur nicht diesen absolut hörenswerten Sampler: Various Artists, „!! Dub !! Dub !! Dub !! Vol. 2“ (Elastica). Eine spannende Sammlung von Dub-Produktionen aus aller Welt, kuratiert von Elastica-Mann TuzZy und Neil Perch von Zion Train/Universal Egg. Was die beiden hier zusammen getragen haben, lässt sich vielleicht als progressiver Sound System-Dub bezeichnen. Hä? Soll heißen: Anspruchsvolle, moderne Dub-Produktionen mit stilistischer Nähe zu Steppers – aber doch viel mehr als Bassdrum-Gestampfe und Basswalze. Also ausgeklügelte, clever komponierte Produktionen, die aber trotzdem bei Dynamik und Drive keine Kompromisse machen. Intellektuelles Sound System-Futter gewissermaßen. Mir gefällt’s ausnehmend gut. Obwohl stilistisch aus einem Guss, erweisen sich die Tracks als überraschend abwechslungsreich. Markante Melodien, inspirierte Arrangements, super Sound und stets treibende Beats haben alle. Mal schöne Gesangseinlagen, mal instrumentale Soli, mal einfach nur ein abgefahrener Mix: Langeweile kommt hier ganz und gar nicht auf. Hätte ich die Aufgabe, jemand Unwissendem zu erklären, was moderner Dub idealerweise ist, ich glaube, ich würde ihm dieses Album vorspielen.

Bewertung: 5 von 5.
Kategorien
Review

Jamaram & Umberto Echo: 2020 in Dub

Jamarams Party-Sound ist meine Sache nicht – definitiv. Deshalb war ich skeptisch, als – bereits am 10. Januar – das Album „2020 in Dub“ (Turban) von Jamaram erschien. Gemixt von Umberto Echo! Ein Preview-Album für das kommende Jahr? Wäre mal ein cooles Konzept: Die zukünftigen Hit-Singles zuerst als Dub-Mix heraus zu bringen. Aber nix da! „2020 in Dub“ versammelt diverse Tracks der vergangenen Jahre und macht daraus ein interessantes, eingängiges, unterhaltsames Dub-Album. Ja, tatsächlich: der Party-Sound weicht unter Umberto Echos Fingern und gibt den Blick frei auf grundsolide Produktionen, abwechslungsreich, inspiriert, eigenwillig und markant. Ich hatte nicht erwartet, dass sich hinter Jamarams vordergründiger Party-Attitüde so vielschichtige und kunstvoll gestaltete Produktionen verbergen. Bestes Material also für Umberto Echos Mixing-Talent (das bei seinen allzu glatten Oneness-Alben etwas auf der Strecke geblieben war). Hier gelingt es ihm wieder, schöne Dramaturgien aufzubauen und atemberaubende Dynamiken zu entwickeln – so wie wir es von ihm gewöhnt waren. Damit beweist sich mal wieder die alte Weisheit: Gute Dubs brauchen gute Rhythms.

Bewertung: 4 von 5.
Kategorien
Review

Frente Cumbiero: Meets Mad Professor

Da haben wir wieder ein originäres, wenn auch kein brandaktuelles Dub-Album (2010), jedoch immerhin ein Werk ganz ohne Reggae-Rhythmen. Wenn schon ein Dub-Urgestein wie unser hochverehrter Mad Professor keinerlei Berührungsängste zeigt und die Grenzen unseres kleinen Sub-Genres mächtig verschiebt, steht es uns Rezensenten überhaupt nicht gut zu Gesicht, bei solchen Œuvres wie „Frente Cumbiero Meets Mad Professor“ (Vampi Soul) angewidert die Nase zu rümpfen. Ganz im Gegenteil, wir sollten froh darüber sein, dass sich das Dub-Genre und seine Protagonisten mal wieder gegen den Strom bewegen und nicht erneut auf völlig ausgetretenen Pfaden latschen.
Ein solcher Glücksfall ist Frente Cumbiero Meets Mad Professor. Ein Projekt, welches die Zusammenarbeit mit Mad Professor dank finanzieller Unterstützung des British Council erst ermöglichte. Die kolumbianische Band Frente Cumbiero aus Bogota vermengt seit einigen Jahren sehr erfolgreich traditionelle Cumbia-Rhythmen mit zeitgemäßeren Musik-Trends und erzeugt so ein ungewöhnliches Endprodukt. An der Javeriana Universidad von Bogota kam es dann zu einem produktiven Zusammentreffen der vierköpfigen Band und einigen einheimischen Musikerkollegen mit Mad Professor. Nach drei arbeitsintensiven Tagen waren die Aufnahmen im Kasten. Neben original kolumbianischer Kompositionen entstanden bei den Sessions auch drei (Track 2; 3; 7) kollektive Improvisationen. Mad Professor nahm anschließend die sieben Originalstücke mit ins heimische Londoner Ariwa Studio und schuf die dazu passenden Dubs ganz ohne Reggae-Riddims.
Das charakteristische Tempo des kolumbianischen Tanzes, das der kreative Kopf der Gruppe, Mario Galeano und seine Mitstreiter in den ersten sieben Tracks des Albums innervieren, findet in den professor-typischen Mixes einen angenehmen Gegenpart. Hier bekommen wir eine ziemlich seltene, schnelle, polyrhythmische, dubbige Melange geboten. Mad Professor gelingt es traumwandlerisch, die lateinamerikanischen Rhythmen mit Dub zu verschmelzen. Für Dubheads – nicht Dub/Reggae-Puristen – ist sicherlich eher die zweite Hälfte des Albums von besonderem Interesse, die hat es aber in sich.

Bewertung: 4 von 5.
Kategorien
Review

Pyrotechnist: Fire Crackers

Langsam reicht’s dann auch wieder mit dem 70s Revival. Neuaufnahmen mit verklärten Blick auf die gute alte Zeit gab’s ja in letzter Zeit zuhauf: Hier ein Teil Roots, da ein Teil Lovers Rock, gewürzt mit einem Hauch Ska und/oder Rocksteady, das ganz wahlweise gerührt oder geschüttelt mit analogen Instrumenten und Dub-Effekten – fertig ist der neue, alte Cocktail wie er jetzt auf amerikanischen und europäischen Plattformen serviert wird. Dass der durchaus schmecken kann, haben vor allem die eher Roots-orientierten Produktionen von Roberto Sanchez bewiesen: Ihm ist es gelungen, die Essenz jamaikanischer Produktionen der späten 70er zu replizieren und ins heute zu verfrachten. Sanchez hat damit einen Meilenstein gesetzt, anhand dessen man andere Produktionen durchaus messen kann – auch wenn sie zeitlich eher ansetzen und Aufnahmen der frühen 70er als Referenz nehmen.

Man kann und sollte die Frage in den Raum stellen, ob so ein 70s Revival-Trend überhaupt Sinn macht: Warum einen Sound reproduzieren, von dem es dank Labels wie Pressure Sounds exzellente Originale zuhauf gibt? Wozu die alten Meister des Genres imitieren, wenn man nicht deren Ideenreichtum, Experimentierfreude, aber auch Unverfrorenheit und Respektlosigkeit gegenüber jeglichen technischen Standards und Gepflogenheiten aufbringen kann? Das waren damals keine bedachten, ausgewogenen Klänge die das Ohr umschmeichelt haben, sondern die volle Breitseite über den Anschlag hinaus: Einem King Tubby war es hörbar egal, ob ein Effekt völlig übersteuert und die PA bzw. die Studiomonitore über Grenzen hinaus belasten; allein das Ergebnis zählte. Dieser Wagemut fehlt den Replika völlig; mitunter kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass lediglich Mittoo-eske Hintergrundbeschallung für gediegene Einkaufstempel à la Galerie Lafayette aufgenommen wurde: Langweilig, belanglos. Und doch ist den Revival-Bands als Live-Act ein gewisser Stellenwert zu zusprechen; mit wesentlich druckvollerem Sound machen sie die Bühne zum Ort, wo die Arrangements á la 70s so richtig Spaß machen können. 

Ich gehe davon aus, dass es sich beim belgischen Band-Projekt Pyrotechnist ähnlich verhält. Deren Album „Fire Crackers“ (Badasonic Records) ist dieser Tage erschienen und bietet neben sauberem Sound gediegene Arrangements, die nicht zu knapp mit Dub-Effekten versetzt sind. Die frühen 70er stehen im Mittelpunkt; es werden Erinnerungen an Jackie Mittoo, Augustus Pablo, Dave Barker & Ansel Collins, aber auch Sly Dunbar bemüht. Das ergibt in summa eine eklektische und unspektakuläre Mischung aus Reggae und Rocksteady mit Ska-Anklängen. Spannend wird es lediglich dann, wenn Bläsersätze ins Spiel kommen; wenn Drums soweit in den Hintergrund gemixt werden, dass nur mehr Snare und Fills hörbar sind; wenn (endlich wieder einmal) das Clavinet eine Rolle spielt oder sich die mitunter hervorragenden Dub-Effekte in den Mittelpunkt drängen. 

Freilich kann man das Album in seiner Gesamtheit als Verbeugung vor den obgenannten Meister-Instrumentalisten verstehen; die Aufnahmen werden den Originalen aber nicht gerecht. Wer wird also Freude an „Fire Crackers“ haben? Vermutlich Nostalgiker und die Galerie Lafayette; allen anderen empfehle ich die entsprechenden Releases von Blood & Fire, Pressure Sounds & Co.

Bewertung: 2 von 5.