Zwei kurze Jahre lang, zwischen 1979 und ’80, brachte das ursprünglich mit Bunny Lee verbundene ATTACK Label, das zu der Zeit bereits Trojan gehörte, exorbitant knallende Maxis raus, die meisten erkennbar am gelb unterlegten Logo, mit roten Lettern auf dunkelgrünem Grund. In einigen Fällen wurde auch mit blauem Trojan Label gepresst. Insgesamt gab es 25 Stück, von denen die meisten heute heiß begehrt sind wegen der hier und nur hier zu findenden Mixe von Prince Jammy und Scientist. Darunter extended Killer-Versions von Barry Browns „Living As A Brother“, „Separation“ und „Cool Pon Your Corner“, Morwells „Kingston Twelve Tuffy“, Linval Thompsons „Pop No Style“ und Michael Rose’s „Born Free“. Das Bild mit den Labels dieser Maxis stammt aus dem Booklet einer merkwürdig zusammen gestellten DoCD, auf der man, abgetrennt von den Vocals, 19 jener Attack-Dubs als – wie es das Booklet nennt – „generöses“ Bonusmaterial findet. Dabei auch die zuvor erwähnten Titel. Aufhänger der Kompilation jedoch sind zwei ganz andere Dub-Alben, die stilistisch absolut nicht zueinander passen. Zum einen „A.1 Dub“, 1980 von Blacka Morwell in Kingston gemischt, mit Dubs zu der Morwells LP „Cool Runnings“ von 1979 sowie Mixen der „Taxi“ und „Get In The Groove“ Riddims. Zum anderen „Cry Tuff Dub Encounter Chapter IV“, dem Gegenstück zu Prince Far Is „Voice Of Thunder“, ein Jahr später in London von Adrian Sherwood gemischt. Obwohl die Linernotes der DoCD sich bemühen, einen Link zwischen den Alben herzustellen und beide LPs einzeln betrachtet hervorragend sind, die Attack-Bonus-Dubs sind der wahre Grund, warum man dieses Set besser nicht verpassen sollte. Zumal man für jede einzelne dieser Maxi deutlich mehr Geld investieren müsste als für die stets preiswerten DoCDs des englischen Re-Issue Labels Doctor Bird. (Eine kürzere Version des Textes erschien in RIDDIM 01/21)
Dub Attack
